Bauern fordern Neustart beim Insektenschutz

Tausende Landwirte traten am Rand der Umweltministerkonferenz in Hamburg für einen praxisgerechten Artenschutz ein. Die Demonstranten verlangen, die „populistische und fachlich unsinnige Agrarpolitik“ zu beenden.

Insektenschutz geht nur im Dialog und in Kooperation mit den Landnutzern. Das haben Bauern, Schäfer, Jäger und Flächeneigentümer von den Umweltministern von Bund und Ländern gefordert. Anlässlich der Umweltministerkonferenz (UMK) in Hamburg hatten sich heute Berufsvertreter aus dem gesamten Bundesgebiet auf den Weg in die Hansestadt gemacht. Getragen wird die Kundgebung von den im Aktionsbündnis Forum Natur zusammengeschlossenen Nutzerverbänden, den Bauernverbänden aus Hamburg und mehreren Bundesländern, mehreren Landesschafzuchtverbänden und Weidetierhalterverbänden sowie der Initiative „Land schafft Verbindung“.

Das Aktionsbündnis pocht in einer gemeinsamen Erklärung, die im Rahmen der Kundgebung übergeben wird, darauf, die Politik im Zusammenhang mit der Novelle der Düngeverordnung und beim Gewässerschutz stärker regional zu differenzieren und die Kooperation zu stärken.

„Enormer Vertrauensverlust für den Naturschutz“

Der stellvertretende Vorsitzende des Aktionsbündnisses Forum Natur, Eberhard Hartelt, hält beim Aktionsprogramm Insektenschutz einen Neustart für erforderlich. „Wir demonstrieren nicht gegen Insekten- und Artenschutz – im Gegenteil. Wir Bauern brauchen die Bestäuber wie keine andere Branche“, stellte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd (BWV) klar. In seiner jetzigen Form konterkariere das Aktionsprogramm aber das vorhandene Engagement der Landwirte und Flächeneigentürmer und sei ein „enormer Vertrauensverlust für den Naturschutz“.

Bauernfamilie demonstriert in Hamburg
Bauernfamilien fürchten um ihre Zukunft, wenn die Politik keine praxisgerechteren Ansätze findet. (c) Silke Aswald

Nasch den Worten vom Präsidenten des Bauernverbandes Hamburg, Martin Lüdeke, müssen die ökonomischen Belange der Bauern stärker berücksichtigt werden. Lüdeke verlangte ein Ende der „populistischen und fachlich unsinnigen Agrarpolitik“. Diese vernichte die Existenz der deutschen Bauern und raube den Kindern die Zukunft. Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl, hob den großen Unmut und die Enttäuschung der Landwirtsfamilien über die aktuelle Politik hervor. Ein zentraler Grund liegt laut Heidl darin, dass den Familien und der gesamten Landwirtschaft umweltpolitisch enorme Veränderungen abverlangt würden, ohne dass dabei der Dialog gesucht werde und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen gesetzt würden.



Als Auftakt zur Kundgebung hatten am Mittwoch einige Landwirte aus Schleswig-Holstein an der Deutschland-Zentrale der Umweltorganisation Greenpeace in der Hamburger Hafen-City ein Plakat mit der Aufschrift „Wir denken in Generationen, nicht in Kampagnen. Eure Bauern“ entrollt. Sie kritisierten die Greenpeace-Kampagnen zur Landwirtschaft und forderten die Organisation auf, nicht nur Forderungen zu stellen, sondern an Lösungen für die Betriebe zu arbeiten. Greenpeace zeigte sich erfreut über das konstruktive und lösungsorientierte Gespräch. Es habe sich bereits gezeigt, dass es trotz teils unterschiedlicher Positionen auch einige gemeinsame Anliegen gebe. Die Umweltschützer zeigten sich offen für den weiteren Dialog und wollten an der Demonstration zur UMK teilnehmen. AgE/red

Russlands größten Erzeuger freut der Milchpreis

Der deutsche Unternehmer Stefan Dürr baut die EkoNiva-Gruppe weiter aus. In diesem Jahr gingen neun weitere Milchviehanlagen Betrieb, elf sind im Bau. Den Erzeugerpreis von 43 bis 45 Cent nennt er “wirklich gut”.

Die Unternehmensgruppe EkoNiva des aus Baden-Württemberg stammenden Landwirts und Unternehmers Stefan Dürr hat im laufenden Jahr seinen Milchkuhbestand in Russland um rund 41 Prozent auf 89.000 Tiere erweitert. Bis Jahresende rechnet der größte Milcherzeuger des Landes mit 100.000 Kühen in zwölf Regionen. Anfang November wurden erstmals mehr als 2.300 Tonnen Milch pro Tag erzeugt, eine Vervierfachung in drei Jahren.

“Die Wachstumskurve wird zwar abflachen, aber unser Ziel bleibt es, in ganz Russland Milch zu erzeugen”, sagte Dürr am Mittwoch am Rande der Agritechnica vor Journalisten. Zugleich werde die Milchverarbeitung zu einem neuen Hauptgeschäftsfeld. Die Vermarktung erfolgt über Handelsketten wie Globus oder Metro. Dort liege der Anteil der Marke EkoNiva in den Regalen derzeit bei fünf Prozent, Marktführer sei Danone mit neun Prozent, berichtete Dürr. Seit Kurzem ist auch Biomilch im Angebot, die sowohl nach russischem als auch nach EU-Standard zertifiziert ist.

Guter Auszahlungspreis für Erzeuger

Den Auszahlungspreis für Erzeuger in Russland von umgerechnet 43 bis 45 Eurocent je Kilogramm nannte Dürr “wirklich gut”. Eine der Ursachen sieht er darin, dass im Preistal des vorigen Jahres mit 32 ct viele Betriebe die Milchproduktion aufgaben. Einen Anstieg der russischen Gesamterzeugung kann Dürr, der seit Februar Vorsitzender des Verbandes der Milchproduzenten (Sojusmoloko) ist, daher nicht feststellen.

Stephan Dürr während der Pressekonferenz in Hannover.
Stefan Dürr während der Pressekonferenz in Hannover.
(c) Ralf Stephan

Auf die Frage, ob und wann die russische Landwirtschaft zum Wettbewerber für die EU-Landwirte werden könnte, verwies Dürr zunächst auf den Nachholbedarf des russischen Marktes. Allerdings bleibe es auch sein Unternehmensziel, internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. “Wir sehen schließlich die höhere Kaufkraft auf den westlichen Märkten”, sagte er. Die Diskussionen in der deutschen Landwirtschaft verfolge er aufmerksam. Nach seinem Eindruck müsse es ihr gelingen, den Verbrauchern “mehr als den Liter Milch oder ein Schnitzel zu verkaufen”. Im Preiswettbewerb ohne einen Mehrwert für die Leistung, die heimische Bauern “um das reine Produkt herum” bieten, sei die deutsche Landwirtschaft chancenlos gegen starke Exporteure aus der Ukraine, aus Russland oder Südamerika.

“Dass die deutschen Verbraucher viel Geld für Schnickschnack an ihrem Auto ausgeben, aber kaum etwas für Schnickschnack an ihren Lebensmitteln übrig haben, können wir nicht ihnen anlasten, sondern allein uns Landwirten selbst”, sagte Dürr, der für EkoNiva-Produkte ein aufwändiges Marketing betreibt. So wurde zur Markteinführung in Kaluga auf dem Parkplatz des Supermarktes ein mobiler Stall mit Kühen und Kälbern sowie zahlreichen Verbraucheraktionen aufgebaut. Auf den mit seinem Bild bedruckten Milchpackungen gibt er persönlich ein Qualitätsversprechen ab, das mit Werbung auf den Social-Media-Kanälen begleitet wird.

Am Rande wies der Unternehmer darauf hin, dass am 1. Januar 2020 in Russland ein neues Bio-Gesetz in Kraft tritt. Damit ende die gegenseitige Anerkennung der Bio-Siegel. “Das betrifft weniger die russischen Exporteure, sondern vor allem die EU-Ware. Für sie wäre der Markt auf einen Schlag weg.” In Russland werde deshalb intensiv über eine befristete Ausnahmegenehmigung diskutiert, da das Angebot heimischer Ökoprodukte noch nicht attraktiv genug sei. ste

Verunsicherung, die unter die Haut geht

Ein Ministerpräsident ergreift Partei für die Bauern, der DLG-Chef spricht über Weizen und Blumenwiesen, die Bundesmininisterin schaut, wie es den Menschen in der Landwirtschaft geht. Eindrücke vom Agritechnica-Eröffnungsabend.

Zur Begrüßung erhielt sie von den Gästen des Max-Eyth-Abends kaum mehr als höflichen Applaus. Noch bevor Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf das eigentliche Thema der Messe zu sprechen kam, drehte sich die Stimmung jedoch. Das verdankte die CDU-Politikerin diesem Satz: „Wenn wir auf die Landwirtschaft schauen, dann müssen wir auch darauf achten, wie es den Menschen in der Landwirtschaft geht.“ Er stand nicht im Manuskript, war aber offenbar unausweichlich.

Stephan Weil (c) DLG

Denn kurz vor ihr hatte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil in seinem Werbe-Grußwort für den Messestandort Hannover ungewöhnlich klar für die Bauern Partei ergriffen. Der SPD-Politiker sprach von einer „unübersehbaren Verunsicherung unter den Landwirten, die tatsächlich unter die Haut geht“. Sie seien bereit zu Veränderungen, erwarteten aber auch von den Verbrauchern, das sie ihrerseits ihren Teil dazu leisteten. Weil sprach den Widerspruch zwischen den Ansprüchen an die Landwirtschaft und dem Einkaufsverhalten konkret an. Alle wollten das Beste erreichen, sagte der Ministerpräsident. „Wir sollten uns dabei mehr miteinander anstrengen als gegeneinander“, rief er auf.

