Wolf wird zur Chefsache

13.05.2019

© Sabine Rübensaat

Der Wolf wird in der Bundesregierung zur Chefsache. Wie aus Medienberichten hervorging, will nun das Bundeskanzleramt eine Lösung für den Umgang mit dem Wolf finden. Damit reagiert es auf den seit Monaten schwelenden Streit zwischen dem Bundeslandwirtschafts- und dem Bundesumweltministerium. Während das Umweltressort eine Naturentnahme von Wölfen erst dann erlauben will, wenn ein Tier nachweislich Weidetiere gerissen hat, hält das Landwirtschaftsministerium unter bestimmten Voraussetzungen eine präventive Tötung für notwendig, wenn Wölfe zu einer Bedrohung für Weidetiere und Menschen geworden sind. Das Kanzleramt will nun schlichten. Der Bundesrat indes verzichtete auf eine Positionierung in diesem Bereich. In seiner Sitzung vertagte der Agrarausschuss der Länderkammer eine Stellungnahme zu einer themeneinschlägigen Vorlage.

Wie dringend neue Beschlüsse zum Thema „Wolf“ mittlerweile sind, zeigte derweil der Deutsche Jagdverband (DJV). Er wies zum „Tag des Wolfes“ am 30. April darauf hin, dass die Zahl der Nutztierrisse durch Wölfe im Jahr 2017 stark gestiegen sei. Bundesweit seien offiziell gut 470 Angriffe auf Nutztiere registriert worden, bei denen mehr als 1.660 Schafe, Ziegen, Pferde und Rinder getötet worden seien. Dies habe einer Steigerung von 55 % zum Vorjahr entsprochen, was mit der stark wachsenden Population des Raubtieres zu tun habe. Der DJV schätzt die Zahl der Wölfe in Deutschland inzwischen auf mehr als 1.000 Tiere.

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