Wenig Wirkung bei Betriebsgrößenstaffelung

30.04.2014

Karikatur © Lothar Schneider

Karikatur

Im Mittelpunkt der Analyse des Hallenser Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) standen die Auswirkungen der zusätzlichen Förderung kleiner Betriebe und der Junglandwirte im Rahmen der reformierten EU-Agrarpolitik. Die Autoren Prof. Dr. Alfons Balmann und Dr. Christoph Sahrbacher wiesen im Ergebnis der Studie darauf hin, dass die pauschale Begünstigung von kleineren Betrieben und Hofnachfolgern zwar die Überlebenswahrscheinlichkeit kleinerer und wenig rentabler Betriebe durch Anreize zur Fortführung leicht erhöht; wirklich verbesserte Entwicklungsmöglichkeiten dadurch jedoch kaum entstehen. Zum einen verfügten selbst kleinere Neben- und Haupterwerbsbetriebe in den westlichen Bundesländern trotz ihrer geringen Rentabilität zumeist über eine hohe Eigenkapitalausstattung. Zum anderen konkurrierten sie mit anderen kleineren und mittleren Betrieben, die sich in einer ähnlichen Situation befänden, sodass die Zusatzzahlungen der aus EU-Kasse in Form höherer Pachtpreise und einer Strukturkonservierung verpufften.

 

In den ostdeutschen Bundesländern führen kleinere Betriebe nach Angaben der Hallenser Agrarökonomen ohnehin nur ein Nischendasein innerhalb eines von recht großen Familienunternehmen und juristischen Personen dominierten Sektors. Insofern hielten sich die Auswirkungen hier natürlichermaßen in sehr engen Grenzen. Umgekehrt bereiteten die Zahlungseinbußen größerer Betriebe diesen auch kaum schwerwiegende langfristige Nachteile, da diese vor allem mit anderen größeren Unternehmen konkurrierten, die ebenfalls von Zahlungseinbußen betroffen seien, so Balmann und Sahrbacher.

 

Zudem bestätigten die Wissenschaftler in ihren Untersuchungen die agrarpolitisch bereits viel diskutierte Tatsache, dass sich wegen der innerhalb Deutschlands regional sehr unterschiedlichen Agrarstruktur erhebliche Umverteilungen von Direktzahlungsmitteln von Ost- nach Süddeutschland ergeben.

 

Insgesamt sind die neuen Verteilungsprinzipien nach Einschätzung der Wissenschaftler politisch bedenklich, da hierdurch falsche Signale gesetzt und längst überfällige Reformen erschwert werden. Die Leistungsträger der heutigen und insbesondere der zukünftigen Landwirtschaft profitierten von den Beschlüssen nicht, so Balmann und Sahrbacher.

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