Der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Hubertus Paetow, ging auf der Eröffnungsveranstaltung der Agritechnica 2019 auf ihr Motto ein: „Global Farming, local responsibility“. Dass eine Messe mitten in Deutschland ihren Leitgedanken auf Englisch ausdrückt, hat vor allem damit zu tun, dass mittlerweile zwei Drittel der Aussteller nicht zwischen Rhein und Oder ansässig sind. Paetow sprach von einem Spannungsfeld zwischen den beiden Polen, die das Motto „Weltweit wirtschaften, lokal Verantwortung tragen“ ausdrückt. „Global farming klingt für uns gewohnt, für viele ist es aber fast ein Vorwurf“, sagte der Landwirt aus Mecklenburg-Vorpommern. „Statt den globalen Handel zu verteufeln, sollte es unser Ziel sein, ihn als Instrument zu nutzen, um überall auf der Welt die Sicherheit der Ernährung herzustellen.“

Hubertus Paetow (c) DLG

Paetow wies auf konkurrierende Ziele der Nachhaltigkeit hin: „Wo ein ertragreicher Weizenbestand steht, kann nicht gleichzeitig eine Blumenwiese die Wildbienen anlocken.“ Dafür Lösungen zu finden, müsse „Richtschnur und Messlatte für unser Streben nach Fortschritt in der Landwirtschaft sein, sei es in der Landtechnik oder in Pflanzenbau und Tierhaltung“. Dafür genüge es nicht mehr, eine leistungsfähigere Maschine oder ein produktiveres Verfahren einzusetzen. Verfahren und Maschine müssten stets auch den anderen Nachhaltigkeitszielen genügen und im besten Fall die Konflikte zwischen den Zielen auflösen.

Der DLG-Präsident forderte die Politik auf, den Disput mit der Gesellschaft über die Wege zu globaler Nachhaltigkeit „mindestens zu moderieren, besser aber zu führen“. Es gebe „eine Landwirtschaft zu feiern, die noch lange nicht am Ende ist, sondern gerade erst anfängt – sowohl weltweit als auch in Deutschland. ste

Tanken an der eigenen Biogasanlage

Mit Methan statt Diesel im Tank fährt der T6.180 von New Holland. Er ist damit der erste serienreife Schlepper mit reinem Methanantrieb.

Auf dem Weg zum CO2-neutralen Landwirtschaftsbetrieb könnte das ein großer Schritt sein: Auf der Agritechnica stellt New Holland (NH) den ersten Traktor vor, der zu 100 % mit Methan angetrieben wird. Das bedeutet: Getankt werden kann – mit einem entsprechenden Gasaufbereiter – künftig an der eigenen Biogasanlage. Vergärt die Anlage noch dazu Gülle, Mist oder organische Abfälle, fällt die CO2-Bilanz sogar negativ aus.

Den ersten serienreifen Traktor, der vollständig mit Methan fährt, zeigt New Holland auf der Agritechnica. Der Kasten an der Front ist ein Zusatztank für den langen Arbeitstag.
Den ersten serienreifen Traktor, der vollständig mit Methan fährt, zeigt New Holland auf der Agritechnica. Der Kasten an der Front ist ein Zusatztank für den langen Arbeitstag. Der Standardtank befindet sich wie gewohnt links vom Einstieg. (c) Ralf Stephan

Im T6 steckt ein auf Erdgas (CNG) umgerüsteter Sechs-Zylinder-Diesel mit 6,75 Litern Hubraum und 132 kW (180 PS). Leistung, Drehmoment, Serviceintervalle und Standzeit sollen die selben Werte erreichen wie die Dieselvariante. Der Behälter an der Front ist ein Zusatztank, mit dem sich die Arbeitszeit mit einer Füllung verdoppeln lässt. Der Standardtank soll je nach Einsatz für 3,5 bis 4 Stunden reichen. Wenn Frontgewichte nötig sind, kann der Zusatztank auch am Heck oder auf dem Arbeitsgerät befestigt werden. Nach eigenen Angaben experimentiert NH derzeit an Motoren für seine größeren Traktorbaureihen. ste

Landtechnik-Leitmesse startet in Hannover

Die Agritechnica 2019 hat ihre Pforten geöffnet und ist größer und globaler als je zuvor. Neue Lösungen für mehr Ressourceneffizienz, Umwelt- und Artenschutz dürften besondere Magnete werden.

