Von wegen Schwindel!

03.05.2017

Abbildung: Aus „Der Spiegel“, 18/2017

Die Initiative Tierwohl (ITW) wehrt sich gegen einen Bericht in der aktuellen Ausgabe des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, in dem Mitgliedsbetrieben der Initiative die Haltung von Schweinen unter gesetzeswidrigen Bedingungen nachgesagt wird. Als Beweismittel zieht „Der Spiegel“ von der Tierrechtsorganisation Peta bei Stalleinbrüchen angefertigtes Filmmaterial heran. Im Vorabdruck bei Spiegel-Online war unter der Überschrift „Der große Bluff“ davon zu lesen, dass die Tierwohlinitiative nicht funktioniere und ein Manöver der Verbrauchertäuschung sei.


Ganz anders sieht das die Initiative Tierwohl selbst. Unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe habe sie Sonderaudits in den drei ihr bekannten Betrieben durchführen lassen, wobei unabhängige Zertifizierungsstellen die Einhaltung der gesetzlichen Tierschutzvorschriften und der Tierwohlkriterien überprüft hätten. Diese Betriebe haben die Sonderaudits, wie auch alle Audits davor, laut ITW bestanden. Zwei Betriebe seien zusätzlich durch die zuständigen Veterinärämter kontrolliert worden, und auch dort sei die Einhaltung der Tierschutzvorschriften gemäß der deutschen Nutztierhaltungsverordnung bestätigt worden. Einer der betroffenen Betriebe habe zum Zeitpunkt der Filmaufnahmen noch nicht einmal an der Initiative Tierwohl teilgenommen.


ITW-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs wies zudem darauf hin, dass die ITW 2016 insgesamt 41 Sonderaudits bei Verdacht auf Tierschutzverstöße veranlasst habe. Lediglich drei Betriebe hätten diese nicht bestanden und seien ausgeschlossen worden. Seit diesem Jahr gebe es jährlich zwei Kontrollen der Schweinehalter. Seit dem Start der Initiative vor zwei Jahren gab es bereits 8 368 Überprüfungen. Diese hätten 97 % der Halter bestanden. Dies zeige, so Hinrichs, dass der allergrößte Teil der über 3 400 ITW-Teilnehmer gewissenhaft und sorgfältig arbeite. Mit dem engmaschigen Prüfsystem werde bestmöglich sichergestellt, dass die Anforderungen umgesetzt würden. Die Verantwortung für die Einhaltung der gesetzlichen Tierschutzanforderungen und der vereinbarten Tierwohlkriterien liege aber letztlich bei den Tierhaltern.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr