Situationsbericht des DBV

16.12.2015

© Sabine Rübensaat

Knallhart rechnen müssen viele Betriebe nach der monatelangen Preismisere.

Im Durchschnitt um 35 % sind die Unternehmensergebnisse der Haupterwerbsbetriebe im abgelaufenen Wirtschaftsjahr gegenüber dem vorangegangenen Jahr eingebrochen. In absoluten Werten wurden 43 300 € erreicht, von denen allerdings noch Sozialversicherung und Nettoinvestitionen zu bestreiten waren. Je Familienarbeitskraft betrug das Unternehmensergebnis im Durchschnitt rund 30 000 €; dies entspricht einem Bruttomonatseinkommen von gerade einmal 2 500 €.

 

Milchbauern gebeutelt


Die größten Einbußen mussten die Milchviehbetriebe mit einem Minus von 44 % hinnehmen; sie kamen im Schnitt auf einen Gewinn von 38 800 €. Der Gewinn der Veredelungsbetriebe ging um ein Drittel auf 44 900 € zurück. Am stärksten betroffen waren hier die Ferkelerzeuger. Um gut ein Fünftel sanken die Ergebnisse der Ackerbaubetriebe, die aber noch rund 60 000 € je Unternehmen erwirtschafteten. Positiv entwickelt haben sich lediglich die Einkommen der Weinbau- und der Ökobetriebe. Mit 73 800 € je Unternehmen führen die Ökobetriebe das Einkommensranking an.

 

Weniger Investitionen


Tatsächlich hat sich die negative Einkommensentwicklung in einem starken Rückgang der Investitionstätigkeit niedergeschlagen. Dem Situationsbericht zufolge gingen die Bruttoinvestitionen der Haupterwerbsbetriebe im Wirtschaftsjahr 2014/15 um 8 % auf durchschnittlich 54 400 € je Betrieb zurück. Die Nettoinvestitionen halbierten sich annähernd auf 10 800 € je Betrieb.


Spürbar angestiegen ist die Fremdkapitalbelastung der Betriebe. Der durchschnittliche Wert je Haupterwerbsbetrieb erhöhte sich um durchschnittlich 6 % auf 188 000 €; das waren 11 000 € mehr als im Vorjahr. Der Fremdkapitaleinsatz je Hektar lag bei rund 2 300 €. Knapp ein Viertel des betrieblichen Fremdkapitals entfiel auf kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter einem Jahr.


Neben einer erhöhten Fremdkapitalaufnahme wirkte sich der Absturz der Unternehmensergebnisse auch auf die Eigenkapitalbildung aus. Im Durchschnitt mussten die Haupterwerbsbetriebe Eigenkapitalverluste von 3 000 € verzeichnen. In den beiden vorangegangenen Wirtschaftsjahren hatten sie noch Eigenkapital von jeweils mehr als 15 000 € bilden können.

 

Im Norden stärker


Gewinneinbrüche sind im gesamten Bundesgebiet zu beklagen, im Norden waren sie jedoch noch stärker als im Süden. Die größten Verluste mussten die Betriebe in Niedersachsen und Schleswig-Holstein hinnehmen, wo sich die Gewinne nahezu halbiert haben. Vergleichsweise glimpflich kamen die Betriebe in Bayern und den östlichen Ländern davon. Dort betrug das Einkommensminus der Haupterwerbler nur rund 16 %.
Im Osten Deutschlands liegt das Einkommen der Haupterwerbsbetriebe mit mehr als 82 000 € nach wie vor über dem in den westlichen Ländern. Eine passable Position haben die Agrargenossenschaften gehalten. Gemessen an der Kennzahl „Unternehmensergebnis + Personalaufwand“ wurden je Arbeitskraft 40 200 € erzielt; im Vorjahresvergleich ist das ein Minus von nur 5 %. Bei den Haupterwerbsbetrieben betrug dieser Wert 43 200 €.

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