Schon bevor Agritechnica 2019 am Dienstag für alle Besucher öffnet, ist es eng auf dem Messegelände in Hannover. Der Sonntag und der Montag gehören traditionell den Vertretern der Landtechnikbranche, von ihnen geladenen Top-Kunden und der Fachpresse. Und sie nutzen die exklusive Gelegenheit ausgiebig. Auch die Bauernzeitung ist vor Ort, um Neuheiten-Pressekonferenzen der Aussteller zu verfolgen und unter den Angeboten von über 2.800 Ausstellern aus 53 Ländern das herauszufiltern, was für ihre Leser wichtig sein könnte.

Das Leitmotiv der weltweit größten Landtechnikmesse lautet in diesem Jahr „Global Farming – Local Responsibility“ (Weltweit wirtschaften – lokal Verantwortung tragen). Darauf ausgerichtet ist nicht nur das Produktangebot, sondern auch das Fachprogramm rund um den modernen Pflanzenbau. Nach Angaben des Veranstalters DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) ist das Messegelände ausgebucht.

62 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland, so viel wie noch nie. Jeweils mehr als 100 Firmen sind in Italien, China, den Niederlanden, der Türkei und in Frankreich zuhause. Im Jahr des eigentlich geplanten Brexits ist das Vereinigte Königreich mit einem Gemeinschaftsstand vertreten, ebenso Indien, Weißrussland und die russische Altai-Region.

Im Mittelpunkt des Interesses vieler Besucher dürften Innovationen stehen, mit denen die neuen Aufgaben beim Schutz von Klima und Artenvielfalt sowie für mehr Nachhaltigkeit und der Ernährungssicherung erfüllbar sind. In Halle 15 präsentiert eine Spezialsammlung zum Thema „Protecting Yield & Nature“ (Ertrag & Natur schützen) Lösungen für Ertragssicherheit und Umweltschutz. In Halle 21 zeigt das Spezial „Acre of Knowledge“ (Acker des Wissens) Möglichkeiten auf, wie groß- und kleinstrukturierte Landwirtschaft in verschiedenen Kontinenten von innovativer Technik profitieren kann. In Pavillon 11 zeigen rund 40 junge Unternehmen innovative Lösungen von Agrarsoftware über Drohnenfotografie bis 3D-Druck. ste



“Bauer Willi” gegen Greenpeace

Ein Streitgespräch unter diesem Titel führte der Agrarblogger Willi Kremer-Schillings mit dem Landwirtschaftsexperten der Umweltorganisation, Martin Hofstetter. Lesen Sie, wie es ausging.

Mitten in Südoldenburg, in der deutschen Tierhalterhochburg, forderte Martin Hofstetter ein milliardenschweres Umbauprogramm für die Nutztierhaltung. Dafür sei „frisches Geld“ nötig, “die paar Milliarden aus den Direktzahlungen” würden dafür nicht reichen, sagte der Agrarexperte der Umweltorganisation Greenpeace am Mittwochabend (6.11.) während eines Streitgespräches mit dem Agrarblogger „Bauer Willi“ (Dr. Willi Kremer-Schillings) in Bersenbrück, Landkreis Osnabrück (Niedersachsen) . Das Geld könnte aus einer zusätzlichen Abgabe auf Fleisch kommen. „Da geht es um 20 bis 30 Cent pro Kilo an der Ladenkasse, das tut den Verbrauchern nicht weh“, sagte Hofstetter.

Trotzdem erwartet Greenpeace aber, dass auch deutlich mehr Mittel aus der Ersten in die Zweite Säule umgeschichtet werden, um diesen Umbau der Tierhaltung zu finanzieren. „Man kann niemandem mehr erklären, warum Landwirte heute noch Geld aus Brüssel als Ausgleich erhalten, weil vor 30 Jahren die Interventionspreise gesenkt wurden“, sagte der gelernte Agraringenieur, der im Berliner Büro der Umweltorganisation tätig ist. Die Betriebe bräuchten das Geld, aber es dürften nur noch gesellschaftlich gewünschte Leistungen damit vergütet werden. Die Bereitstellung von hochwertigen und unbedenklichen Nahrungsmitteln gehört für ihn ausdrücklich nicht dazu.

“Dieser Spagat überfordert uns”

„Bauer Willi“ machte vor den rund 260 Zuhörern des Bersenbrücker Landwirtschaftsforums das „Dilemma der Essensmacher“ deutlich: „Betriebsleiter stehen heute vor immer neuen Anforderungen, die aus allen Richtungen auf sie einprasseln. Und vieles widerspricht sich dabei. Dieser Spagat überfordert uns.“ Willi Kremer-Schillings kritisierte vor allem die Rolle des Lebensmittelhandels und warf Greenpeace vor, an dieser Schraube mitzudrehen, weil dies dem Geschäftsmodell von NGOs entspreche. „Das ist Marketing, das Euch auf unsere Kosten Spendengelder einbringt“, warf er Hofstetter vor.

„Das stimmt nicht. Ich will Veränderung, Spenden sind für mich höchstens ein netter Nebeneffekt“, verteidigte sich der Greenpeace-Vertreter und deutete damit an, dass die Fachleute in der Organisation durchaus andere Ziele verfolgen als die Finanzverantwortlichen. Auch er sehe den Einzelhandel als entscheidend für ein Umsteuern an. „Deshalb haben wir ihn auch schon mit Aktionen unter Druck gesetzt. Für mehr Weidemilch in den Regalen oder gegen Soja aus Regenwaldrodungen. Die Landwirtschaft hätte sich gemeinsam mit uns viel stärker gegen den LEH positionieren können, hat es aber nicht getan.“

Bauern als bezahlte Landschaftspfleger?

„Wir tun gern mehr für den Feldhamster oder den Kiebitz, aber das muss uns dann auch genauso vergütet werden wie die Produktion von Nahrungsmitteln“, schnitt „Bauer Willi“ ein weiteres brennendes Thema an. Wenn nicht, könne man die deutsche Landwirtschaft auch komplett abwickeln, das Essen importieren und alle Bauern zu staatlich bezahlten Landschaftspflegern umschulen, formulierte er provokant. „Wir brauchen die Landwirtschaft in Deutschland“, konterte Hofstetter. Ziel von Greenpeace sei „eine bessere Landwirtschaft“, nicht unbedingt bio, aber deutlich anders als bisher.

Kremer-Schillings setzte nach: “Mit allem, was derzeit politisch beschlossen wird, erreicht man genau das Gegenteil von dem, was man uns und der Gesellschaft immer wieder verspricht, nämlich den bäuerlichen Familienbetrieb zu erhalten. Lasst uns endlich einmal ein, zwei Jahre Pause! Dann ist auch genügend Zeit, so etwas wie eine politische Strategie zu erarbeiten.”

Frust und Kritik

Hofstetter pflichtete Kremer-Schillings bei, dass ein abgestimmter Plan für das Regierungshandeln nicht erkennbar ist. Er stimmte teilweise sogar dessen Ansicht zu, das Agrarpaket der Bundesregierung sei „über die Köpfe der Bauern hinweg und ohne ihren fachlichen Rat beschlossen“ kritisiert hatte. „Wir hätten da schon Ideen, wie man die gewünschten Ziele besser erreichen könnte“, erklärte „Bauer Willi“. Der größte Fehler besteht aus seiner Sicht darin, Ordnungsrecht vor Kooperation zu setzen. Ordnungsrecht müsse dann aber strenger als bisher umgesetzt werden, warf Hofstetter hier ein.



Zwar wisse er um den Frust unter den Bauern, sagte der Greenpeace-Vertreter, der bei der Begrüßung ein grünes Armband angenommen hatte, das er den ganzen Abend trug. „Aber glauben Sie mir, der Frust ist bei den Umwelt- und Tierschützern genauso groß, weil es so unendlich langsam vorangeht.“ Hofstetter nannte als Beispiele die verlängerte Ausnahmegenehmigung für die Ferkelkastration ohne Betäubung und die ausstehende Reaktion der Politik auf das Magdeburger Kastenstandurteil. “Und dass die Artenvielfalt abnimmt, habe ich schon während meines Landwirtschaftstudiums gelernt”, setzte der Endfünfziger nach.

Dialog und Verständnis

Wenn es auf allen Seiten nur Frustrierte gebe, sollte man sich dringend zusammensetzen und reden, regte der Moderator des Streitgespräches, Bauernzeitung-Chefredakteur Ralf Stephan, an. Leider sei der Gesprächsfaden mit dem Bauernverband, den man mit dem damaligen Präsidenten Sonnleitner regelmäßig aufgenommen hatte, seit einigen Jahren völlig abgerissen, bedauerte Hofstetter. „Wir verstehen nicht, warum.“

“Ich bin immer dafür, in den Dialog zu treten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen”, sagte “Bauer Willi”. In dem zweistündigen, stets sehr sachlichen Meinungsaustausch entstand zeitweise tatsächlich der für viele überraschende Eindruck, dass manche Positionen gar nicht so weit auseiander lagen. Gegen eine “bessere Landwirtschaft” wandte auch keiner der Diskussionsteilnehmer aus dem Publikum etwas ein. Dennoch werde es unterschiedliche Auffassungen darüber, was damit gemeint ist, zwischen Bauern und NGOs immer geben. “Dafür”, schloss “Bauer Willi”, “sind unsere Geschäftsmodelle einfach zu verschieden.” rs

(Das Landwirtschaftsforum war eine Veranstaltung der Kreissparkasse Bersenbrück für ihre landwirtschaftlichen Kunden und geladene Ehrengäste aus der Region.)

Aldi-Stiftung kauft weiteren Agrarbetrieb

Der Verkauf eines sächsischen Landwirtschaftsbetriebes erregt die Gemüter. AbL und Bauernbund fordern gesetzliche Schranken und Obergrenzen bei den Direktzahlungen.

Mit harscher Kritik hat die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland (AbL) auf den Verkauf der Geithainer Landwirtschafts GmbH an das Unternehmen Boscor Land- und Forstwirtschafts GmbH  &  Co.  KG aus dem fränkischen Reitzenstein reagiert. „Wieder einmal macht ein Großagra­rier Kasse“, so  Michael Grolm, Vorsitzender der AbL Mitteldeutschland, in einer Presseerklärung. Es brauche Gesetze, die solche Verkäufe verhindern. Bei dem Geschäft stehen auf der einen Seite die Eigentümer des Aldi-Konzerns, auf der anderen der ehemalige Thüringer Bauernpräsident Klaus Kliem.

Anfang Oktober war bekannt geworden, dass Boscor zum 27.  September den Agrarbetrieb bei Leipzig gekauft hatte. Die Boscor Land- und Forstwirtschaft GmbH  &  Co.  KG gehört – ebenso wie ihre Komplementärin Boscor Land- und Forstwirtschaft Verwaltungs GmbH – zur Lukas-Stiftung des Aldi-Gründers Theo Albrecht sen. Dieser Stiftung gehören Teile des Aldi-Konzerns mit zahlreichen Unternehmensbeteiligungen, einige davon im Agrarsektor.

“Klare Gesetzliche Schranken”

Die Geithainer Landwirtschafts GmbH wiederum war über eine Unternehmensbeteiligung mit der Adib Agrar-, Dienstleistungs-, Industrie- und Baugesellschaft mbH in Bad Langensalza verbunden, an der die Familie des ehemaligen Thüringer Bauernpräsidenten Klaus Kliem die Mehrheit hält. Boscor hatte in diesem Jahr bereits den Agrarbetrieb Kayna eG im sachsen-anhaltischen Burgenlandkreis gekauft. Wenn ein Discounter weiter auf Einkaufstour gehe, werden weder die heimischen Landwirte noch die Verbraucher oder die Bienen etwas zu lachen haben, kritisierte Grolm das Geschäft. Deutlich werde auch, „dass es naiv ist, auf das Verantwortungsbewusstsein der höheren Kader sowohl im Bauernverband als auch in den Großbetrieben zu setzen. Hier sind die Landesregierungen gefordert, klare gesetzliche Schranken zu schaffen.“

Ähnlich reagierte der Bauernbund Brandenburg. Er bewertet den Verkauf des Geithainer Unternehmens als „wichtigen Hinweis für die Reform der Europäischen Agrarpolitik“. Eine der reichsten Familien Deutschlands würde nun „bis zum letzten Hektar vom Staat mit Steuergeldern vollgepumpt“, erklärte Verbandspräsident Marco Hintze am Dienstag. Er forderte Bundesministerin Julia Klöckner auf, sich bei den Verhandlungen über den EU-Agrar­haushalt dafür einzusetzen, dass Fördermittel nur noch bis zu einer betrieblichen Obergrenze und nur noch an ortsansässige Bauern ausgezahlt werden. Auf Anfrage der Bauernzeitung wollte sich Adib-Geschäftsführer Klaus Kliem nicht zum Verkauf des  Tochterunternehmens äußern. Er äußere sich grundsätzlich nicht zu gesellschaftsrechtlichen Fragen, teilte Kliem mit. KB/ste

Freiheitsstrafe wegen Tierquälerei

Unhaltbare Zustände im Stall: Zum ersten Mal droht einem Schweinehalter das Gefängnis. Sein Fehlverhalten hatte zum “Magdeburger Urteil” geführt.

Bereits Anfang Juli erfolgte der Strafbefehl, erst jetzt wurde dieser Schlussstrich unter einen für die gesamte deutsche Schweinehaltung einschneidenden Vorgang bekannt: Das Amtsgericht Burg (Sachsen-Anhalt) verurteilte im Sommer einen Schweinehalter wegen Tierquälerei zu einer Haftstrafe von acht Monaten auf Bewährung.

Landgericht-Sprecher Dr.  Michael Steenbuck sagte der Bauernzeitung, es sei allein um die strafrechtliche Verantwortlichkeit des Beklagten als alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer gegangen. Geahndet worden seien mit der Verurteilung wegen Tierquälerei massive Verstöße gegen Tierschutzvorschriften in einer Anlage in Gladau bei Genthin. Dort waren im März 2014 bei einer amtlichen Kontrolle bei fast 100 Schweinen Krankheiten oder Verletzungen festgestellt worden. Nach Angaben der Kontrolleure fehlte es an ausreichend Mitarbeitern, um den Tierbestand täglich in Augenschein nehmen zu können. Somit unterblieb auch die unverzügliche Behandlung oder Nottötung kranker bzw. verletzter Tiere. Dem Betreiber seien die Zustände durch vorangegangene Kontrollen und Gespräche mit dem Stallpersonal bekannt gewesen, ohne dass er dagegen genug unternommen habe, hieß es.

Strafbefehl akzeptiert

Nach Informationen der Bauernzeitung handelt es sich bei dem Beklagten um den niederländischen Unternehmer Adrianus Straathof, der in mehreren Bundesländern große Zucht- und Mastanlagen betrieben hatte. Auf Nachfrage teilte das übergeordnete Landgericht Stendal mit, dass der Angeklagte den am 2. Juli zugestellten, rund 30 Seiten langen Strafbefehl akzeptiert habe und das Urteil damit am 26. Juli 2019 Rechtskraft erlangte. Das Strafverfahren wurde in schriftlicher Form auf Basis der Aktenlage geführt. Zu einer öffentlichen Hauptverhandlung mit Gerichtstermin wäre es erst gekommen, wenn der Beklagte den Strafbefehl abgelehnt hätte. Der Strafbefehl steht somit einer rechtskräftigen Verurteilung gleich, erklärte das Landgericht.

Der Landkreis Jerichower Land hatte nach den Durchsuchungen im Jahr 2014 bereits ein Berufsverbot gegen Adrianus Straathof wegen der Tierschutzverstöße erlassen, das 2016 vom Oberverwaltungsgericht Magdeburg bestätigt wurde. In Zuge der Ermittlungen kam es Ende November 2015 auch zum sogenannten Magdeburger Urteil zu Kastenständen in der Sauenhaltung. Das Urteil in dem nichtöffentlichen Strafverfahren vom Juli war erst Ende Oktober durch die Polizeidirektion Magdeburg publikgemacht worden. Fi

Insektenschwund offenbar größer als bisher vermutet

Forscher sammelten zehn Jahre lang in Brandenburg, Thüringen und Baden-Württemberg mehr als eine Million Insekten. Was sie nachweisen konnten, sorgt für neuen Zündstoff in der Debatte über den Artenrückgang.

Der Insektenrückgang ist offenbar weitreichender als vermutet. Auf vielen Flächen gibt es heute etwa ein Drittel weniger Insektenarten als noch vor einem Jahrzehnt. Das geht aus einer Untersuchung eines internationalen Forscherteams der Technischen Universität München (TUM) hervor. Während sich bisherige Studien entweder ausschließlich auf die Biomasse oder auf einzelne Arten bezogen, wurden nun erstmals beides gezählt. Dass tatsächlich ein Großteil aller Insekten betroffen sei, sei bisher nicht bekannt gewesen, erklärte ein Sprecher der Forscher.

Die Landwirtschaft gehört nach diesen Ergebnissen zu den Mitverursachern. Denn betroffen vom Artenschwund sind nach den Zahlen aus München vor allem Wiesen, die sich in einer stark landwirtschaftlich genutzten Umgebung befinden. Ebenso auffällig weniger Insekten wurden jedoch auch in Wald- und Schutzgebieten gefunden.

INSEKTENSCHWUND: „DA MÜSSEN WIR ALLE RAN“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner kündigte an, die Ergebnisse der Studie genau prüfen zu wollen. In einer ersten Stellungnahme, stellte sie klar, dass es auch um die Siedlungsentwicklung, um Lichtverschmutzung in den Städten, die Versiegelung von Flächen, zugepflasterte Gärten vor Haustüren sowie den Verkehr und die Verkehrsinfrastruktur gehe. „Da müssen wir alle ran“, hob die Ministerin hervor. Erstaunt zeigte sie sich über den Insektenrückgang im Wald, zumal die ökologischen Daten für die Biodiversität in den deutschen Wäldern von Inventur zu Inventur besser geworden seien.

Zwischen 2008 und 2017 hatten die Forscher auf 300 Flächen mehr als eine Million Insekten gesammelt. Nach ihren Erkenntnisse sind viele der fast 2.700 untersuchten Arten rückläufig. Einige seltenere Arten wurden in manchen der beobachteten Regionen gar nicht mehr gefunden worden. Die Biomasse der Insekten in den untersuchten Wäldern ging seit 2008 um etwa 40 % zurück; im Grünland verringerte sich die Insektenbiomasse auf ein Drittel ihres früheren Niveaus. Der Initiator des Projekts, Prof. Wolfgang Weisser, bezeichnete den Rückgang als „erschreckend“, der so nicht erwartet worden sei.  AgE/red

Erster Korridor für Südostlink-Trasse steht fest

Ein breiter Graben von Naumburg nach Gefell soll die Erdkabel für den Transport von Windstrom aus dem Norden nach Bayern aufnehmen. Jetzt beginnen die genauen Planungen.

Berlin. Für die ersten 83 km von Naumburg/Eisenberg bis zum Ländereck Thüringen, Bayern und Sachsen bei Gefell hat die Bundesnetzagentur den Trassenkorridor im Stromleitungsprojekt „SuedOstLink“ festgelegt.

In diesem Korridor wird die spätere Leitung verlaufen. Der genaue Verlauf wird in der folgenden Planfeststellungsphase festgelegt. Die Gleichstromverbindung soll hier ausschließlich als Erdkabel realisiert werden.

