Zuckerrübenanbau

23.05.2017

© Sabine Rübensaat

Die Zuckerrübenanbauer in der Europäischen Union sehen sich angesichts des Auslaufens der bisherigen Zuckermarktordnung in der Vermarktungssaison 2017/18 vor große Herausforderungen gestellt. Wie die Internationale Vereinigung Europäischer Rübenanbauer (CIBE) anlässlich ihrer Mitgliederversammlung im britischen Newmarket erklärte, werden der Wettbewerbsdruck und die Marktrisiken als Folge von voraussichtlich starken Preisschwankungen steigen.


Der Anbau für die kommende Zuckerrübenernte in der EU sei im Vergleich zu 2016 um 17 % ausgedehnt worden. CIBE-Präsident Bernhard Conzen betonte, dass sich die Verhandlungsposition der Landwirte verschlechtert habe. So sei das Risiko gestiegen, dass sich die Wertschöpfung von den Anbauern auf die Rübenverarbeiter verlagert. Damit liefen die Bauern Gefahr, zu einer „Anpassungsvariablen in der Angebotskette“ zu werden. „Einerseits sollten sich die Zuckerunternehmen mit fairen Kontraktbedingungen und Handelspraktiken an die neue Situation anpassen, um kurzfristig unwirtschaftlichen Einkommen und mittelfristig opportunistischem Verhalten der Rübenanbauer vorzubeugen“, forderte Conzen. Auf der anderen Seite sprach er sich für eine EU-Agrarpolitik aus, die für Markttransparenz und ein angemessenes Risikomanagement-Instrumentarium sorgt, um Unterinvestitionen und „nicht nachhaltige Situationen“ langfristig zu vermeiden.


CIBE begrüßte unter anderem die Empfehlungen der „Task Force Agrarmärkte“ (AMTF) und des Europaparlaments mit Blick auf die Bekämpfung unfairer Handelspraktiken und die Schaffung von Markttransparenz. Außerdem unterstützt die Vereinigung Pläne der Kommission, ein sektorspezifisches Risikomanagement-Instrumentarium auf privat-öffentlicher Basis einzurichten. „Wir haben viel Arbeit vor uns“, resümierte Conzen. Die Situation sollte nicht erschwert werden durch weitere Zugeständnisse für den Marktzugang von Drittländern wie Mexiko und die Mercosur-Staaten.


Auch warnte er vor einem Ausstieg aus der Produktion von Bioethanol aus Zuckerrüben und vor übereilten und ungerechtfertigten Entscheidungen bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. So würde ein Verzicht auf die Saatgutbeizung mit Neonikotinoiden den heute nachhaltigen Zuckerrübenanbau um 20 Jahre Entwicklungszeit zurückwerfen.

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