Strukturwandel: Statistischer Fortschritt

12.03.2014

© Karikatur Lothar Schneider

… was will man weiter machen … sie wurde nun mal in zwei verschiedenen Bundesländern groß gezogen …

Wie aus einem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission zur Verteilung der Direktzahlungen hervorgeht, sank die Zahl der Beihilfeempfänger zwischen den Haushaltsjahren 2005 und 2012 in der EU 15 um 10,3 % auf 4,397 Millionen und in den 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten, den sogenannten EU-10-Staaten um 6,3 % auf 1,913 Millionen.

Gleichzeitig kletterte die Beihilfe pro Betrieb in der alten EU um 23 % auf 7 805 €, während sie sich in der EU 10 auf 2 753 € annähernd vervierfachte. In Rumänien und Bulgarien, die seit 2007 EU-Mitglieder sind und über besonders viele Kleinbetriebe verfügen, ging die Zahl der Empfänger von 2008 bis 2012 um 3,1 % auf 1,199 Millionen zurück. Die Beihilfenhöhe verdoppelte sich dort im selben Zeitraum auf 1 079 € je Empfänger.

Insgesamt wurden im Haushaltsjahr 2012 nach Angaben der Kommission 40,9 Mrd. € als Direktbeihilfen ausgezahlt, davon 92 % entkoppelt. Rund 84 % der Förderung floss in Form von Beträgen kleiner als 100 000 € an die Empfänger. Bei knapp 6 % handelte es sich um Gelder von mehr als 300 000 € pro Betrieb. Über 93 % der EU-Landwirte erhielten weniger als 20 000 €, während nur 0,2 % von Beträgen ab 100 000 € profitierten.

Die Struktur sei jedoch in den Mitgliedstaaten unterschiedlich. In Deutschland entfielen etwa 42 % der 5,3 Mrd. € Direktzahlungen auf Beträge von 50 000 € und mehr, gut 8 % auf Summen von wenigstens 500 000 €; dieses Geld ging an 5 % beziehungsweise 0,2 % der 328 000 Empfänger. In Österreich standen insgesamt 0,7 Mrd. € Direktzahlungen für
114 000 Empfänger zur Verfügung. Dort flossen lediglich 5 % der Beträge in Tranchen von 50 000 € und mehr. Fast 95 % der Betriebe erhielten weniger als 20 000 €.

Die beiden Länder, in denen die Landwirtschaft am meisten von Großbetrieben bestimmt wird, bleiben mit Abstand Tschechien und die Slowakei. Prag zahlte rund ein Viertel der Fördersumme als Blöcke von 500 000 € oder mehr aus, Bratislava fast 19 %. In beiden Ländern wurden die Kollektiv- und Staatsbetriebe zwar privatisiert, ihre Größe jedoch oft beibehalten.
http://ec.europa.eu/agriculture/cap-funding/beneficiaries/direct-aid/index_de.htm

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