Bewerben - Auf eigene Initiative

11.02.2014

© DPA

Auf der Suche nach dem neuen Job

Die Suche nach einem Job war vor allem eines: frustrierend. Als sich Juliane K. nach dem Volontariat für eine neue Stelle bewerben wollte und es nur Praktikumsstellen gab, beschloss sie, selbst die Initiative zu ergreifen. Sie schrieb Bewerbungen auf Stellen, die nicht ausgeschrieben waren. Den ersten Schritt hat sie intuitiv richtig gemacht: „Ich habe immer versucht, einen Kontakt herzustellen und mich nirgends beworben, wo ich keine Verbindung hatte“, sagt Juliane  K.
Die E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder einen Namen aus der Personalabteilung herauszufinden, ist ein guter Schritt“, meint Jörg Hallberg vom Netzwerk Die Bewerbungsberater. „Dann kann man dort anrufen und im Anschreiben auf das Telefonat Bezug nehmen.“ Eindringlich warnt er aber gerade bei Initiativbewerbungen vor Standardfloskeln: „Bei ausführlichen Internetrecherchen bin ich auf Ihr Unternehmen gestoßen.“ Damit lockt man heute niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. 
Besser sei es, darauf zu verweisen, dass man auf einen Bereich spezialisiert ist, in dem das Unternehmen Schwerpunkte setzt. Das muss aber auch stimmen: Die eigenen Qualifikationen mit dem Kerngeschäft des Unternehmens abzugleichen, muss sogar der erste Schritt sein. 

 

Viel Eigenwerbung

Aber auf welche Stelle bewirbt man sich, wenn gar keine ausgeschrieben ist? Der Bewerbungsberater rät, sich die Internetseite des Unternehmens anzusehen und abzuleiten, in welchen Bereich man passen könnte. Man sollte seine Ausbildung und den Abschluss nennen. Je mehr man schon auf einen Bereich festgelegt ist, desto konkreter sollte man in der Bewerbung eine mögliche Stelle benennen. Je flexibler man ist, desto abstrakter kann die Bewerbung auch sein. Sie ist im klassischen Sinn Werbung für die eigenen Fähigkeiten. 
Besonders vielversprechend sind Initiativbewerbungen in Branchen, in denen hoch qualifiziertes Fachpersonal gesucht wird, etwa in der IT-Branche. Das bestätigt Jörg von Pappenheim, Personalvorstand beim IT-Dienstleister Datev. Er rät: „Man sollte intensiv betonen, was man für das Unternehmen tun möchte, und warum es genau dieses Unternehmen sein muss. Wenn man das Gefühl der Massenbewerbung vermittelt, ist man raus.“ In vielen Unternehmen gibt es ein Onlineportal, in dem man sich initiativ bewerben kann. Dann erübrigt es sich, erst einmal anzurufen. 
Von Pappenheim ist überzeugt, dass die Onlinebewerbung gerade bei Eigeninitiativen der erfolgversprechendste Weg ist: diese kann die Personalabteilung einfach und schnell per E-Mail an Fachabteilungen weiterleiten.
Stellengesuche in der Zeitung lohnen sich höchstens auf sehr regionaler Ebene. Da sollte man lieber überlegen, ob man das Geld nicht besser in richtig gute Bewerbungsbilder steckt.  
Wie erfolgreich können Initiativbewerbungen sein? Diese Art von Bewerbung macht auf jeden Fall Sinn. Denn den Unternehmen fehlen zunehmend jüngere Arbeitskräfte, vor allem Fachkräfte, und sind dankbar, wenn diese sich bei ihnen melden. 

 

Konkret werden

Eine weitere Möglichkeit, wie man selbst aktiv werden kann, sind Lebensläufe im Internet, sozusagen das Stellengesuch 2.0. „Dabei ist es besonders wichtig, alle Tätigkeiten und Qualifikationen klar zu definieren und zu sagen, was man da ganz konkret gemacht hat“, sagt Katrin Luzar von der Jobbörse Monster.de. Präzision ist auf jeden Fall notwendig: „Ich bin flexibel und ein Teamarbeiter“, – das sagt nichts aus. Sagen Sie genau, was sie flexibel macht und warum sie besonders gut im Team arbeiten können. 

 

Langer Atem

Profildaten zu pflegen und in sozialen Netzwerken Kontakte aufrechtzuerhalten, kann ebenfalls vielversprechend sein. Nur eines sollte man vermeiden: Wer von einem Bekannten gehört hat, dass eine Stelle zu vergeben ist, der sollte sich nicht auf ihn berufen, man weiß nie, ob er schon auf der Abschussliste steht. Das hat auch Juliane K. nie gemacht: „Ich habe mir immer nur die Namen besorgt und nie die Verbindung zu nutzen versucht“, sagt sie. Bevor jedoch die Initiativbewerbungen fruchten konnten, hat sie auf anderem Weg eine Stelle gefunden. Eine der Initiativbewerbungen wäre jedoch erfolgreich gewesen:  Ein halbes Jahr nach ihrer Bewerbung hat sich ein Unternehmen gemeldet. Sie  sollte gleich am nächsten Tag anfangen. Das zeigt, Initiativbewerbungen sind eine zähe Sache, aber Durchhalten kann sich lohnen. 

 

Ausdrucken und erst zum Schluss lesen
Tippfehler finden Menschen eher auf einem Papierausdruck als am Computerbildschirm. Deshalb sollte man  Bewerbungsschreiben und  Haus- oder Abschlussarbeiten immer noch einmal in ausgedruckter Form auf Fehler überprüfen, so die Experten vom Bremer Schreibcoach, einem Onlineratgeber der Universität Bremen für wissenschaftliches Schreiben. Denn zu solchen Texten gehört nicht nur ein kluger Inhalt, sondern auch eine einwandfreie Form. <br />Außerdem sollte erst der fertige Text genau auf Tippfehler untersucht werden. Viele Menschen machen nämlich den Fehler, dass sie schon bei vorläufigen Versionen Korrektur lesen. Werden später wieder Änderungen vorgenommen, schleichen sich aber schnell noch einmal neue Fehler ein. Diese werden dann bei der Abgabe des Textes übersehen. Daher sollte die Suche nach Tippfehlern ernsthaft erst dann beginnen, wenn das Dokument in der endgültigen Version vorliegt.     Dpa

 

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