Kommentar zum Heft 36/2017



Die MeLa in Mecklenburg – das Schönste im September

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn Sie dieses Heft in den Händen halten, ist mir wieder leichter ums Herz. Die Vorberichterstattung zur Mecklenburgischen Agrarschau MeLa ist vollbracht! Zu der Schau, die vom 14. bis 17. September in Mühlengeez bei Güstrow stattfindet, haben mehr als 1 000 Aussteller aus 15 Ländern ihr Kommen zugesagt. Einige von ihnen habe ich im Vorfeld getroffen und versucht herauszufinden: Was ist neu bei dieser 27. MeLa-Auflage? Welche Innovationen werden vorgestellt? Welche Impulse und Botschaften werden von der Messe ausgehen? Das Ergebnis meiner Recherchen können Sie auf den Seiten 18–35 lesen.

Mindestens so wie technische Neuerungen, moderne Produk­tionsverfahren und jede Entwicklung im agrarpolitischen Diskurs interessieren mich die Menschen, die dies auf den Weg bringen. Auch nach 34 Jahren als Bauernreporter finde ich es spannend, teilzuhaben und ­öffentlich zu machen, was ­Landwirte, Züchter und andere Aussteller immer wieder mit ­Willensstärke und Tatkraft bewegen.

Bei meinen Recherchen traf ich den Unternehmer Volker Biermann (Bericht S. 28). Er führte viele Jahre im niedersächsischen Wietzen ein Lohnunternehmen, bis er von der Insolvenz eines traditionsreichen Landmaschinenherstellers im mecklenburgischen Güstrow hörte. Dort stieß er auf innovative Düngerstreuer und Leute, die auch nach der Insolvenz ohne Bezahlung weiterarbeiteten, weil sie an ihr Produkt und ihre Fähigkeiten glaubten. Biermann verkaufte sein gut laufendes Lohnunternehmen, gründete die Güstrower Maschinenbau GmbH und startet nun in Mecklenburg durch. 22 Leute haben in dem neuen Unternehmen einen Job gefunden. Jeden Monat kommen ein bis zwei hinzu.

Ich begegnete Dr. Britta Ender. Beim Güstrower BilSE-Institut (Ausgabe Nord, S. 11) hat sie ein Netzwerk für Weiterbildung aufgebaut, von dem die Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern in großem Umfang profitieren. Zu den Winterakade­mien, die sie 2016 für die regionalen Bauernverbände organisierte, kamen mehr als 70 Landwirte. Sie und ihre Mitarbeiterinnen organisieren Praxisseminare, Sachkundelehrgänge, Kurse für Agrarbürofachkräfte und Auslandspraktika für Auszubildende. Ender ist mit Leidenschaft bei der Sache und lässt sich von Rückschlägen nicht entmutigen.

Beeindruckend finde ich den Einsatz von Stefanie Höter. Vor 13 Jahren drückte sie mit meinem Sohn auf dem Bützower Gymnasium die Schulbank. Unser Ingmar ist Arzt geworden, Stefanie Prokuristin beim Messeveranstalter MAZ (S. 22). Erstmals trägt sie in diesem Jahr die Verantwortung als MeLa-Projektleiterin. Auch in angespannten Situationen bewahrt die 31-Jährige Ruhe, hält die Fäden in der Hand, als hätte sie nie etwas anderes getan, als eine Messe mit 1 000 Ausstellern vorzubereiten.

Mein alter Schulkamerad Norbert Bissa ist begeisterter Rassekaninchenzüchter und Landeszuchtwart. Von ihm erfuhr ich, dass die Rassekaninchenausstellung auf der MeLa (S. 24) noch vor wenigen Wochen auf des Messers Schneide stand. Die Kaninchenseuche RHD-V2 macht den Züchtern zu schaffen, die Impfstofflieferung verspätete sich. Züchter waren kurz davor, ihren Auftritt abzusagen. Bissa und seine Mitstreiter ließen nicht locker. Jetzt kommen 71 Züchter mit 360 Tieren aus 40 Rassen nach Mühlengeez! Alle Rassen, die in Mecklenburg-Vorpommern gezüchtet werden, werden zu sehen sein. Die MeLa ist das Schönste im September. Ich wünsche mir, dass das noch lange so bleibt. 

Herzlichst Ihr
Gerd Rinas

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