Umweltministerkonferenz in Brandenburg

11.05.2017

© Holger Brantsch

Übergabe der Forderungen der Bauernverbände an die Umweltministerkonferenz.

Es gibt beim Wolfsbestand in Deutschland noch „Luft nach oben“, aber es sind auch klarere Regeln zum Umgang mit dem Raubtier nötig. Das ist, etwas verkürzt, der Standpunkt der Umweltminister, wie sie ihn bei ihrem Zusammentreffen  in Bad Saarow festgehalten haben. Der Erhaltungszustand der Art Wolf in Deutschland verbessere sich, sei aber noch keinesfalls als gut zu bezeichnen.

 

Regeln sind nötig


Um beim praktischen Schutz weiterzukommen, sprachen sich die Ressortchefs dafür aus, schnellstmöglich klare Vorgaben zum Umgang mit dem Raubtier zu schaffen. Dazu zählen sie vor allem Fragen zum Umgang mit Problemwölfen, des Managements sowie der Schadensregulierung.


Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus berichtete, dass sich die Umweltminister von Bund und Ländern deshalb auf die Einberufung einer länderoffenen Arbeitsgruppe unter Federführung Brandenburgs und mit Beteiligung des Bundes geeinigt haben. Sie hat laut Brandenburger Agrarressort den Auftrag, sich mit den Themen „Günstiger Erhaltungszustand des Wolfs“ und „Definition und Umgang mit Problemwölfen“ zu befassen. Ihr Bericht soll zur nächsten Umweltministerkonferenz in Potsdam vorliegen. Die Klärung offener Fragen zum Wolfsmanagement bezeichnete Backhaus in Bad Saarow als „absolute Chefsache“. Er sicherte deshalb die Beteiligung Mecklenburg-Vorpommerns an der Arbeitsgruppe zu. Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Prof. Claudia Dalbert sprach sich für eine gründliche Bestandsaufnahme aus: Bevor man anfange, über den Schutzstatus von Wölfen zu diskutieren, müsse man erst einmal wissen, wie es um den Erhaltungszustand dieser streng geschützten Tierart tatsächlich bestellt sei.

 

Verbände in Aufruhr


Am Rande der UMK machten die deutschen Weidetierhalter ihre Forderungen nach einem wirksameren Schutz ihrer Tiere vor dem Wolf auf. Bei der Übergabe einer entsprechenden Erklärung an Vertreter der Konferenz forderte der Präsident des Landesbauernverbandes (LBV) Brandenburg, Hendrik Wendorff, im Namen von sechs betroffenen Branchenverbänden die Umweltminister dazu auf, sich der Ausbreitung des Wolfes endlich ernsthafter zu widmen und Entscheidungen zum Schutz der Weidetiere zu treffen. Laut Wendorffs Amtskollegen aus Sachsen-Anhalt, Olaf Feuerborn, sorgt die Ausbreitung des Wolfs für erhebliche Konflikte in der Nutztierhaltung, aber auch im ländlichen Raum insgesamt.


In der Erklärung der sechs Verbände, zu denen neben dem DBV auch die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) gehört, fordern die Unterzeichner volle Transparenz über die Zahl der Wölfe in Deutschland und
ein wirksames Wolfsmanagement. Forderungen vonseiten des Naturschutzes, nach denen sich die Tierhaltung auf der Weide den neuen Gegebenheiten anzupassen hätten, weisen sie als „nicht akzeptabel“ zurück. Weite Teile Deutschlands könnten schon aufgrund landschaftlicher Gegebenheiten nicht wolfssicher eingezäunt werden, weswegen man die Ausbreitung bremsen müsse.

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