Wolfsfreie Zonen

26.11.2018

© Sabine Rübensaat

Die Ausweisung „wolfsfreier Zonen“ auf Gemeindeebene, die zum Schutz von Weidetieren vielfach gefordert werden, ist rechtlich unzulässig. Zu diesem Ergebnis ist der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages in einem kürzlich vorgelegten Gutachten gekommen, das die agrarpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Linken, Kirsten Tackmann, in Auftrag gegeben hatte. „Wolfsfreie Zonen“ widersprechen demnach der Flora-Fauna-Habitat-(FFH-)Richtlinie der EU. Darüber hinaus sehe das Bundesnaturschutzgesetz Ausnahmen vom konsequenten Schutz der Wölfe nur in Einzelfällen vor. 

 

Tackmann nahm die Ergebnisse  des Wissenschaftsdienstes als Begründung dafür, den Ruf des Bauernbundes Brandenburg nach der Einrichtung „wolfsfreier Zonen“ in dem Bundesland als „Populismus auf Kosten der Weidetierhaltungen“ zu kritisieren. Die Diskussion sei eine „Jagd auf Pappkameraden“, die nur von der dringend notwendigen Debatte ablenke, dass in Brandenburg „endlich ein Rechtsanspruch auf Unterstützung bei Herdenschutzmaßnahmen gebraucht wird und eine angemessene Schadensregulierung“. Die Linken-Politikerin forderte bundeseinheitliche und vollumfänglich finanzierte Herdenschutzmaßnahmen. Zudem sei eine Agrarpolitik nötig, die die Weidetierhaltung als gesellschaftlich wichtige Arbeit wertschätze. 

 

Die Hoffnung, dass durch Herdenschutzmaßnahmen eine Koexistenz von Wolf und Weidetier möglich ist, wird in der landwirtschaftlichen Praxis allerdings nicht geteilt. Vergangene Woche rief auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) die Politik dazu auf, die Entnahme von Problemwölfen durch eine zügige Anpassung des EU-Rechts zu erleichtern. Nach Angaben des BDM stellen die Rasanz, mit der die Wolfspopulation wächst, sowie die Lernfähigkeit der Tiere die Weidetierhalter vor große Probleme. Ein wirksamer Herdenschutz sei oft unmöglich. Zudem habe es bereits Übergriffe auf vorbildlich geschützte Herden gegeben. 

 

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern richtete den Blick in der vergangenen Woche ebenfalls auf Problemwölfe. Es werde eine Wolfsverordnung gebraucht, die auf praxistauglichen Kriterien beruhe und den Abschuss genau regle. 

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr