Tierwohllabel sollte bald kommen

05.12.2016

© Sabine Rübensaat

Da viele Verbraucher ihre Kaufentscheidung von artgerechten Tierhaltungsverfahren abhängig machen, sollte die Einführung einer staatlichen Produktkennzeichnung für Fleisch und Milch recht bald in Erwägung gezogen werden. So lautet das Fazit eines Gutachtens von Agrarökonomen um Prof. Dr. Ulrich Hamm von der Universität Kassel, die mit Unterstützung der Landesbeauftragten für Tierschutz Baden-Württembergs die Zahlungsbereitschaft von Verbrauchern für artgerechte Tierhaltung untersucht haben.


Bei ihrer Analyse von 53 empirischen Verbraucherstudien stellten Hamm sowie die Koautoren Dr. Meike Janssen und Manika Rödiger fest, dass ein nennenswerter Teil der Verbraucher positive Einstellungen zu artgerechten Tierhaltungsverfahren hat und auch bereit ist, für Produkte aus entsprechenden Haltungsverfahren einen höheren Preis zu zahlen. So habe sich anhand der geprüften empirischen Studien gezeigt, dass die Bürger eine Linie zwischen dem Tierwohl landwirtschaftlicher Nutztiere und den spezifischen Haltungsaspekten Freilandzugang und Stallgestaltung zögen. Es habe allerdings auch Hinweise darauf gegeben, dass die Verbraucher Schwierigkeiten bei der Identifikation von Produkten mit verbesserten Tierwohlstandards haben.


Insgesamt bestätigten die untersuchten Studien ferner die positive Einstellung der Verbraucher bezüglich einer klaren Kennzeichnung, so die Autoren des Gutachtens. Sie verweisen in diesem Zusammenhang auf die guten Erfahrungen, die mit einem staatlichen Kennzeichnungssystem in der Legehennenhaltung beziehungsweise bei der Eierkennzeichnung gemacht wurden.

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