Wald-Wildwuchs

30.05.2013

© Sabine Rübensaat

Abgeknickter Baum

 

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat sich zu dem Ziel bekannt, fünf Prozent der deutschen Wälder einer uneingeschränkt natürlichen Entwicklung zu überlassen. Damit bekräftigte die Kanzlerin in ihrem Video-Podcast am 18. Mai eines der zentralen Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie. Es solle im Jahr 2020 erreicht sein, erklärte Merkel.

Kalkulierte Wildnis

Die Bundesregierung unterstütze den Gedanken, dass ein geringer Teil der Wälder sich völlig frei entwickeln kann, dass also „daraus wieder Wildnis wird“. Das Vorhaben sei „nicht immer unumstritten“. Es sei aber außerordentlich wichtig, wenn es darum gehe, „Menschen mit unserer Natur vertraut zu machen“. Ausdrücklich hob die Bundeskanzlerin außerdem den Beitrag der östlichen Bundesländer zum Naturschutz hervor. Nach der Wiedervereinigung sei hier „sehr viel getan worden, um die natürliche Vielfalt zu erhalten und zu pflegen“. Die Länder seien insoweit „vorbildhaft für den Naturschutz“.

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen begrüßte das Bekenntnis der Bundeskanzlerin zu dem Ziel, fünf Prozent der Waldfläche einer natürlichen Entwicklung zu überlassen. Nun müssten sich die Unionsparteien überall dort, wo sie regieren, konstruktiv in die Debatte darüber einbringen, wie und auf welchen Flächen dieses Ziel umzusetzen sei, forderten die Vertreter der Grünen-Fraktion.

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) nahm den Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt am vorigen Mittwoch zum Anlass, die Bedeutung der Waldnutzung für den Umweltschutz hervorzuheben. Einseitige Forderungen zur Stilllegung von Wäldern seien „fehl am Platz“.

Wildnisidee ist überholt

Die Ankündigung von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, fünf Prozent der deutschen Wälder aus der Nutzung zu nehmen, hat auch Kritik der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Waldbesitzerverbände (AGDW) ausgelöst. Eine Trennung von Wirtschaft und Biodiversität sei ein seit vielen Jahrzehnten überholtes Konzept und auch wissenschaftlich nicht haltbar, erklärte AGDW-Präsident Philipp Frhr. zu Guttenberg Ende vergangener Woche. Viele Studien belegten, dass eine pauschale Stilllegung von Waldfläche sogar ökologisch äußerst fragwürdig sei und die gesellschaftlichen Kosten, etwa der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen, dieser „Wünsch-Dir-Was-Denke“ entgegenstünden.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr