Späte Erkenntnis: Preise für landwirtschaftliche Flächen steigen

03.09.2014

© Sabine Rübensaat

Die Preise für landwirtschaftliche Nutzflächen wurden durch verschiedene Faktoren nach oben getrieben.

In dem Papier haben sich Bund und Länder erstmals auf bodenmarktpolitische Ziele verständigt. Sie bekennen sich zur Aufrechterhaltung und Förderung einer breiten Streuung des Bodeneigentums. Damit einher geht die Zielsetzung, marktbeherrschende Positionen einzelner Personen oder Unternehmen auf regionalen Bodenmärkten zu vermeiden. Landwirten soll auch in Zukunft beim Flächenerwerb Vorrang gegenüber anderen Interessenten gewährt werden. Gleichzeitig sollen Junglandwirte Zugang zu Flächen erhalten und die Übernahme sowie die Gründung von Betrieben erleichtert werden. Die nichtlandwirtschaftliche Flächeninanspruchnahme gelte es zu verringern, die Datenlage über die Bodenmärkte zu verbessern.

Breiten Raum widmen die Verfasser des Berichts dem Preisanstieg am Bodenmarkt, den es zu begrenzen gelte. Sie listen eine Reihe von Faktoren auf, die aus ihrer Sicht in den letzten Jahren zum Anstieg der Kauf- und Pachtpreise bei landwirtschaftlichen Flächen beigetragen haben. Eine Rolle hätten sowohl die gestiegenen Erzeugerpreise als auch die anhaltende Flächeninanspruchnahme für nichtlandwirtschaftliche Zwecke gespielt. Auch sich selbst weisen Bund und Länder eine Mitverantwortung zu. Sie räumen ein, dass die Direktzahlungen zumindest teilweise zu einer Erhöhung der Pachtpreise geführt haben. Das Gleiche gelte für die Förderung von Strom aus Biogas. Zudem verteuere die Grunderwerbssteuer den Flächenerwerb.

Daneben verweist der Bericht auf das mit der Finanzkrise gewachsene Interesse am Erwerb von Sachwerten, das die Entwicklung der Bodenpreise „wesentlich beeinflusst“ habe. In Ostdeutschland habe die seit 2007 von der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) praktizierte Ausschreibung von Flächen zum Preisanstieg auf den dortigen Bodenmärkten beigetragen. Im gleichen Atemzug erteilen die Experten allerdings einer staatlichen Mengen- und Preispolitik ebenso eine Absage wie einer Marktabschottung gegenüber EU-Bürgern.

Auf der Basis des Zwischenberichts will die Arbeitsgruppe nunmehr Handlungsoptionen zur Erreichung der dargelegten Ziele entwickeln. Die Ergebnisse sollen im Endbericht zur Frühjahrskonferenz der Agrarminister im nächsten Jahr zusammengefasst werden.

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