UN-Forscher warnen vor Versalzung

11.11.2014

© Thomas Tanneberger

Kein Rest eines Düngerhaufens: Großflächige Versalzungen in einem Landwirtschaftsbetrieb im Rayon Karasuk, Oblast Novosibirsk, Russland.

Ein Fünftel der weltweit künstlich bewässerten, insgesamt 310 Mio. ha großen Ackerfläche ist versalzt – rund 62 Mio. ha oder ein Gebiet von der Größe Frankreichs. Das geht aus Untersuchungen der Universität der Vereinten Nationen (UNU) hervor. Ein Forscherteam um Manzoor Qadir vom UNU-Institut für Wasser, Umwelt und Gesundheit in Hamilton, Kanada, schätzt den daraus entstandenen Schaden gemessen an den Ertragsverlusten auf wenigstens 27 Mrd. $ (21,2 Mrd. €) beziehungsweise auf 441 $ (347 €)/ha. Als besonders betroffen identifizierten die Forscher das Becken des Aralsees, die Einzugsgebiete des Gelben Flusses in China und des Ganges in Indien sowie das San-Joaquin-Tal im US-Bundesstaat Kalifornien. „Wir können es uns nicht leisten, die Produktivität versalzener Böden nicht wiederherzustellen“, betonte Qadir vor dem Hintergrund eines geschätzten Bevölkerungswachstums auf neun Milliarden Menschen bis 2050. In der Studie, die im UN-Journal „Natural Resources Forum“ veröffentlicht wurde, errechnen die Wissenschaftler die Produktivitätsverluste und stellen die Kosten des Nichtstuns dem Nettonutzen von Vorsorge- bzw. Wiederherstellungsmaßnahmen gegenüber.


Die Forscher heben hervor, dass die Erträge von bewässerten, aber nicht versalzten Flächen seit 1990 gestiegen seien. Deshalb würden die Kosten in den von Versalzung betroffenen Gebieten eher unterschätzt. Nicht berücksichtigt worden seien darüber hinaus Kostenkomponenten wie die Verschlechterung der Infrastruktur, Bodenwertverluste sowie soziale Kosten und Umweltprobleme. Als Wege, um die Versalzung umzukehren, empfehlen die Forscher Aufforstungsmaßnahmen, Tiefpflügen, Mulchen, den Anbau salztoleranter Kulturen sowie die Anlage von Entwässerungsgräben um das betroffene Stück Land. Dazu brauche es allerdings politischen Willen.

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