Tierwohlinitiative ändert Strategie

11.01.2018

© Sabine Rübensaat

Die Verbraucher in Deutschland sollen bei Geflügelfleisch künftig erkennen können, ob es nach den Standards der Initiative Tierwohl (ITW) erzeugt wurde oder nicht. Voraussichtlich ab ­April 2018 könne unbehandeltes Geflügelfleisch aus Betrieben, die an der Initiative teilnehmen, mit deren Logo gekennzeichnet werden, kündigte ITW-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“ an. Bislang wurde das Fleisch aus der Produktion von teilnehmenden Höfen nicht gesondert gekennzeichnet.


Hinrichs wies darauf hin, dass die Zahl der Geflügelhalter, die an der Initiative Tierwohl teilnähmen, voraussichtlich drastisch steigen werde. In der zweiten Programmphase, die von 2018 bis 2020 laufe, dürfte die Initiative rund 70 % des Geflügels in Deutschland er­reichen; das sei doppelt so viel wie in der ersten Periode ab 2015. ­Hinrichs rechnet mit 510 Millionen Puten sowie Hähnchen bei 1.900 Mästern.


Bei Schweinen werde sich der Anteil der Tiere, die von Verbesserungen profitierten, 2018 ebenfalls verdoppeln, mit dann 23 % allerdings auf einem niedrigeren Niveau als bei Puten und Hähnchen, erklärte Hinrichs. Er geht von 26,4 Millionen Schweinen in knapp 4.200 Betrieben aus. Deshalb werde es bei Schweinefleisch auch weiterhin nur allgemeine Hinweise auf Packungen oder an Ladenregalen geben, die unter anderem den relativierenden Satz enthielten: „Diese Information bedeutet nicht, dass die erworbenen Produkte bereits vollständig aus teilnehmenden Betrieben der Initiative stammen.“ Der Geschäftsführer ging auch auf die unter anderem vonseiten des Deutschen Tierschutzbundes und des Bundeskartellamtes geäußerte Kritik an der Initiative Tierwohl ein. „Unsere Kritiker überbieten sich in einem Wettbewerb, wer am lautesten rufen und die schärfsten Forderungen aufstellen kann“, so Hinrichs. Die betreffenden Tier- und Verbraucherschutzorganisationen verspielten ihre Glaubwürdigkeit, wenn sie so weitermachten. „Wir dagegen liefern“, betonte der Geschäftsführer. Die Initiative Tierwohl könne in der Summe sehr viel mehr für die landwirtschaftlichen Nutztiere erreichen als diejenigen Akteure, die ihren Idealvorstellungen in winzigen Marktnischen nachhängen.

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