Rezept: Kartoffelsalat zum Fisch

Kartoffeln, Quark, Joghurt und eine halbe Zitrone – das ist der Grundstock für einen leckeres Rezept für Kartoffelsalat aus Mecklenburg-Vorpommern – ideal geeignet als Beilage zu Zander, Forelle und Co.

Kartoffelsalat und Würstchen? Na klar, das kennt jeder – ob nun vom sommerlichen Grillfest oder von der festlichen Weihnachtstafel an Heiligabend. Aber Kartoffelsalat zu Fisch? Das mag für manche hierzulande etwas gewöhnungsbedürftig klingen – doch vor allem die Menschen in den Küstenstreifen Mecklenburg-Vorpommerns kennen eine Reihe von Rezepten, in denen beides harmoniert. So wie dieser leichte Kartoffelsalat mit Quark, Jogurt, Gurken und Zitrone passt ideal zu Zander, Scholle & Co.

Erschienen ist das Rezept in dem Buch: “Die besten Fischrezepte in Mecklenburg-Vorpommern”. Auf 95 Seiten begibt sich der Leser auf eine kulinarische Reise durch das Bundesland im Nordosten, neben Klassikern der Fischküche gibt es auch neue Spezialitäten zu entdecken. Das Küsten- und Seenland zwischen Mecklenburger und Pommerscher Bucht, von der Ostseeküste bis zur Mecklenburgischen Seenplatte, zwischen Oder und Elbe verfügt über einen großen Fischreichtum, der sich auch in den Rezepten der Region widerspiegelt: In Snacks und Salaten, in Suppen und Eintöpfen, Pfannen- oder Ofengerichten wiederfindet.


Kartoffelsalat zum Fisch – Rezept

Kartoffelsalat zum Fisch - Rezept

Zutaten

1 kg festkochende Kartoffeln
1 Salatgurke
250 g Quark
150 g Naturjoghurt
100 ml Milch
Saft und Abrieb einer halben Zitrone
3 El Olivenöl
je 1/2 Bund Majoran und Schnittlauch
Salz
Pfeffer

Kartoffelsalat zum Fisch – Zubereitung

1.) Kartoffeln in kochendem Wasser etwa 20 Minuten garen. Abgießen, auskühlen lassen.

2.) Gurke schälen und in Scheiben schneiden.

3.) Quark, Joghurt, Milch, Saft und Abrieb der Zitrone verrühren.

4.) Mit Salz und Pfeffer würzen, 1El Öl unterrühren.

5.) Majoran und Schnittlauch waschen, trocken zupfen und klein schneiden.

6.) Kartoffeln pellen, in Scheiben schneiden.

7.) Mit Gurke und Dressing vermischen, abschmecken und servieren.

Wir wünschen Ihnen guten Appetit – genießen Sie den Kartoffelsalat zu leckerem Fisch!


Das Buch

Die Anleitung für den Kartoffelsalat zum Fisch stammt aus dem Buch “Die besten Fischrezepte aus Mecklenburg-Vorpommern” von Stefan Bützow. Küchenmeister

Buchverlag für die Frau;
96 Seiten, 9,95 Euro.
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Da haben wir den Kartoffelsalat

Er fehlt auf keiner Grillparty, fast jeder hat ein eigenes Rezept für Kartoffelsalat. Doch es lohnt durchaus, mal in die Salatschüsseln der Welt – und der heimischen Region zu blicken.

Er ist wohl die einzige Beilage, die in der Grillsaison genauso innig geliebt wird wie zu Weihnachten: der Kartoffelsalat. Doch egal ob Sommer oder Winter: Beim Kartoffelsalat scheiden sich die Geister und jeder schwört auf sein eigenes Rezept. Dabei ist er unfassbar vielseitig. Allein ein Blick auf die Deutschlandkarte zeigt, dass es „den einen“ Kartoffelsalat nicht gibt. Während man im Norden eher zu Mayonnaise oder auch Joghurt greift, bevorzugt man im Süden Essig, Öl und Brühe, um den Salat anzumachen. 

Auch die Wahl der Kartoffelsorte und die Zubereitung führt zu ganz unterschiedlichen Resultaten. So unterscheiden sich die Sorten zum Teil stark, was Geschmack, Konsistenz und Farbe betrifft. Warum also nicht mal eine  blau-violette oder rote Kartoffel verwenden?

Kartoffelsalat mit Röstaromen und Radieschen

Generell gilt: Warme Kartoffeln saugen Flüssigkeit und Aromen am besten auf, festkochende Sorten bleiben dabei besser in Form. Wünscht man klar definierte Scheiben im Salat, sollte man auch zu vorwiegend festkochenden Sorten greifen und sie vor der Weiterverarbeitung abkühlen lassen. Wichtig ist, die Kartoffel in der Schale zu kochen und erst danach zu pellen. Ansonsten verkleistert die Stärke, die in der Kartoffel steckt, und der Salat neigt dazu, schleimig zu werden. Und ob die gekochten Kartoffeln nun in Scheiben oder Würfeln in den Salat kommen, ist jedem selbst überlassen.


Kartoffelsalat aus dem Ofen - Landgenuss

Unser Tipp: Kartoffelsalat aus dem Ofen

Er enthält Quinoa und Blumenkohl – dieser besondere Kartoffelsalat ist erst dann richtig gut, wenn er aus dem Ofen kommt. Hier geht es zum Rezepttipp. mehr


Eine interessante Variante ist es auch, die Kartoffeln anzubraten. Das ergibt tolle Röstaromen. Kombinieren kann man die Bratkartoffeln dann zum Beispiel mit Radieschen, frischen Lauchzwiebeln und alles mit einer Vinaigrette abrunden. Auch der Kartoffelpüree-Rest vom Vortag taugt als Salatbasis – zum Beispiel wenn er aufgewärmt und mit Zwiebeln, Endivien-Streifen und einem Essig-Öl-Dressing verrührt wird.

