Tierzahlen stark gesunken

11.07.2017

© Thomas Tanneberger

Seit 2010 haben 28 % der Milchbauern mit dem Melken aufgehört.

In Deutschland halten immer weniger Landwirte Rinder oder Schweine. Das geht aus den Ergebnissen der jüngsten Viehbestandserhebung hervor, die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlicht wurden. Demnach gab es zum Stichtag am 3. Mai 2017 noch 23 800 Betriebe in Deutschland, die mehr als die von der Erfassungsgrenze geforderten 50 Schwei­ne oder zehn Zuchtsauen im Stall hatten. Innerhalb eines Jahres haben rund 700 Schweineproduzenten beziehungsweise 2,9 % die Erzeugung aufgegeben.


Besonders stark war die Aufgaberate mit 6,7 % bei den Zuchtsauenhaltern; deren Zahl verringerte sich auf nur noch 8 400 Betriebe. Im Jahr 2010 gab es noch rund 15 900 Höfe mit Sauenhaltung in Deutschland, sodass sich seitdem die Zahl der Erzeuger mit diesem Produktionszweig fast halbiert hat.


Bei den Schweinemästern haben dagegen in den vergangenen sieben Jahren „nur“ knapp 30 % die Erzeugung eingestellt. Der Schweinebestand nahm den Wiesbadener Statistikern zufolge zuletzt nur moderat ab. Im Mai 2017 gab es 27,1 Millionen Schweine in Deutschland; das waren 0,2 % weniger als zwölf Monate zuvor. Nach Angaben der Statistiker schrumpfte die Zuchtsauenherde im Vorjahresvergleich um 1,2 % auf 1,89 Millionen Tiere; zudem nahm die Zahl der Ferkel um 2,6 % auf 7,89 Millionen Stück ab.


Der durchschnittliche Schweinebestand je Halter erhöhte sich gegenüber Mai 2016 um 31 Stück auf 1 139 Tiere. Die mittlere Sauenherde zählte im Mai des laufenden Jahres 225 Muttertiere; das waren zwölf mehr als ein Jahr zuvor.


Rückläufig war den Daten der Statistiker zufolge die Entwicklung bei den Erzeugern von Milch und Rindfleisch. Die Zahl der rinderhaltenden Betriebe hat im Vergleich zum Mai 2016 um 4 214 oder 2,8 % auf 143 705 Unternehmen abgenommen. Dabei haben überdurchschnittlich viele Milcherzeuger die Produktion eingestellt; die Zahl dieser Betriebe ist im Vorjahresvergleich um 3 983 oder 5,6 % auf 67 319 zurückgegangen. Seit 2010 haben 26 180 Milchbauern oder 28 % mit dem Melken aufgehört. Weniger stark war der Schwund in der gleichen Zeitspanne dagegen bei den Haltern von Ammen- und Mutterkühen, deren Zahl um 6 413 oder 11,3 % auf 50 065 Betriebe sank. Deutlich weniger Landwirte hatten zudem männliche Rinder mit einem Alter von ein bis zwei Jahren auf dem Hof. Gegenüber 2010 sank ihre Zahl um ein Fünftel.

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