Streit um Tierwohllabel

06.09.2018

© Thomas Tanneberger

Das von der Bundesregierung geplante staatliche Tierwohllabel soll als freiwillige Positiv-Auszeichnung Produkte kennzeichnen, die sich klar von der Standardware abheben. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hervor. Darin heißt es weiter, dass die unterschiedlichen Stufen eindeutig differenziert werden sollen, um den Verbrauchern leicht verständlich darzulegen, wie viel Tierwohl hinter welcher Stufe stehe. Außerdem sei das Ziel, dass sich auch die Prozessqualität im Hinblick auf die einzuhaltenden Tierschutzstandards vom gesetzlichen Mindestmaß abhebe. Bereits die Kriterien der Eingangsstufe sollen eindeutig über den gesetzlichen Mindestanforderungen liegen, betonte die Regierung. Denn nur wenn der Unterschied zwischen Standardware und Produkten der Eingangsstufe des Tierwohllabels als echter Mehrwert verstanden werde, seien die Verbraucher bereit, für die Produkte einen höheren Preis zu zahlen. 

 

Die auf der jeweiligen Stufe einzuhaltenden Kriterien sollen in einer Verordnung festgelegt und daher von jedem eingesehen werden können. Unabhängige Kon­trollen sollen die Einhaltung der Kriterien sicherstellen. Den Vorteil gegenüber den bisherigen am Markt befindlichen privatwirtschaftlich organisierten Labeln sieht die Bundesregierung im staatlichen Kennzeichen, unter anderem im einheitlichen nationalen Rechtsrahmen, aber auch der Verwaltung des Labels in einer Behörde. Außerdem würden die Verbraucher erfahrungsgemäß dem Staat als Träger ein größeres Vertrauen entgegenbringen. Der Staat habe zudem eine größere Zugkraft, alle Beteiligten in ein gemeinsames Projekt einzubringen. Die genaue Darstellung des Kennzeichens stehe bis jetzt noch nicht fest, sei aber in Arbeit. 

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