Mit Öl, Essig, Kräutern experimentieren

Apropos Essig und Öl: Experimentieren Sie mit verschiedenen Sorten, auch das bringt geschmackliche Vielfalt. Ähnliches passiert, wenn man zur Abwechslung mal zum süßen Senf greift. Und wenn es um die feine Säure geht, passt auch der Saft einer frisch ausgepressten Zitrone gut. Und was ist mit Liebhabern der Mayonnaise? Wer Tomatenmark, Kapern und feine Würfel aus Schalotten und Cornichons in die Creme einrührt, hat rasch eine Tomaten-Remoulade für den Salat.


Kartoffelsalat mit Fisch - Rezept

Unser Tipp: Kartoffelsalat zu Fisch

Kartoffeln, Quark, Joghurt und eine halbe Zitrone – das ist der Grundstock für einen leckeres Rezept für Kartoffelsalat aus Mecklenburg-Vorpommern – ideal geeignet als Beilage zu Zander, Forelle und Co. mehr


Auch mit Kräutern lässt sich hervorragend beim Rezept für den Kartoffelsalat experimentieren. Dill passt dabei genauso gut wie Kresse, Basilikum, Bärlauch oder Liebstöckel. Die Kräuter sollten aber erst kurz vor dem Verzehr in die Salatschüssel gegeben werden, damit sie möglichst frisch bleiben. Wem diese kleineren Experimente am Kartoffelsalat nicht genügen, der kann auch in die Schüsseln anderer Länder blicken:

Kartoffelsalat: Mediterraner Genuss

Kartoffeln in viel Salz Mediterran wird es, wenn man im Salat Kartoffeln, Staudensellerie, getrocknete Tomaten, Oliven und eine Essig-Öl-Vinaigrette kombiniert. Die Spanier lieben vor allem ihren „Ensaladilla rusa“, der aus Kartoffeln, Möhren, Eiern, gefüllten Oliven, Konservenerbsen, Thunfisch in Olivenöl, selbst gemachter Mayonnaise und Petersilie zubereitet wird.  Und jeder, der schon mal auf den Kanaren war, schwärmt von den kleinen  Kartoffeln mit Salzkruste (Papas arrugadas), die man entweder mit einer roten oder grünen Mojo-Soße aus  Knoblauch, Chili, Paprikaschoten, Olivenöl und Koriander genießt.  

Kartoffelsalat: Asiatisch mit Soja und Wasabi 

Für die thailändische Variante sind frische Kräuter wie Koriander, aber auch Thaibasilikum und Minze unverzichtbar. Sie sind das Topping für eine Basis aus Kartoffeln, gekochtem Rindfleisch, Pap-rikastreifen und Lauchzwiebeln. Dazu passt ein Dressing aus Fisch-, Soja- und Chilisoße sowie etwas Limettensaft und Zucker.

Ganz anders kommt der Kartoffelsalat daher, wenn er sich von der japanischen Küche inspirieren lässt: Wer etwas Wasabipulver und Wasser in eine asiatische Mayonnaise einrührt, erhält einen Salat, der scharf und cremig zugleich ist. ba


Der Heringssalat namens Lausitzer Flöz in einer Schale angerichtet.

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Rezept: Kartoffelsalat aus dem Ofen

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Wollen Sie bei Ihren Kartoffelsalat mal anders etwas anderes ausprobieren? Dann schieben Sie ihn doch einfach in den Ofen – und servieren sie ihn warm! Ihre Gäste werden es Ihnen danken. Entwickelt hat das Rezept für den Kartoffelsalat aus dem Ofen Küchemeister Torsten Kleinschmidt. Dabei kommen neben den obligatorischen Kartoffeln auch reichlich Blumenkohl und Quinoa zum Einsatz, was der leichten Speise einen unverwechselbaren Geschmack. verleiht.

„Kochen heißt Geschichten erzählen“ – das ist das Küchen-Credo von Kleinschmidt, der sich der regionalen Küche in Mitteldeutschland besonders verbunden fühlt. Eine Auswahl von Rezepten hat er daher in einem Buch zusammengetragen: “Die besten Rezepte aus Brandenburg”. Darin nimmt der Küchenmeister die Leser mit auf eine kulinarische Reise von Prignitz bis in das Oderland und den Spreewald. Auch das Rezept für Kartoffelsalat für den Ofen finden Sie in diesem Buch.


Kartoffelsalat aus dem Ofen – Rezept

Zutaten

400 g kleine Kartoffeln (Drillinge)
500 g Rosenkohl,
80 g Quinoa
1 rote Zwiebel
6 EL Senf
3 El Balsamico
3 El Honig
1 El Rapsöl
Salz
Pfeffer

Kartoffelsalat aus dem Ofen – Zubereitung

1.) Senf, Essig, Honig und Öl in einer großen Schüssel verrühren.

2.) Kartoffeln und Rosenkohl halbieren, die geschälte Zwiebel in grobe Stücke schneiden.

3.) Alles mit der Marinade gut vermengen und in eine Auflaufform geben. Bei 180 Grad backen bis die Kartoffeln weich sind. Immer mal wieder umrühren.

4.) Quinoa mit der eineinhalbfachen Menge Wasser etwa 15 Minuten weich kochen und in die Schüssel geben.

5.) Mit dem gebackenen Ofengemüse vermischen, abschmecken und den Kartoffelsalat aus dem Ofen warm servieren.

Wir wünschen Ihnen guten Appetit – ob als Bereicherung der Grillsaison oder unterm Weihnachtsbaum!


Das Buch

Die Anleitung für den Kartoffelsalat aus dem Ofen im Buch “Die besten Rezepte aus Brandenburg” von Küchenmeister Torsten Kleinschmidt.

Buchverlag für die Frau;
96 Seiten, 9,95 Euro.
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Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern in unseren Rezeptsammlungen und wünschen Ihnen guten Appetit!

Brunnenkresse aus Britannien

Früher wurde sie wild gesammelt, heute kommt Brunnenkresse aus dem Supermarkt. Manch einer macht aus ihr sogar ein neues „Superfood“. Dabei steht sie schon seit 2000 Jahren auf dem Speiseplan – vor allem in Großbritannien.

Die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) wächst in der Natur an Quellen sowie Bachläufen, daher ihr Name. Die Briten nennen das Kreuzblütengewächs watercress, Wasserkresse. Seit mindestens zweitausend Jahren wird sie auf den Britischen Inseln gegessen. Bereits die Römer sollen sie in großen Mengen verzehrt haben, als sie Teile der britischen Inseln besetzten.

Viele Jahre war die Brunnenkresse Nahrung jener, die sie wild ernteten. Erst 1808 entschloss sich ein Gärtner aus Kent, südlich von London, zum ersten Mal, die Wasserpflanze am Fluss Ebbsfleet kommerziell anzubauen. Heutzutage übernehmen das Firmen wie die Wartercress Company, der größte kommerzielle Erzeuger von Brunnenkresse mit Sitz in Dorset in Südwestengland. Die Bauernzeitung war in diesem Jahr bei der Ernte dabei.


(c) Petra Jacob

Die Anbauflächen sind mit Kies aufgefüllte, ebene Becken, sie sind mit Beton eingefasst und ermöglichen geregelte Wasserzufuhr.

Durch eine ausgereifte Fläche fließen fast 100.000 Liter pro Acre (0,40 ha) in der Stunde.


Früher wurde die Brunnenkresse mit der Hand geerntet. Im kommerziellen Anbau erledigen das heute Maschinen.

Bis zu vier Mal in einer Saison kann eine Parzelle beerntet werden.

Brunnenkresse - Bei der Ernte in England
(c) Keith Hitchings

(c) Petra Jakob

In solchen Körben wurde die Brunnenkresse früher von den Anbauregionen in Dorset zu den Großmärkten in London und bis nach Liverpool transportiert. Heute wird das Gemüse direkt nach der Ernte portioniert und verpackt und gelangt so in den Einzelhandel.


Die Brunnenkresse eignet sich für viele Gerichte: Ein Beispiel ist die Watercress-Soup, deren Rezept von Starkoch Jamie Oliver entwickelt wurde. Mehr dazu finden Sie in der Ausgabe 31 der Bauernzeitung.

Watercress - eine leckere Suppe aus der Brunnenkresse


Lesen Sie den kompletten Fachbeitrag in der Ausgabe 31 der Bauernzeitung.

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Kressetest: Auf der Suche nach Rückständen

Mit dem Kressetest lassen sich Bodenrückstände vor der Rapsaussaat schnell und eindeutig aufspüren. Im Video zeigt unser Experte, wie er funktioniert.

Von Rainer Kahl, Rapool Ring GmbH

Bei langanhaltender Trockenheit ist die Abbaugeschwindigkeit von Sulfonylharnstoffen im Boden verringert. Winterraps kann bei der Keimung und in den frühen Jugendentwicklung empfindlich auf solche Rückstände im Boden reagieren. Wer unsicher ist, ob auf den für die Rapsaussaat vorgesehenen Schlägen eventuell noch Rückstände vorhanden sind, sollte einen Kressetest durchführen.

Kresse reagiert sehr empfindlich auf Sulfonylharnstoffrückstände im Boden. Zugleich keimt Kresse sehr schnell, sodass ein Test bereits innerhalb weniger Tage Ergebnisse liefert. Kressesamen kann man in vielen Supermärkten, Discountern oder Baumärkten kaufen.

Video: So funktioniert der Kressetest

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Für den Kressetest wird, am besten an mehreren Stellen, nach der Getreideernte Boden aus den oberen circa fünf bis maximal acht Zentimeter entnommen. Für eine zweite Probe sollte Boden von oben mit der darunter liegenden Schicht bis circa 15 – 18 cm Tiefe gemischt werden. Dies ist der Bodenhorizont, den man mit einer tiefer mischenden Bodenbearbeitung gut genug durchmischen kann.

Sollten Rückstände vorhanden sein, dann in der obersten Bodenschicht. Durch die zweite Probe bekommt man bei eventuellen Problemen sofort eine Aussage, ob man mit einer tiefer mischenden Bearbeitung die Rückstände weit genug verdünnen kann, um die Herbstentwicklung des Rapses nicht zu behindern


Ausgabe 32 der Bauernzeitung.

Lesen Sie den vollständigen Beitrag in der Ausgabe 32 der Bauernzeitung.

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Projekt SILATOAST: Verfahren nicht empfehlenswert

In einem Projekt der Eiweißinitiative am LVG Köllitsch wird der Futtereinsatz von Erbsen für die Fütterung von Milchrindern untersucht. Dafür mischten die Forscher auch Stängel und Blätter mit in die Ration – doch dieses Verfahren haben sie nun verworfen

Von Christian Kuhnitzsch und Prof. Olaf Steinhöfel, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Lehr- und Versuchsgut (LVG)  Köllitsch

In der Wiederkäuerfütterung war in den letzten Jahren weniger das Futtereiweiß das Problem, sondern eher das knappe strukturwirksames Grobfutter. Das führte zum kurzfristigen Umdenken in einem vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Projekt im Rahmen der Eiweißinitiative: Statt nur der proteinreichen Erbse zog man beim Projekt SILATOAST auch die Stängel und Blätter in die Untersuchung mit ein. 

Dazu simulierten die Mitarbeiter im LVG Köllitsch eine Notversorgung der Milchrinder. Statt 4,5 kg Trockenmasse aus Grassilage bekamen die Kühe die gleiche Menge technisch getrockneter Erbsenteilpflanzensilage in der Totalen Mischration angeboten. Die Wissenschaftler wollten prüfen, inwiefern dieser Ersatz Einfluss auf die Leistungsfähigkeit sowie die Futter- beziehungsweise Nährstoffeffizienz bei hochleistenden Milchkühen hat. 

Dazu häckselten sie die Erbsensorte Astronaute mit einem Trockenmassegehalt von 34 % im Direktschneidverfahren (Direct-DiscSchneidwerk) als Teilpflanze (Schröpfschnitt) unterhalb der Fruchtanlagen (circa 25 cm Schnitthöhe). Das Grüngut wurde unter Zugabe eines biologischen Siliermittels in einem Folienschlauch für 90 Tage siliert. Im Anschluss daran öffneten sie den Schlauch und trocknete die Silage mit Heißluft. Dabei wurde jedoch schnell deutlich: Die Aufbereitung im Hinblick auf die Proteinbeständigkeit war wenig erfolgreich. 


Bei Hitze fangen Milchkühe an, Grobfutter zu selektieren

Rationen für Milchkühe: Füttern, nicht heizen!

Kühe gibt es auf der ganzen Welt, Hitze und Kälte scheinen sie nicht zu stören. Doch auch Rinder regulieren ihren Wärmehaushalt. Bei den Rationen für Milchkühe ist einiges zu beachten. mehr


Das Reinprotein der Erbsenteilpflanze wurde durch proteolytische und desmolytische Abbauprozesse bei der Silierung zerstört. Die Proteinlöslichkeit stieg von 58 % im Siliergut auf 77 % in der Silage und der kalkulierte UDP-Gehalt des Rohproteins sank von 18 auf 11 %.  Der Trockenmassegehalt der Erbsenteilpflanze beziehungsweise Erbsenteilpflanzensilage lag immerhin bei über 30 %. Wenn einmal proteolytische beziehungsweise desmolytische Abbauvorggänge abgelaufen sind, kann eine anschließende Wärmebehandlung dem nicht mehr entgegenwirken. 

Daher ist das beschriebene Verfahren nach den ersten Ergebnissen nicht empfehlenswert. Weder die Silierung noch die anschließende thermische Aufbereitung von teigreifen Erbsenteilpflanzen konnten die ruminale Beständigkeit des Erbseneiweißes positiv beeinflussen. Dennoch kann das Erbsentrockengrün, oder vielmehr die Silage, als Grobfutterkomponente zu Grassilage in der Ration ohne nennenswerte Verluste der Milchleistung eingesetzt werden und damit in Notsituationen ohne großen Verlust an Fütterungserfolg genutzt werden. Eine Preiswürdigkeit gegenüber Grassilage ist dabei jedoch kaum zu erwarten. 

Feldmausplage: Schnelle Lösung nötig

Der amtliche Pflanzenschutzdienst geht aktuell von 50.000 ha Befallsfläche aus: Bauernverbandspräsident Olaf Feuerborn hat aufgrund der massenhaften Vermehrung mit einem Brief an die Politik gewandt.

Unter der Massenvermehrung von Feldmäusen leidet die Landwirtschaft derzeit in weiten Teilen des Landes. Die Situation ist vergleichbar mit 2012 und 2015, als die Nager großflächig die Ernte vernichteten. Der amtliche Pflanzenschutzdienst geht aktuell von 50.000 ha Befallsfläche aus. Intensivere Bodenbearbeitung, Feldhygiene an Ackerrändern und Sitzhilfen für Greifvögel reichen nicht aus, um diese Gradation zu stoppen. Die Landwirte erwarten daher massive Schäden in den Herbstsaaten.

Bauernverbandspräsident Olaf Feuerborn hat sich deshalb an Bundesagrarministerin Klöckner und den Präsidenten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Friedel Cramer, gewandt. In seinem Schreiben fordert er Änderungen der Anwendungsbestimmungen für Rodentizide, damit Feldmäuse ab September auch in potenziellen Feldhamstervorkommensgebieten bekämpft werden können. BVL und Julius-Kühn-Institut hätten, so Feuerborn, in der Vergangenheit bestätigt, dass eine sachgerechte, verdeckte Ausbringung keine negativen Auswirkungen auf Hamster erwarten lässt. Im Vorjahr konnte nach intensiver Beratung mit dem BVL erreicht werden, dass zumindest im Zeitraum 1. November bis 1. März auf solchen Flächen eine Bekämpfung möglich ist.


Extrembefall mit Feldmäusen

In Mitteldeutschland richten in dieser Saison Schadnager wieder großflächig Schäden an. Chemische Bekämpfungshilfen stehen Landwirten im Grunde keine zur Verfügung. mehr


Erforderlich sei jetzt aber eine zeitnahe Entscheidung der Zulassungsbehörden, damit die Landwirte vor der Herbstaussaat über Möglichkeiten der Feldmausbekämpfung informiert sind, betont Feuerborn. Fehlen diese, habe das Einfluss auf die Anbauentscheidungen. So könnte dem der Winterraps als wichtiges Fruchtfolgeglied zum Opfer fallen. Das Verbot verschie-dener Beizen habe bereits zu ei-nem starken Anbaurückgang geführt. Niemandem könne daran gelegen sein, diese Entwicklung weiter zu begünstigen. Ab Mitte August beginne die Herbstaussaat. Bis dahin brauche es eine Lösung zu den Feldmäusen. Der Verband werde dieses Thema weiter bearbeiten, bis diese gefunden ist.

Text: Bauernverband Sachsen-Anhalt

Behörde zahlt Finderlohn für Feldhamster

Pro bestätigtem Hinweis auf einen Feldhamster zahlt das Landratsamt Nordsachsen 50 €. Die Aktion dient Forschungszwecken.

Das Landratsamt Nordsachsen zahlt für Hinweise auf freilebende Feldhamster einen „Finderlohn“: Wer einen Feldhamsterbau ausfindig macht und der Unteren Naturschutzbehörde meldet, soll nach entsprechender Prüfung 50 € bekommen. Bis 30. September läuft die Aktion, mit der die Behörde mehr über das Vorkommen der streng geschützten und vom Aussterben bedrohten Art herausfinden will.

Das letzte bekannte Vorkommen des Feldhamsters in Sachsen befindet sich westlich des Werbeliner Sees bei Delitzsch. Feldhamsterbaue können am besten kurz nach der Ernte ausfindig gemacht werden. Ab Oktober ziehen sich die Tiere für den Winterschlaf zurück und verschließen die Eingänge der Gänge mit Erde. Die Behörde weist darauf hin, dass Außenstehende landwirtschaftliche Flächen nur zwischen Ernte und der nächsten Bestellung betreten dürfen.

Feldmäuse: Berlin, wir haben ein Problem

Notruf der Bauernverbände: Die anhaltende Massenvermehrung von Feldmäusen sorgt für großflächige Schäden in Millionenhöhe. Im Herbst könnte sich die Situation noch weiter verschärfen.

Von Frank Hartmann

Die Landesbauernverbände in Sachsen-Anhalt und Thüringen haben an Bundesagrarministerin Julia Klöckner bzw. deren Staatssekretärin Beate Kasch und den Präsidenten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Friedel Cramer, einen Notruf abgesetzt. Grund ist die anhaltende Massenvermehrung von Feldmäusen, die sich nach Einschätzung des Julius-Kühn-Institutes im Herbst noch weiter verschärfen könnte.

In seinen Schreiben weist der Thüringer Bauernverband (TBV) auf bereits eingetretene großflächige Schäden in exemplarischen Betrieben von 150 bis 450 €/ha hin. Jetzt drohe, dass auch die frischen Herbstsaaten den Feldmäusen, die zuletzt 2012 und 2015 für Millionenschäden sorgten, zum Opfer fallen. Erste Betriebe überdenken ihre Anbauplanung und werden den Winterraps als eine der wenigen Blattfrüchte in der Fruchtfolge deutlich reduzieren.


Feldmausplage: Schnelle Lösungen nötig

Der amtliche Pflanzenschutzdienst geht von 50.000 ha Befallsfläche aus: Bauernverbandspräsident Olaf Feuerborn hat aufgrund der massenhaften Vermehrung mit Forderungen an die Politik gewandt. mehr


Daher bittet der TBV dringend um eine Ausnahme von den derzeit geltenden Anwendungsbestimmungen, damit Landwirte ab dem 1. August Rodentizide einsetzen können. Das ohnehin mühsame verdeckte Ausbringen von Zinkphosphid-Ködern mittels Legeflinte ist lediglich von November bis Ende Februar gestattet. Grund dafür ist vor allem der Feldhamsterschutz. Laut TBV sei bei der sachgerechten verdeckten Ausbringung von Rodentiziden ein Schaden für Nichtzielorganismen wie den Feldhamster nicht zu befürchten, da kein direkter Kontakt zu dem Präparat bestehe.

„Nachweislich“ ausgeschlossen seien zudem Sekundärvergiftungen von Greifvögeln. Nicht zuletzt bittet der TBV darum, Wühlmauspflüge wie den Wumaki C 9 für das Ausbringen der Köder zuzulassen. Parallel zu den TBV-Schreiben haben betroffene Betriebe bei der Thüringer Agrarverwaltung Notfallzulassungen beantragt.

Bei der Feldarbeit: Mähdrescher geht in Flammen auf

Im Süden Brandenburgs ist ein Mähdrescher durch ein Feuer vollständig zerstört worden. Auch ein Getreidefeld geriet in Brand, der Schaden beläuft sich auf rund 60.000 Euro. Die Brandursache ist unklar.

Von Veit Rösler (Text + Fotos)

Nur noch ein Haufen Schrott ist diese Erntemaschine, die am Dienstagabend zwischen Schraden und Frauendorf in Flammen im Landkreis Elbe-Elster aufgegangen ist. Nach einem arbeitsreichen Tag in Staub und Hitze ist in der Maschine aus noch ungeklärter Ursache gegen 20.15 Uhr ein Feuer ausgebrochen.

Landwirt Dipl. Ing. Siegfried Klaus (61) unternahm noch den Versuch, das brennende Gerät vom Getreidefeld zu lenken, nachdem er Rauch und ein Feuer im Heck der Maschine bemerkt hatte. Dabei ist er bis auf eine Straße gekommen. Zu spät! Etwa ein Hektar Getreidefeld sind durch den brennenden Mähdrescher in Brand geraten.

Die Kameraden der Feuerwehren aus Tettau, Plessa, Schraden, Plessa- Süd und Hohenleipisch waren mit 40 Einsatzkräften im Einsatz und konnten das Feuer auf dem Feld schnell in den Griff bekommen. Die schnelle Reaktion des Maschinisten beim Ausbruch des Brandes, erleichterte die Löscharbeiten auf dem Feld.

Im Laufe des Brandes kam es in den Aggregaten  zu mehreren Explosionen, sehr wahrscheinlich durch den Tank und in dem Gerät verbaute Gasdruckdämpfer, meint Landwirt Siegfried Klaus.

An der 1996 angeschafften Maschine ist dem Landwirt ein Schaden von ca. 60.000 Euro entstanden. Am Morgen sind noch vier dieser leistungsstarken Großraumgeräte vom Hof der Agrargenossenschaft Frauendorf gefahren. Das nun abgebrannte Gerät vom Typ Claas Lexion hatte bisher 24 Ernten überstanden.

Welsh Black: Langlebig und fruchtbar

Robust, anpassungsfähig und bis zu 20 Kälber pro Kuh – das sind die Merkmale der Rasse Welsh Black. Ursprünglich kommen die Fleischrinder mit dem besonders tiefen Rumpf aus England.

Von Christoph Görner

Die Welsh Black zählen zu den mittelintensiven Fleischrindrassen und haben ihren Ursprung im Südwesten Englands, der Provinz Wales. Entsprechenden Überlieferungen zufolge soll es bereits zur Römerzeit einen  kleineren Fleischtyp in Nord-Wales und einen etwas größeren Zweinutzungstyp in Süd-Wales gegeben haben.

Diese Untergliederung ist offensichtlich den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen sowie den daraus resultierenden Futtervoraussetzungen in der Provinz Wales geschuldet gewesen. Über viele Jahrzehnte war diese Rasse deshalb auch innerhalb Englands auf dieses Gebiet begrenzt, bevor eine Weiterverbreitung über die gesamte Insel erfolgte.

Gute Mütterlichkeit und besondres fruchtbar: Welsh Black Kühe bekommen nicht selten 15-20 Kälber.

Die sehr robusten und anpassungsfähigen Rinder wurden im weiteren Verlauf der intensiven Züchtung immer mehr in Richtung Fleischansatz bearbeitet, wobei es die vorhandene hohe Milchleistung zu erhalten galt. Ein weiteres typisches Merkmal dieser Rasse ist ihre Langlebigkeit und gute Fruchtbarkeit. Die Anzahl von 15 – 20 Kälbern je Kuh ist keine Seltenheit.

Welsh Black: Guter Fleischansatz an Schulter und Rücken

Rinderrassen im Porträt: Welsh Black - männlich
Welsh Black Bullen können ein Gewicht von bis zu 1250 kg erreichen

Das Haarkleid ist im Wesentlichen schwarz und je nach Klima kurz- oder langhaarig. Gelegentlich kommen auch weiße Bauchflecken vor bzw. weiße Stichelhaare.

Der Rumpf ist rechteckig und zeichnet sich durch eine große Rumpftiefe aus. Die ansprechende Körperlänge ermöglicht einen guten Fleischansatz an Schulter und Rücken. Eine angemessene lange und breite Keule ist ebenfalls erwünscht.

In Deutschland findet man diese Rasse, die in den 1980er Jahren hier ihren Einzug fand, vornehmlich in Niedersachsen verbreitet. 

Unkomplizierte Abkalbungen

Die gute Mütterlichkeit der weiblichen Tiere lässt auch unkomplizierte Abkalbungen  erwarten und infolge der ausreichenden Milchleistung auch einen gut entwickelten Absetzer. Durch die sehr gute Fleischqualität und die Selbstvermarktung der nicht zur Zucht verwendeten Absetzer ist ein besseres ökonomisches Ergebnis zu erzielen und z.Zt. auch vorrangige Praxis.

Welsh Black: Die wichtigsten Maße und Gewichte

BulleKuh
Kreuzbeinhöhe (cm)143-148133-137
Gewicht (kg)900-1250650-800
Geburtsgewicht (kg)3835
Erstkalbealter (Monate)26-33

Neben der Reinzucht ist es auch üblich, auf nicht zur Zucht benötigte Kühe der Rasse Welsh Black fleischbetonte Vaterrassen zur Erzeugung von Absetzern zur Weitermast einzukreuzen. Ein weiterer, durchaus zukunftsweisender Gesichtspunkt ist die Möglichkeit, Welsh Black Herden bei der Pflege von Naturschutzflächen einzusetzen.

Die Rasse Welsh Black ist im Laufe der Jahre auch in Kanada, in Nord- und Südamerika sowie in Neuseeland heimisch geworden.


Rinderrassen im Porträt


Wölfe oder Weidetiere?

Der Rinderzuchtverband Sachsen-Anhalt äußert scharfe Kritik an der Wolfsstudie des Bundesamtes für Naturschutz. Die uneingeschränkte Ansiedlung des Wolfes sei nicht mit Nutzviehhaltung vereinbar, die Studie werde den existenziellen Problemen der Rinderhalter nicht im Ansatz gerecht.

