Teurer Boden

24.09.2013

© Thomas Tanneberger

Die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) verzeichnet einen erneuten spürbaren Anstieg der Bodenpreise. Wie Geschäftsführer Dr. Wilhelm Müller gegenüber dem Presse- und Informationsdienst Agra-Europe berichtete, liegt der durchschnittliche Hektarpreis beim Verkauf landwirtschaftlicher Flächen der BVVG in diesem Jahr bislang schon bei mehr als 16 000 €/ha. Das entspricht einem Anstieg gegenüber 2012 von rund 18 %. Im letzten Jahr hatte die bundeseigene Gesellschaft im Schnitt 13 761 €/ha erlöst. Zwar sei der Anstieg durch einzelne größere und hochwertige Verkäufe beeinflusst worden, insgesamt lasse sich aber bereits jetzt sagen, dass der Preisanstieg in diesem Jahr höher ausfallen werde als 2012, so Wilhelm Müller.


Zurückhaltend äußerte er sich zu den Auswirkungen der Mitte des Jahres umgesetzten Anpassung der Privatisierungsgrundsätze. Hier sei es für eine abschließende Bewertung noch zu früh. Allerdings habe sich die Halbierung der maximalen Losgröße auf 25 ha bisher nicht merklich in den Preisen niedergeschlagen. Eine weitere Absenkung der Losgröße, wie sie von einzelnen Ländern ins Spiel gebracht wird, hält der BVVG-Geschäftsführer nicht für sinnvoll.

 

Weiterer Preisanstieg


Vor allem auf guten Standorten mit ohnehin vergleichsweise hohen Bodenpreisen stellt die BVVG nach Angaben ihres Geschäftsführers einen weiteren Preisanstieg fest, den man selbst so nicht erwartet habe. Müller wies darauf hin, dass sich die Rahmendaten für den Bodenmarkt nicht verändert hätten. Eine Ursache für den überdurchschnittlichen Zuwachs in diesem Jahr könne sein, dass das jährliche Angebot an BVVG-Flächen allmählich knapper werde. Der Umfang an frei werdenden Pachtflächen, der bislang bei etwa 30 000 ha und in Einzeljahren darüber gelegen habe, werde sich ab 2015 etwa halbieren. Investoren kaufen dem Geschäftsführer zufolge nach wie vor „eher selten“ Flächen der BVVG. Sie konzentrierten sich stattdessen auf den Erwerb ganzer Betriebe von deren Eigentümern. Man sei manchmal erstaunt, so Müller, „dass Unternehmen, die in der Vergangenheit nur mühsam ihre Pacht zahlten, offenbar problemlos Flächen von uns kaufen und bezahlen“. Das könnte seiner Einschätzung nach ein Indiz für den Einstieg von Geldgebern sein.

 

"Wir liegen im Soll"


Insgesamt hat die BVVG 2013 rund 24 000 ha landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) verkauft, davon gut 13 000 ha zum Verkehrswert. „Wir liegen im Soll und gehen davon aus, dass wir den geplanten Verkauf von rund 34 400 ha in diesem Jahr erreichen werden. Laut Müller hatte die BVVG bis Ende August gut 400 Mio. € erlöst.

Themen: BVVG, Agrarpolitik

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