Schweinepest rückt näher

29.06.2017

© Sabine Rübensaat

Der tschechische Veterinärdienst hat bestätigt, dass in Tschechien erstmals Fälle der hochinfektiösen ASP aufgetreten sind. Das ASP-Virus wurde bei zwei verendet aufgefundenen Wildschweinen in der Region um Zlin (ca. 250 km südöstlich von Prag) nachgewiesen. Schweinemast- und Zuchtbetriebe im Umkreis von 10 km um die Fundorte werden von den tschechischen Veterinärbehörden derzeit kontrolliert und Proben zur ASP-Untersuchungen genommen. Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise und Aufforderungen des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie.

 

1. Betriebsinhaber schweinehaltender Betriebe sollten zum aktuell bestätigten ASP-Ausbruch in Tschechien die Belegschaft informieren. Die betrieblichen Krisen-/Notfallpläne einschließlich Erreichbarkeiten, Biosicherheitsmaßnahmen sind zu prüfen und ggf. zu aktualisieren und zu verschärfen. Betriebe, bei denen Transporte lebender Tiere in die genannte Region erfolgt und wo Transportfahrzeuge nach Rückkehr wieder in Betrieben neue Tiertransporte durchführen ist unbedingt sicherzustellen, dass eine wirksame Reinigung und Desinfektion von Transportfahrzeugen erfolgt.

 

2. Jäger sind zur Wachsamkeit und Unterstützung der Veterinärbehörden aufgerufen. Es ist auf vermehrt auftretendes Fallwild zu achten. Fallwild muss sofort an das zuständige Veterinäramt gemeldet werden. Fallwild und Proben von Schwarzwildstrecke (Blut, Milz) (notfalls Proben von anderen Organen oder ein Knochen) sind an das Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz zu schicken. Besondere Vorsicht ist geboten mit Dingen (Stiefel, Lappen, Wildwannen, Messer und Kleidungsstücke) die Blutkontakt hatten. Bei Jagdtourismus in den Risikoregionen Russland, Weißrussland, Litauen, Lettland, Estland, Polen und Länder in der Kaukasusregion besteht ein besonderes ASP-Einschleppungsrisiko für einheimische Nutz- und Wildschweine. Trophäen, Schwarzwildprodukte, verwendete Kleidungsstücke und Gegenstände stellen ein Risiko dar und dürfen nicht mitgebracht werden!

 

3. Auf das Verbot der Einfuhr tierischer Erzeugnisse aus Drittländern im privaten Reiseverkehr ist besonders in geeigneter Weise hinzuweisen. Die zuständigen Behörden mit Grenzeingangsstellen sind zu einer verstärkten Überwachung im Zusammenwirken mit dem Zoll aufgefordert.

 

Für Menschen ist die ASP ungefährlich, doch für infizierte Schweine endet die Erkrankung immer tödlich. Eine akute Gefahr für thüringische Schweinehalter besteht derzeit zwar noch nicht, erhöhte Wachsamkeit ist aber auf jeden Fall ist geboten.

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