Superabgaben: Kein Ventil am Milchmarkt

13.03.2014

© Sabine Rübensaat

Die Anpassung für die Fettkorrektur im Milchwirtschaftsjahr 2014/15 ist unwahrscheinlich.

Dass im Milchwirtschaftsjahr 2014/15 die Fettkorrektur angepasst wird, um eventuelle Strafzahlungen für Überlieferer am Milchmarkt zu vermeiden, wird immer unwahrscheinlicher. Beim jüngsten Sonderausschuss Landwirtschaft (SAL) bekräftigte die Europäische Kommission jedenfalls, einen solchen Vorschlag nur dann auf den Tisch zu legen, wenn gleichzeitig über eine Stärkung der Kriseninstrumente nach dem Quotenende gesprochen wird. Von etwa der Hälfte der Mitgliedstaaten ins Spiel gebracht wurden beispielsweise Erhöhungen der Referenz- oder Interventionspreise oder antizyklische Beihilfen. Das jedoch wird EU-Diplomaten zufolge von einer Sperrminorität, zu der auch Deutschland zählt, strikt abgelehnt. Eine andere Gruppe, angeführt von Frankreich und Polen, dürfte wiederum jeden Versuch vereiteln, zusätzliche Produktionsmöglichkeiten im letzten Quotenjahr ohne Gegenleistung in Form von mehr Regulierung zu schaffen.

Hintergrund der Haltung der Kommission könnte ein aktueller EU-Marktbericht sein, der die günstige Entwicklung des europäischen Milchmarkts in der jüngsten Vergangenheit beschreibt. Daraus geht hervor, dass der durchschnittliche Erzeugerpreis im Dezember 2013 trotz einer künftigen Erholung der Molkereianlieferungen im zweiten Halbjahr den neuen Höchststand von 40,4 €/100 kg erreichte; das waren 18 % mehr als ein Jahr zuvor. Für die Niederlande werden gar 44 €/100 kg genannt. Insgesamt übertrafen die Anlieferungen das Niveau von 2012 um 0,9 % in der alten EU 15, während sie in der EU 13 um 0,7 % zurückgingen. Deutschland gehört gemeinsam mit Dänemark, Irland und den Niederlanden zu den neun Mitgliedstaaten, die ihre Quote 2013/14 voraussichtlich überliefern und Strafe zahlen müssen.

Unterdessen beteuerte das European Milk Board (EMB) am Montag vergangener Woche erneut, dass die deutschen Milchbauern im Herbst 2013 trotz der vergleichsweise hohen Milchpreise und etwas nachgebender Produktionskosten keine Gewinne einfahren konnten. Laut Berechnungen des Büros für Agrarsoziologie & Landwirtschaft (BAL) hätten den durchschnittlichen Produktionskosten im Oktober von 44,12 ct/kg Milch in Deutschland nur Erlöse von 41,92 ct/kg gegenübergestanden. Im Gesamtjahr 2013 sei nur eine Kostendeckung von 87 % erreicht worden.

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