Strengere Regeln zu Antibiotika

15.11.2018

© Sabine Rübensaat

Straßburg. Tierärzte und Tierhalter in der Europäischen Union müssen sich auf strengere Regeln für die Abgabe beziehungsweise den Einsatz von Antibiotika bei Nutztieren einstellen.

 

Das Europaparlament hat für eine entsprechende Regelverschärfung gestimmt, die auf die Einigung aus dem Trilog mit der EU-Kommission und dem Rat vom Juni dieses Jahres zurückgeht. Bis das Vorhaben EU-weit in Kraft treten kann, bedarf es allerdings noch der formellen Zustimmung der Mitgliedstaaten. Gemäß der Neuregelung dürfen bei Erkrankung eines Tieres im Bestand die noch gesunden Tiere nicht mehr ohne Weiteres prophylaktisch mit Antibiotika behandelt werden. Dies soll in Zukunft nur noch in absoluten Ausnahmefällen und lediglich für Einzeltiere erlaubt sein. Außerdem sollen bestimmte Reserveantibiotika ausschließlich dem Menschen vorbehalten bleiben. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass Tierärzte dazu verpflichtet werden, eine dokumentierte Rechtfertigung im Falle einer prophylaktischen oder metaphylaktischen Verschreibung von antimikrobiellen Mitteln auszustellen. Voraussetzung dafür ist eine klinische Untersuchung des betreffenden Tieres. 

 

Berichterstatterin Françoise Grossetête von der Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) bezeichnete das Votum als wichtigen Schritt für mehr öffentliche Gesundheit. Abgesehen von Landwirten oder Tierhaltern betreffe der Einsatz von Tierarzneimitteln alle Bürger, da diese direkte Auswirkungen auf die Umwelt und die Nahrung hätten und somit auch auf die Gesundheit. Lobend hob die Französin hervor, dass nun der Verbrauch von Antibiotika in Tierhaltungsbetrieben gesenkt werden könne und damit das Risiko von Antibiotikaresistenzen auch beim Menschen deutlich verringert werde. 

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