Tiergesundheit: Auf der Hut sein

22.08.2014

© Lothar Schneider

Karikatur

Ein positives Zeugnis hat der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts
 (FLI), Prof. Thomas Mettenleiter, der deutschen Landwirtschaft in puncto Tiergesundheit ausgestellt. „Aus meiner Sicht ist der Gesundheits- und Hygienestatus grundsätzlich als gut zu bewerten“, sagte Mettenleiter. Ausdrücklich hob der FLI-Präsident den Stellenwert eines guten Managements hervor. Zwar verfüge man für bestimmte Bereiche über Instrumente, die zum Erhalt eines guten Status beitrügen, wie die Schweinehaltungshygieneverordnung. „Letztendlich hängt es aber immer vom Tierhalter ab, seinen Bestand entsprechend fachgerecht zu führen“, erklärte Mettenleiter. Entscheidendes Kriterium sei nicht die Größe der Bestände, sondern das Management. Dieses könne bei kleinen und großen Tierhaltungen gut oder schlecht sein.

Der „gelernte“ Biologe und Virologe, der seit 1996 die Leitung der damaligen Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere auf der Insel Riems innehat, geht von einer anhaltend hohen Bedrohungslage durch Tierseuchenerreger aus. In Zeiten des globalen Güter- und Reiseverkehrs könnten Erreger innerhalb von einem Tag aus jeder Region der Erde Deutschland erreichen. Ähnliches gelte für „alte Bekannte“ wie die Maul- und Klauenseuche oder die Klassische Schweinepest. Besonders aufmerksam beobachte man derzeit die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. Bei einer Einschleppung in deutsche Schweinebetriebe stünden nur rigorose Bekämpfungsmaßnahmen zur Verfügung. Einen Impfstoff werde es aller Voraussicht nach in absehbarer Zeit nicht geben. Während bei der Klassischen Schweinepest über „Impfen statt töten“ eine Alternative zur den tierseuchenrechtlich vorgeschriebenen Tötungsmaßnahmen eröffnet werden könne und es dazu tragfähige Konzepte und Impfstoffe gebe, bestehe diese Option bei der Afrikanischen Schweinepest nicht.

Mit den in diesem Jahr aufgetretenen Fällen in Litauen, Polen und Lettland sei die Seuche ein Stück näher an Deutschland herangerückt. Der Leiter des FLI-Instituts für molekulare Virologie und Zellbiologie schätzt das Risiko einer Einschleppung dieser Tierseuche durch illegales Verbringen und Entsorgen von kontaminiertem Material als hoch ein, ebenso das Eintragsrisiko durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Produkte. Eine weitere Ausbreitung der Schweinepest könne daher nicht ausgeschlossen werden, so Mettenleiter. „Wachsamkeit ist angezeigt“; dies gelte für Tierhalter ebenso wie für Tierärzte und Jäger.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr