Buntes Paket für künftige Geflügelwirte

05.03.2013

Langweilig wird es angehenden Geflügelwirten im Bio Geflügelhof Deersheim kaum. Schließlich erlernen sie hier alle Bereiche der Eierproduktion von der Hennenaufzucht bis hin zum Verpacken der Eier für den Großhandel, der  Kommissionierung.

 

 

Einst größter Zuchtbetrieb für das DDR-Legehuhn „Medis White“, wurden die vier Farmen von 1995 bis 1997 vom damaligen Besitzer, der Firma Eskildsen, auf Biohaltung umgerüstet. Die eigene Junghennenaufzucht bestückt heute jeweils einmal im Jahr jede Legefarm mit einer neuen Hühnerherde. Die Eier werden täglich frisch zur Packstelle gefahren, dort sortiert, durchleuchtet, verpackt und an Supermärkte versandt.

 

 

Dass Deersheim nicht nur die Rohware erzeugt, ist laut Geschäftsführerin Ute Knust ein großer Vorteil für die angehenden Geflügelwirte. „Wer nur in der Mast arbeitet, bekommt in der Prüfung Probleme.“ Zu den Arbeiten im Stall zählen die Tierbeobachtung, die Technikkontrolle, die Gesundheitsüberwachung, die Eigewinnung und -sortierung. In der Packstelle erlernen die Nachwuchskräfte die Gewichtssortierung, Verpackung und Kommissionierung. Hinzu kommen Dokumentationsarbeiten auf Farm und Packstelle wie der tägliche Wasser- und Futterverbrauch, die Eizahl, die Verlustrate. In der Junghennenaufzucht erlernen sie Tätigkeiten wie das Ein- und Ausstallen, das Impfen der Tiere, Tierwägungen und das Einschätzen von Gewichten.

 

 

Weiterbildung wird gezielt gefördert

 

Ute Knust fördert gezielt die weitere Bildung engagierter Azubis.

Sebastian Hosang hat seine Ausbildung hier absolviert. Das nötige Rüstzeug für den Job als Farmleiter und Ausbilder hat er sich an der Fachschule in Haldensleben während der Ausbildung zum Agrarbetriebswirt geholt. „Wir unterstützen das mit Praktika auf unserem Betrieb, die auf das Studium angerechnet werden, sodass sie eher fertig werden“, erklärt die Unternehmenschefin. 

 

Für das Studium zum Betriebswirt musste er sich viel selbst aneignen, berichtet Sebastian Hosang. „Ich wollte mich sowieso weiterbilden, will immer ein bisschen mehr. Praktika in anderen Ställen sind für das Studium angebracht“, rät Hosang, der mittlerweile selbst Lehrunterweisungen im Betrieb durchführt.

 

Wichtig ist dem jungen Ausbilder ein freundschaftliches, aber respektvolles Verhältnis zu den Azubis „ohne Kumpelton und nur hier im Betrieb. Ich sage von vornherein an, dass ich Berufliches von Privatem trenne. Damit fahre ich ganz gut.“

 

 

Als Umschülerin kürzere Ausbildung

 

Wer wie Umschülerin Nadine Gossmann bereits eine Ausbildung hinter sich hat – sie ist gelernte Bürokauffrau –, kann die dreijährige Ausbildung schneller absolvieren. Die Mutter zweier Kinder lebt im Ort und hat bei Aushilfsarbeiten auf dem Biogeflügelhof ihre Liebe zum Geflügel entdeckt.

 

Nadine Gossmann mag eigentlich fast alle Arbeiten im Betrieb, besonders aber, wenn die kleinen Küken eingestallt werden. „Packstelle und das Verpacken der Ware ist auch cool.“

 

Gearbeitet wird von 6 bis 14.15 Uhr und von 7 bis 15.45 Uhr; nach zehn Tagen Dienst hat sie wie alle Lehrlinge vier Tage frei. Viel fachliche Un­terstützung von den anderen Azubis und Ausbildern sowie der kollegiale Umgang unter den Mitarbeitern erleichtern ihr die zweite Ausbildung. ­„Danach möchte ich hier anfangen zu arbeiten“, steht für Nadine Gossmann fest. Vielleicht sogar als Farmleiter. „Die Weiterbildung kann ich ja auch in der Abendschule machen.“ Sagt es, packt sich eins der fleißigen Eierleger und erzählt: „Mein Schwiegervater hat ein Huhn zu Hause, das legt ihm ­jeden Tag ein Ei in die Hand. Vielleicht bringe ich ja auch mal ein Huhn dazu.“

 

 

Den ausführlichen Bericht sowie Tipps zur Ausbildung als Geflügelwirt lest Ihr in BauernZeitung Heft 14/ 2012.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr