Die Besten im Vergleich

04.08.2014

© Gesa Lormis

Die 17 Teilnehmer am Bundeswettbewerb der Fachkräfte Agrarservice kamen aus acht Bundesländern.

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Der Bundesverband Lohnunternehmen (BLU) hatte am Mittwoch voriger Woche zum jährlichen Berufswettbewerb der Fachkräfte Agrarservice (FAS) geladen. Gastgeber des Bundesentscheides war in diesem Jahr die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Sachsen-Anhalt in Iden (LLFG). Wie die Leiterin des Lehramtes, Birgit Gamperle, erzählte, war es eine sehr kurzfristige Entscheidung für die LLFG als Austragungsort: „Wir haben Erfahrung mit dem Ausrichten von Berufswettbewerben und konnten daher kurzfristig reagieren und alles vorbereiten.“

Insgesamt traten in der Altmark 17 junge Männer aus dem gesamten Bundesgebiet gegeneinander an. Sie hatten sich durch ihre guten Abschlussnoten für den Bundesvergleich qualifiziert. Jeder Berufsschul-standort (es waren insgesamt neun) konnte drei seiner besten Absolventen vorschlagen.

Schwerer als Prüfung

Doch nicht alle Kandidaten traten an: „Der Wettbewerb lag zeitlich leider etwas ungünstig. Viele Lohnunternehmen und Agrarbetriebe stehen gerade im Erntestress und können auf niemanden verzichten“, sagte Petra Uhlemann, Lehrerin am Berufsschulzentrum in Wurzen. Eine weibliche Starterin gab es diesmal nicht. Birgit Gamperle bedauerte dies: „Wir sind Standort für die überbetriebliche Ausbildung der Fachkräfte Agrarservice für Sachsen-Anhalt und Brandenburg und bekommen mit, dass es noch sehr wenige weibliche Interessenten für diesen Beruf gibt. Das ist sehr schade, denn viele der berufstypischen Aufgaben haben nichts mit körperlicher Stärke zu tun. Vielmehr ist gründliches und präzises Arbeiten erforderlich.“

Schwerpunkte beim Wettbewerb waren wie bei der Berufsausbildung auch die Themenfelder Landtechnik, Pflanzenbau und Dienstleistung. Messen mussten sich die Teilnehmer in einer schriftlichen Klausur und vier praktischen Aufgaben. Dafür hatten die Ausbilder der LFFG und vom BLU berufene Prüfer Aufgaben aus verschiedenen Bereichen vorbereitet.

So mussten z. B. die Bauteile einer Pflanzenschutzspritze benannt und ihre Funktion erläutert werden. „Das Niveau der Aufgaben hier ist höher als bei den regulären Prüfungen, dazu geben wir weniger Hilfestellungen. Die Teilnehmer werden nicht darauf geprüft, dass sie auf eine Frage exakt alle Antworten geben, die richtig wären. Sondern auch, wie sie mit der Aufgabenstellung umgehen und in Stresssituationen reagieren“, erläuterte Franz Helmle, Berufsschullehrer aus Triesdorf. An seiner Station musste die Düngermenge für die Applikation in Wintergerste berechnet und der Streuer entsprechend eingestellt werden; Zeit: 15 Minuten.

Weiterhin musste aus einzelnen Komponenten ein Anhängerkabel hergestellt sowie ein Gespräch geführt werden. Die Prüfer, Lohnunternehmer Gerd Goldbecker und Heinz Budde, testeten an dieser Station das Auftreten und das Verhandlungsgeschick der Teilnehmer.

Jeder Starter musste in einem Vortrag zudem seinen Ausbildungsbetrieb vorstellen. René Wengelewski von der Otten Landtechnik GmbH & Co. KG, Schwarme (BBS Nienburg, Niedersachsen), hatte einen Laptop für diese kurze Präsentation mitgebracht. Mit ähnlichem Engagement und sicherem Auftreten konnte der 22-Jährige aus Hilgermissen alle Prüfer des Tages von sich überzeugen: Er ging aus dem Wettbewerb als Sieger hervor. Zweiter wurde Carsten Erlemeyer aus Gevelsberg von der Hante Agrarservice GmbH in Velen (BBS Kleven, Nordrhein-Westfalen), Dritter Christoph Friedrich aus Unterspiesheim von der Krämer Dienstleistungen GbR, Gräfenberg (BBS Triesdorf/Bayern).

Sechs aus dem Osten

Die Teilnehmer aus den östlichen Bundesländern belegten Plätze im Mittelfeld. Sie lernten auch in großen Agrarbetrieben, weshalb ihnen gegenüber den Konkurrenten aus Lohnunternehmen teilweise die Erfahrungen im Kundenkontakt fehlten. Am Start waren Christian Plötz aus Vielitz (Brandenburg), Florian Nieter aus Ackendorf (Sachsen-Anhalt) und Fabian Rieger aus Magdeburg (alle drei besuchten die BBS Wittenberg), Robert Kuntzsch aus Hinrichshagen (BBS Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern), Tobias Schubart aus Wandlitz (OSZ Werder, Brandenburg) und Alexander Herrschuh aus Niederau OT Jessen (BBS Wurzen, Sachsen).

Dr. Martin Wesenberg, beim BLU u. a. für den Bereich Ausbildung verantwortlich, sagte, „letztlich darf sich jeder als Sieger fühlen, denn die Nominierung zum Bundesentscheid ist schon eine Auszeichnung“. Er zeigte sich sehr erfreut über die bislang beste Beteiligung an diesem Wettbewerb (der alte Rekord lag bei 15 Startern) und lobte abschließend noch einmal die Verantwortlichen am Zentrum für Tierhaltung und Technik der LLFG in Iden, die den Wettbewerb „spitzenmäßig organisiert haben“. Um die Perspektiven der engagierten jungen Teilnehmer ist Wesemann im Übrigen nicht bange: „Absolventen in diesem Beruf sind gefragt, sie werden in der Wirtschaft Hände ringend gesucht.“

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