Studien zu GV-Soja gefälscht

09.02.2016

Sojabohne © Sabine Rübensaat

Im Juli 2015 legte der italienische Experte Federico Infascelli dem Senat seines Landes Untersuchungsergebnisse vor, die die Risiken von genetisch verändertem Soja dokumentieren. In drei Studien wollte der Tiermediziner wissenschaftliche Belege dafür gefunden haben, dass sich die eingefügten Gene aus verändertem Soja im Fleisch und in der Muttermilch von Nutztieren wiederfinden lassen. Zudem wies er nach, dass diese Transgene den Tieren schaden. Laut Süddeutscher Zeitung steht nun jedoch fest, dass die Studien gefälscht waren.


Aufgedeckt habe das die italienische Pharmakologin Elena Cattaneo, der in den drei Studien identische Fotos aufgefallen waren, die völlig unterschiedliche Ergebnisse veranschaulichen sollten. Zudem schienen ihr einige Bilder am Computer bearbeitet worden zu sein. Cattaneo fragte bei Infascelli nach. Als sie keine Antwort erhielt, brachte sie eine offizielle Untersuchung ins Rollen. Deren Resultate sollen demnächst veröffentlicht werden, gelangten jedoch bereits ins Netz und bestätigen laut Süddeutsche den Vorwurf der Manipulation. Betroffen sind demnach nicht nur drei, sondern sieben Arbeiten Infascellis. Eine dieser Arbeiten wurde inzwischen zurückgezogen.
Nach den zurückgezogenen Fütterungsstudien des französischen Forschers Gilles-Éric Séralini müssen die Gegner von genetisch veränderten Futterpflanzen damit nun einen weiteren Rückschlag verkraften.  Molekularbiologe Séralini wollte an Ratten bewiesen haben, dass genetisch veränderter Mais Krebs auslösen kann. Aufgrund schwerer methodischer Mängel musste er seine Arbeit jedoch zurückziehen.


Schon im Herbst 2011 hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine Stellungnahme veröffentlicht, die unter anderem Bezug auf Infascellis Publikationen nimmt. Darin heißt es, der Übergang von DNA-Fragmenten ins Gewebe von Tieren sei ein „natürlicher Vorgang“ und lediglich vorübergehend. Ein Einfluss auf das Erbgut von Tier oder Mensch konnte bislang nicht festgestellt werden. Außerdem wurde vom BfR darauf hingewiesen, dass die veränderten Gene „chemisch äquivalent“ zu natürlicher Fremd-DNA sind, die massenhaft in den Körper gelangt.

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