Kommentar zum Heft 23/2018



Gemeinnützig oder gemeingefährlich?

Liebe Leserinnen und Leser,

Anfang April kam es in Hannover zu einer Tragödie: Zwei Menschen wurden von ihrem eigenen Hund totgebissen. Der Staffordshire-Mischling hieß Chico und war bereits 2011 auffällig geworden. Die zuständigen Behörden hatten es damals aber versäumt, den Besitzern ein Haltungsverbot auszusprechen. Jetzt sind zwei Menschen tot, und in der niedersächsischen Landeshauptstadt fand kurz darauf eine Mahnwache statt – aber nicht für die beiden Toten, sondern für Chico. Der war mittlerweile eingeschläfert worden und Tierrechtler meinten, damit an den aggressiven Vierbeiner erinnern zu müssen. Sollte Ihnen das jetzt befremdlich vorkommen, kennen Sie möglicherweise den Unterschied zwischen Tierschützern und Tierrechtlern nicht.

Hinter dem Kürzel Peta zum Beispiel verbirgt sich keine Tierschutzorganisation. Die „People for the Ethical Treatment of Animals“ (englisch: „Menschen für den ethischen Umgang mit Tieren“) sind Tierrechtler. Ihnen geht es nicht um Tierschutz, sondern darum, dass Tieren grundsätzlich dasselbe Recht auf Leben zugesprochen wird wie Menschen. Sie setzen sich für die Abschaffung jeglicher Tierhaltung ein – egal, mit wie viel Tierwohlstandard versehen – und akzeptieren nur eine vegane oder zumindest ovo-lacto-vegetarische Lebensweise. Um ihre Ansichten durchzusetzen, scheint ihnen dabei fast jedes Mittel Recht. Peta initiiert beispielsweise immer wieder gezielte Kampagnen, die auch die Justiz beschäftigen. So 2003, als der Verein unter der Überschrift „Holocaust auf Ihrem Teller“ Bilder von KZ-Opfern den Fotos aus sogenannter Massentierhaltung gegenüberstellte. Jüngste Entgleisung der Tierrechtler ist eine „Abschussliste“ auf Facebook, auf der Christina Schulze Föcking, nachdem sie als NRW-Landwirtschaftsministerin zurückgetreten war, als „erledigt“ gekennzeichnet wurde. Als weitere „Abschusskandidaten“ wurden Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vorgegeben. Der Post gegen die drei CDU-Politikerinnen, der wie eine Menschenhatz anmutet, stand unter dem Titel „Tierqualprofiteure raus aus der Politik“.

Otte-Kinast scheint dabei nicht zufällig ins Fadenkreuz der militanten Veganer geraten zu sein. Nach den vielen Stalleinbrüchen der letzten Monate hatte sie dafür plädiert, die Gemeinnützigkeit von Tierrechtsorganisationen wie Peta zu überprüfen und im Zweifelsfall abzuerkennen, wenn diese Straftaten begehen. Die FDP-Bundestagsfraktion ist der gleichen Meinung und brachte, auf Betreiben ihres agrarpolitischen Sprechers Gero Hocker, Anfang Mai bereits einen entsprechenden Antrag ins Parlament ein. Danach sollen Vereine und Organisationen, die „gegen geltende Strafgesetze verstoßen, zu einem Rechtsbruch aufrufen oder einen Rechtsbruch nachträglich zu rechtfertigen versuchen, grundsätzlich nicht mehr in den Genuss der Steuerbegünstigung der Gemeinnützigkeit kommen dürfen.“ Die Abstimmung über den Antrag soll noch im Juni auf die Tagesordnung des Deutschen Bundestages kommen, voraussichtlich in der Woche ab dem 11. oder ab dem 25. Juni.

Daher bleibt nur noch wenig Zeit zum Handeln: Gehen Sie ins Internet auf www.bundestag.de/abgeordnete/. Geben Sie unter „PLZ/Ort“ ein, wo Sie wohnen, und Sie erfahren, wer die Abgeordneten Ihrer Region sind und wie diese per E-Mail oder Brief erreichbar sind. Dann können Sie Ihren Volksvertretern mitteilen, dass radikalisierter Veganismus nichts mit Tierschutz zu tun hat. Tierrechtler, die Straftaten begehen, dürfen nicht mit Steuerprivilegien unterstützt werden. Helfen Sie mit, Fanatikern die Gemeinnützigkeit zu entziehen!

Herzlichst Ihr
Christoph Feyer

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