Tierhaltung

06.07.2018

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Mit einem Vorurteil müsse man zunächst aufräumen, so de Vries in der Aktuellen Stunde des Bundestags zum Nitrat-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH): Von zu viel Vieh in Deutschland könne keine Rede sein. Mit durchschnittlich 1,38 Großvieheinheiten pro Hektar sei der Tierbestand eher gemäßigt. Problematisch sei eher die regionale Verteilung, sagte de Vries. Die Nitrat-Problematik fokussiere sich straff auf die viehdichten Regionen im Nordwesten. Für de Vries steht daher außer Frage, dass Deutschland eine bessere Verteilung der Tiere braucht. Dies sei die Voraussetzung für „gesündere Böden“ und weniger Stickstoffeinträge ins Grundwasser und in die Luft.


Die SPD setzt nach den Worten ihres Agrarsprechers Rainer Spiering eher auf Lösungen zur Aufbereitung der Gülle und eine umweltverträgliche Nutzung des Trockensubstrats. Auch Vertreter der anderen Fraktionen haben in der Aktuellen Stunde Handlungsbedarf in der Düngepolitik unterstrichen. Die FDP-Obfrau im Ernährungsausschuss, Carina Konrad, forderte Erleichterungen für den Transport von Gülle aus Gebieten mit intensiver Tierhaltung in Ackerbauregionen. Infolge einer „überbordenden Bürokratie habe dort die Bereitschaft abgenommen, diese Nährstoffe aufzunehmen.“ Der agrarpolitische Sprecher der Grünen, Friedrich Ostendorff, geht davon aus, dass sich Deutschland auf dem Weg in ein neues EU-Vertragsverletzungsverfahren befindet. Eine Überarbeitung der Düngegesetzgebung sei unerlässlich. Die AfD sieht nach den Worten Wilhelm von Gottbergs die Lösung der Düngefrage in einer „Renationalisierung der Agrarpolitik“. Man könne nicht von der Landwirtschaft „alles Mögliche verlangen und sie gleichzeitig der Preiskonkurrenz des Weltmarkts aussetzen“.

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