Autobahn für Grünen Strom

Der „SuedOstLink“ verläuft von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt nach Isar in Bayern. Das Vorhaben ist erforderlich, da es durch einen massiven Zubau erneuerbarer Energien in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt zu Engpässen im Stromtransport nach Bayern kommt. Das Gesamtvorhaben besteht aus vier Abschnitten, die von der Bundesnetzagentur zu genehmigen sind.

Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2025 vorgesehen. In Kürze wird mit dem Planfeststellungsantrag durch die Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz Transmission GmbH und Tennet gerechnet, sodass das Verfahren bei der Bundesnetzagentur zügig fortgesetzt werden kann.
Auch in diesem Verfahren würden im Rahmen der Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung wertvolle Hinweise für einen geeigneten Trassenverlauf erwartet, so die Bundesnetzagentur. AgE/red

Thüringen-Wahl: Viele Landwirte stimmten Links

Die Linkspartei kam zur Thüringen-Wahl bei den Bauern so gut an wie bei allen Wählern. Alle anderen Parteien aber wurden von ihnen anders bewertet. Unter dem Durchschnitt war der Zuspruch für die AfD.

Erfurt. Von Thüringens Bauern gaben mit 31 % exakt genau so viele ihre Stimme den Linken wie alle anderen Wahlberechtigten Thüringen-Wahl. Die SPD schnitt in dieser Berufsgruppe mit 14 % deutlich besser ab als in der Gesamtbevölkerung, wo sie lediglich auf 8,2 % der Stimmen kam. Mit einem Stimmenanteil von 4,0 % für die Grünen wurde das schwache Gesamtergebnis von 5,2 % noch unterboten.

Schwarz schwächelt bei Bauern in Thüringen

Die CDU konnte ihr Gesamtergebnis von 21,8 % bei den Landwirten zwar übertreffen. Mit 24 % blieben die Christdemokraten in der Berufsgruppe aber weit hinter Ergebnissen früherer Wahlen und denen in den meisten Bundesländern zurück. Lediglich in Brandenburg erzielte die CDU in diesem Jahr bei den Landwirten mit 18  % ein noch schlechteres Ergebnis.

Unterdurchschnittlich schnitt die Thüringer AfD bei den Landwirten ab. Mit einem Stimmenanteil von 19  % erreichte sie nicht annähernd ihr Gesamtergebnis von 23,4 %. Zum Vergleich: In Sachsen gaben 34  % der Landwirte der AfD ihre Stimme. Für die FDP, die gerade so mit 5,0  % in den Erfurter Landtag einzieht, votierte nur ein Prozent der Landwirte. Die Forschungsgruppe Wahlen hatte am Wahltag 18.808 Wähler in Thüringen für diese Aussagen befragt. AgE/FH

Grüner Agrarminister in Brandenburg

Zum ersten Mal seit 1990 muss die SPD das Potsdamer Landwirtschaftsministerium abgeben. Nach Lage der Dinge übernimmt der bisherige Chef der Grünen-Fraktion das Amt. 

Potsdam. Das brandenburgische Landwirtschaftsministerium wird in den nächsten fünf Jahren erstmals seit seiner Gründung im Oktober 1990 nicht von einem SPD-Politiker geführt. Neuer Ressortchef soll stattdessen ein Grüner werden.

Der Landesvorstand von Bündnis90/Die Grünen nominierte dafür am Montag (28.10.) den bisherigen Fraktionsführer im Landtag, Axel Vogel.

Axel Vogel (Grüne) soll neuer Landwirtschaftsminister in Brandenburg werden.
© axelvogel.de

mitbegründer der Partei

Der 63-Jährige wird damit aller Voraussicht nach die Nachfolge von SPD-Minister Jörg Vogelsänger antreten, der bei der Ressortverteilung zwischen SPD, CDU und Grünen leer ausgegangen ist.

Vogel gehörte 1980 zu den Gründungsmitgliedern der Partei. Von 1985 bis 1987 war er Mitglied des Deutschen Bundestags. 1991 holte der damalige Umweltminister Matthias Platzeck (SPD) den Diplom-Kaufmann nach Brandenburg, wo er verschiedene leitende Funktionen in der Landesanstalt für Großschutzgebiete und später im Landesumweltamt ausübte. Seit Herbst 2009 gehört Vogel dem Landtag an. 

Noch keine Entscheidung ist über die Nachfolge des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundeslandwirtschaftsministerium, Michael Stübgen, gefallen. Der CDU-Politiker wechselt als Innenminister nach Potsdam.

Es gilt als wahrscheinlich, dass erneut ein ostdeutscher Abgeordneter den Posten im Berliner Agrarressort übernimmt. Stübgen ist kommissarischer Vorsitzender der brandenburgischen CDU und hat für sie die Koalitionsverhandlungen geführt. Mil, AgE

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