Hochschule Neubrandenburg – Praktisch studieren

08.08.2013

An der Hochschule Neubrandenburg kann man seit 1992 Agrarwirtschaft und seit 1995 Lebensmittel-technologie studieren. Die wettbewerbsfähige Agrarstruktur Mecklenburg-Vorpommerns mit ihren im Durchschnitt größten Betrieben in Westeuropa und hochmodernen Verarbeitungsunternehmen zeigt, welche Möglichkeiten Agrarmanager im späteren Berufsleben haben können. Das Agrarstudium in Neubrandenburg baut darauf auf, und es hat schon heute den Ruf, sehr praxisverbunden zu sein. Doch es geht noch besser. Seit dem letzten Wintersemester bietet die Hochschule den dualen Studiengang Agrarwirtschaft an. „Damit wollen wir Abiturienten ansprechen, die einen Praxisbezug im Studium wollen“, erklärt Anna Fieth. Sie ist die Koordinatorin dieses speziellen Studienganges an der Hochschule und hat das Konzept dafür erstellt. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele junge Menschen erst die landwirtschaftliche Ausbildung gemacht haben und dann zum Studium kamen. Das braucht jedoch mehr Ausbildungszeit.“

 

Konkret sind das zwei Jahre für die Lehre und dreieinhalb Jahre für den Bachelor, also insgesamt fünfeinhalb Jahre, die man bis zum Abschluss als Betriebsleiter oder als mittlere Leitungskraft auf der Schulbank sitzt. „Das duale Studium dauert dagegen nur viereinhalb Jahre. Somit spart man ein Jahr!“, wirbt die Diplom-Agraringenieurin für diesen Ausbildungsweg. Nach neun Semestern an der Neubrandenburger Hochschule hat man den Bachelor of Science Agrarwirtschaft und den Beruf Landwirt in der Tasche.

Das duale Studium hat zudem finanzielle Vorteile gegenüber einem normalen Studium: „Während der Zeit gibt es nämlich ein Ausbildungsentgelt, wie in der Berufsausbildung zum Landwirt“, erklärt Fieth. „Außerdem wird das BAföG gewährt und nicht nach dem Gehalt der Eltern, sondern nach dem eigenen Verdienst berechnet. Und der liegt etwa bei 500 bis 600 Euro pro Monat.“

 

Anna Fieth hat einen Flyer erarbeitet, mit dessen Hilfe man nachvollziehen kann, wie das Studium zeitlich abläuft, welche Zulassungsvoraussetzungen erforderlich sind und wie man sich für das Studium bewirbt. Er ist auf der Homepage des Fachbereiches Agrarwirtschaft der Hochschule Neubrandenburg zu finden. Die Berufsausbildung läuft vier Semester und endet mit der bestandenen Facharbeiterprüfung. Über vier Winter und zwei Frühjahre folgen Fachsemester an der Hochschule, zwischendurch Zeiten im Betrieb und im siebenten Semester der Abschluss zum Bachelor of Science Agrarwirtschaft.

 

„Ein Studierender hat am besten einen Fördervertrag mit einem Betrieb. Das Unternehmen unterstützt ihn so über die gesamte Laufzeit. Während der vorlesungsfreien Zeit steht der Studierende dafür dem Betrieb mit seiner Arbeitskraft zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil für den Betrieb ist, dass die Themen für Seminar- und Bachelorarbeiten gemeinsam mit ihm erarbeitet werden können.

 

Die Studenten für das duale Studium kamen bisher vor allem aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Für das kommende Studienjahr haben bereits Jugendliche aus Niedersachsen angefragt. Anna Fieth macht darauf aufmerksam, dass es für diesen Studiengang nötig ist, Kooperationsvereinbarungen mit den Berufsschulen abzuschließen. Solche Vereinbarungen gibt es bereits mit einigen Schulen, welche es sind, kann man bei ihr erfragen.

 

Um das duale Studium antreten zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: man muss das Abitur, die Fachhochschulreife oder Ähnliches haben, einen abgeschlossenen Ausbildungsvertrag mit einem anerkannten Ausbildungsbetrieb vorweisen sowie einen Kooperationsvertrag zwischen Hochschule, beruflicher Schule und Ausbildungsbetrieb besitzen.

 

Mit dem dualen Studium wird vor allem den jungen Leuten eine praktikable Ausbildungsmöglichkeit geboten, die genau wissen, dass sie später in der praktischen Landwirtschaft oder im Agribusiness arbeiten.

 

„Für Betriebsleiter ist dieser Studiengang eine große Chance, sich den eigenen Nachwuchs für den Betrieb heranzuziehen“, sagt Anna Fieth. „Denn so können sich die jungen Leute von Beginn an und Schritt für Schritt auf ihre künftigen Aufgaben vorbereiten.“ Der Generationswechsel und die Nachwuchssorgen sind in den Agrarbetrieben schon heute wichtige Themen. Die Absolventen sieht Fieth deshalb bereits als spätere Betriebsleiter oder als Manager im vor- und nachgelagerten Agrarbereich. „Außerdem können sie bei Interesse immer noch den Masterabschluss dranhängen.“

 

Von einem dualen Studium können also Studierende wie Betriebsleiter profitieren, wenn sie ganz praktisch an die Sache herangehen.

 

 

Weiterführende Informationen:

www.hs-nb.de/fachbereich-al

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