Warenterminhandel an die Kette gelegt

25.04.2014

© Lothar Schneider

Karrikatur

Straßburg. Das Europaparlament gibt grünes Licht für eine strengere Regulierung des Warenterminhandels unter anderem mit Agrarprodukten. Das Plenum stimmte mehrheitlich für einen Kompromiss zur Reform der EU-Finanzmarktrichtlinie (MiFID), den seine Unterhändler im Januar mit Rat und Europäischer Kommission gefunden hatten.

Insbesondere werden die zuständigen Behörden ermächtigt, die Anzahl der gehandelten Kontrakte oder Positionen zu begrenzen. Damit sollen eine ordentliche Preisbildung sichergestellt und Marktverzerrungen beziehungsweise der Missbrauch der Instrumente verhindert werden. Geschäfte, die nachweislich der Risikoabsicherung dienen, sollen keinen Obergrenzen unterliegen. Grundsätzlich soll der Wertpapier- und Kapitalhandel künftig ausschließlich auf geregelten Marktplätzen wie Börsen stattfinden. Börsenähnliche Handelsplätze müssen aufgelöst oder in transparente Strukturen überführt werden. Darüber hinaus wird der Hochfrequenzhandel, mit dem in Sekundenbruchteilen Milliarden Euro verschoben werden können, mit Auflagen belegt.

Der Rat dürfte die Bestimmungen im Laufe der nächsten Wochen absegnen. Die Einigung auf die neue MiFID setzt die Beschlüsse der G20-Staaten zu angemessener Regulierung der Warenterminmärkte um. Hintergrund war die Nahrungsmittelpreiskrise 2008. Der damals beobachtete sprunghafte Anstieg der Weltmarktpreise wichtiger Grundnahrungsmittel wurde von vielen Seiten auch auf Spekulation und lasche Finanzmarktkontrolle zurückgeführt.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt begrüßte die Annahme der EU-Finanzmarktrichtlinie durch das Hohe Haus. Damit sei man im Kampf gegen die exzessive Spekulation mit Nahrungsmitteln einen entscheidenden Schritt vorangekommen, erklärte er in Berlin. Die neue Richtlinie werde die nützlichen Eigenschaften von Agrarterminmärkten stärken und schädlichen Aktivitäten Grenzen aufzeigen.     

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