Weide für alle?

07.05.2015

© Sabine Rübensaat

Gespräche für gemeinsame Strategien in Europa zum Thema Tierschutz.

Zusammen mit seinen Amtskollegen Dan Jørgensen aus Dänemark und Sharon Dijksma aus den Niederlanden sprach sich Christian Schmidt für mehr Tierschutz in der Schweinehaltung aus und forderte die EU-Kommission auf, für verbesserte Haltungsbedingungen auf europäischer Ebene zu sorgen. Wie das Berliner Agrarressort weiter mitteilte, geht es den drei Ministern vor allem um das Reduzieren des Schwänzekupierens, den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration und die Sauenhaltung.


Ausdrücklich betonte Schmidt die Bedeutung einer gemeinsamen, abgestimmten Tierschutzstrategie in Europa: „Wenn wir mehr Tierwohl erreichen wollen, dürfen wir mit unserer Politik nicht vor Ländergrenzen haltmachen. Denn unsere Märkte sind durch Warenströme auch in der Tierhaltung eng miteinander verbunden.“ Die Nutztierhaltung sei in Deutschland, ebenso wie in den Niederlanden und in Dänemark, ein wesentliches Standbein der Landwirtschaft, was auch so bleiben solle, erklärte Schmidt. Mit fundierten Maßnahmen könnten jedoch die Haltungsbedingungen weiter verbessert werden.


Gemeinsames Ziel der Länder sei es, innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens echte Verbesserungen für die Tiere zu erreichen, ohne die Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren. „Nutzen wir die Chance, Tierwohl, ,made in Europe‘ zum echten Markenzeichen im internationalen Wettbewerb auszubauen“, so Schmidt.


Auffällig laut bekräftigte der Deutsche Tierschutzbund im Umfeld des Kopenhagener Agrarministertreffens seine Forderung nach einem sofortigen Ende der betäubungslosen Ferkelkastration. Die in Deutschland geltende Übergangsfrist  bis 2019 sei zu lang, denn die Kastration mit effektiver Betäubung längst möglich, und bei der Ebermast oder der Impfung gegen möglichen Ebergeruch könne ganz auf einen chirurgischen Eingriff verzichtet werden. Daher müsse der Gesetzgeber entschlossen handeln und ein sofortiges Verbot der betäubungslosen Kastration in Deutschland und in der EU durchsetzen. Daneben sei aber auch der Handel in der Pflicht. „Wer mit Fleisch sein Geld verdient, der hat auch die ethische Verantwortung, gesellschaftliche Mindeststandards einzuhalten“, so Tierschutzbund-Präsident Thomas Schröder. Der Handel müsse dafür sorgen, dass die Produkte von unbetäubt kastrierten Ferkeln aus dem Sortiment genommen werden.

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