Von Detlef Finger

Die Studie des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) „Habitatmodellierung und Abschätzung der potenziellen Anzahl von Wolfsterritorien in Deutschland“ werde nicht ansatzweise den existenziellen Problemen gerecht, mit welchen sich – ausgelöst durch die Wiederansiedlung des Wolfes – die Rinderhalter hierzulande konfrontiert sehen.

„Insofern lehnen wir den Inhalt dieses Papiers ab“, erklärte jetzt der Rinderzuchtverband Sachsen-Anhalt eG (RSA) in einer Stellungnahme zu der Studie, die sechs Institutionen unter Federführung des BfN und Begleitung durch das Bundesministerium für Umwelt (BMU) verfasst und Anfang Mai veröffentlicht haben.

Seinen Standpunkt erklärt der Verband folgendermaßen: Die in Deutschland lebenden Wölfe gehörten keiner isolierten, neuen Population an, sondern seien Teil der zentraleuropäisch-baltischen Population. Somit sei der Wolf in Europa, wo 20.000 Exemplare vermutet werden, nicht vom Aussterben bedroht.

Mittlerweile würden allein für Deutschland mehr als 1.000 Wölfe, verteilt auf über 70 Rudel – davon elf allein in Sachsen-Anhalt –, ausgewiesen.

Die aktuelle Studie schätze das bundesweite Potenzial auf 700 bis 1.400 Wolfsterritorien. Frühere Studien wiesen 440 Wolfshabitate aus. Allein die Differenz von fast 1.000 Wolfsterritorien wecke bei Befürwortern Erwartungen, die nicht mit dem Ziel, die Weidetierhaltung zu fördern, in Einklang gebracht werden könnten. Dieser, politisch korrekt, formulierte „Zielkonflikt“ sei schon jetzt, im Sommer 2020, nicht lösbar. „Klar ausgedrückt, sind Weidetierhaltung und uneingeschränkte Wolfsansiedlung Gegensätze, die nicht miteinander vereinbar sind!“

Wolfs-Studie: Keine Angaben zur kritischen Populationsgröße

Gerade zu der Zahl der kritischen Populationsgröße bzw. des guten Erhaltungszustandes, also zu jenem Schwellenwert, ab dem der Wolf nicht mehr vom Aussterben bedroht sein soll, würden keine Angaben veröffentlicht. Aber dieser Fakt sei eine wesentliche Voraussetzung für weitere Diskussionen zu diesem Thema und sei mehrfach nachgefragt worden.

Es reiche nicht aus, wenn sich die Verfasser hinter dem Argument versteckten, dass es sich bei den ermittelten Territorien nicht um eine Zielgröße für die bundesweite Bestandsentwicklung handele. „Diese ist nämlich längst überschritten“, betonte der Verband. 

Zu den potenziellen Verbreitungsgebieten der Wölfe zählten weite Teile des RSA-Zuchtgebietes, in dem mit 30.000 Mutterkühen politisch gewollt Landschafts-pflege betrieben und ökologisch Rindfleisch produziert werde. Im Zuchtbuch des Verbandes seien fast 5.000 Herdbuchkühe, verteilt auf 23 Rassen, registriert. „Dieses Veredlungspotenzial, jahrzehntelange Zuchtarbeit und durch Rinder gepflegte Kulturlandschaften sind durch die uneingeschränkte Ansiedlung der Wölfe bedroht.“ 

Wölfe und Weidetiere: Naturschutzgesetz geht “in gewünschte Richtung”

Es sei nicht nachvollziehbar, dass in der Studie die von Bundesrat und Bundestag beschlossene Anpassung des Bundesnaturschutzgesetzes vom Februar dieses Jahres keine Erwähnung findet. Das Gesetz erlaube, dass zukünftig Wölfe gejagt werden dürfen, wenn sie im Verdacht stehen, Nutztiere gerissen zu haben. Es gehe damit „in die gewünschte Richtung“ und erleichtere das Zusammenleben von Weidetieren und Wölfen im Rahmen einer vertretbaren Populationsgröße. 

Es reiche nicht aus, das Thema Wolf nur mit den Begriffen „Prävention“, „Herdenschutz“, „Monitoring“ und „Entschädigung“ zu bearbeiten. „Wir benötigen dringend eine wissenschaftlich begleitete Bestandsregulierung!“

Der Rinderzuchtverband erwarte eine Stellungnahme des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt und von den verantwortlichen Behörden zur vorliegenden BfN-Studie. Dabei müssten jüngste Entscheidungen des Bundestages und des Bundesrates berücksichtigt werden.

Thüringer Feldtage finden online statt

Die Feldtage des TLLLR beginnen auch 2020 planmäßig. Los ging es auf den Versuchsfeldern in Großenstein und Friemar. Doch eine Besonderheit gibt es diesmal: Die Besucher sind nicht vor Ort, sondern vor ihren Bildschirmen.

Von Frank Hartmann, Erik Pilgermann und David Benzin

Die Feldtage des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) haben planmäßig begonnen. Start war in dieser Woche in Großenstein (Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen) sowie in Friemar (Pflanzenschutz und Düngung). Allerdings musste das Landesamt für Landwirtschaft auf die Coronasituation reagieren. Und so bieten die Fachleute des Landesamtes mit den Mitarbeitern der Versuchsstationen in diesem Jahr Online-Feldtage auf.

Damit hat die Behörde und einzige landwirtschaftliche Forschungs- und Versuchseinrichtung in Thüringen Neuland betreten. Und es ist ihr gelungen! Mit großem Aufwand wurden Videos erstellt. Fotos bilden die Versuchsanordnungen ab und dokumentieren Ergebnisse. Daneben finden sich Fachvorträge und Präsentationen, damit Praktiker detaillierte und umfassende Informationen erreichen.


Premiere: Die Thüringer Feldtage
des TLLLR online – Schauen Sie rein!

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Video (c) TLLLR

Zum Auftakt hieß es, die Stärke des Thüringer Versuchswesens sei seine Präsenz in vielen Regionen des Landes. Neben den Versuchsstationen gibt es zahlreiche Partnerbetriebe in der Praxis. Dies ermögliche es, auch Nischen- und Sonderkulturen, die regional neue Einkommensmöglichkeiten eröffnen, zu testen. Neben Dinkel oder Durum kämen Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen in Frage. Auch Öllein und Hanf lockerten die Fruchtfolgen auf, erhöhten die Attraktivität des Landschaftsbildes und böten Insekten Nahrungsangebote.

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Bei den Versuchen zu Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen, die in Thüringen auf über 1.000 ha angebaut werden, stehen Lösungen rund um den Pflanzenschutz, zur Düngung oder neue Aussaatverfahren im Mittelpunkt. Der Online-Feldtag informiert beispielsweise über den Herbizideinsatz in Herbst- und Frühjahrskamille, Melisse und Pfefferminze –  jeweils mit variierten Applikationsterminen. Es gibt Versuche zum Fungizid- und Wachstumsreglereinsatz in Kamille. Diskutiert werden die problematischen Perspektiven für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Für noch junge Kulturen wie Kapuzinerkresse und Blaue Malve fehlen Grundlagen für eine fundierte Berechnung des Düngebedarfs, womit die Düngeverordnung ins Spiel kommt (zum Feldversuchsführer Großenstein).

Letztere nimmt beim umfangreichen Online-Feldtag in Friemar zum Pflanzenschutz und zur Düngung breiten Raum ein. So finden sich Ergebnisse von N-Düngeversuchen in Winterweizen, Wintergerste, Durum oder Raps.

Videos gegen etwa Auskunft zur Feldmaussituation in Thüringen, zur Unkrautbekämpfung in Ackerbohnen oder zur Kombination von mechanischer und chemischer Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben (Hacke mit Bandspritzanlage).

Zudem sind Vorträge hinterlegt, etwa zur Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz in Winterweizen (zum Feldversuchsführer Friemar).


Novellierung der Düngeverordnung

Finden Sie hier die Zusammenstellung der wichtigsten Neurregelungen. Betroffen sind die Düngerbedarfsermittlung, die Aufzeichnungspflichten und die Bemessung der N-Gabe aus organischem Stickstoffdünger. Informieren Sie sich auch zu Gewässerabständen, zur Herbstdüngung und zu den neuen Sperrfristen. Ebenso von den Neuregelungen betroffen sind die Gebiete innerhalb der Nitratkulisse.



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Bandspritze in Zuckerrüben

In Friemar wird ein Versuchsprojekt mit einer 18-reihigen Rübenhacke mit 45 cm Reihenabstand durchgeführt. Die Hacke ist unter anderem mit einem Kamerasystem ausgestattet. Hinzu kommt eine Bandspritzeinrichtung. Das Ziel dieser Technik ist eine deutliche Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln.


Unkrautbekämpfung in Futtererbsen

Auch in Futtererbsen kann die Unkrautbekämpfung mit Herbiziden oder mechanisch erfolgen. Bei Trockenheit kommen die Bodenwirkstoffe an ihre Grenzen. Bei lückigen Beständen besetzen die Unkräuter die Fehlstellen.


Unkraut in Ackerbohnen BEKÄMPfen

Die Unkrautbekämpfung in Ackerbohnen kann chemisch und mechanisch erfolgen. Alle Verfahren haben Stärken und Schwächen. Bestandesdichten und Wasserverhältnisse zeigen die Grenzen der verschieden Verfahren auf.

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Bekämpfung von (resistentem) Ackerfuchsschwanz
in Winterweizen

Ackerbauliche Maßnahmen wie Saattermin, Walzen und der Einsatz von Striegeln vor der Aussaat können in Winterweizen Ackerfuchsschwanz zurückdrängen und bekämpfen. Sie sind wichtige Bausteine des Resistenzmanagements.


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Aktuelles zum Feldmausbefall

Nicht nur am Versuchsstandort in Friemar tritt in diesem Jahr intensiver Feldmausbefall auf und kann sich noch aufschaukeln. Die Bekämpfung gestaltet sich aufgrund der starken Beschränkungen von zinkphosphidhaltigen Rodentiziden sehr schwierig.


Das TLLLR wird in den nächsten Wochen weitere Juni-Feldtage rund um ihre geplanten Termine online präsentieren. Die nächsten sind der Ökolandbau-Feldtag in Mittelsömmern bei Dr. Ralf Marold, die Sortenversuche in den Stationen oder der Durum-Feldtag Ende Juni in Friemar. 


Die Materialien zu den Feldversuchen

Diese Ackergrasfläche bei Cölpin, Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, war schon in der vorigen Woche schnittreif. Foto: Thomas Blumstengel

Online-Feldversuchsführer Friemar

Im Feldversuchsführer werden zur Düngung sechs Versuche zu N, P und K präsentiert. Zum Pflanzenschutz stehen neun Versuche zu UKB, Funigzid und Wachstumsregler bereit. mehr


Online-Feldversuchsführer Großenstein

In Thüringen werden auf über 1.000 ha Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen angebaut. Der Feldversuchsführer gibt einen Überblick zu Lösungen rund um den Pflanzenschutz, Düngung und neue Aussaatverfahren. mehr


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