Schritte zur Klarheit

24.04.2013

Europa-Flagge

Die im Bereich Agrarökonomie von einem Team unter Leitung von Dr. Jürgen Strümpfel erarbeitete Studie geht ausführlich auf die voraussichtliche Art der Verteilung der Direktzahlungen auf Bundesebene ein. Sie berücksichtigt vor allem die von der EU-Kommission ins Spiel gebrachten Politikoptionen und die Berichtsentwürfe des Ausschusses Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments. Obwohl die Diskussion inzwischen weiter gegangen ist, haben die Berechnungen der TLL als Szenariorechnungen für die Agrarpraxis einen hohen Wert.

Die TLL-Arbeitsgruppe kam unter anderem zu dem Schluss, dass die nördlichen und östlichen Länder künftig wahrscheinlich mit weniger Beihilfen auskommen müssen als bisher. Je nachdem, in welcher Intensität die in der Diskussion befindlichen Politikoptionen zum Tragen kommen, könnte die Basisprämie lt. TLL-Berechnungen bis in eine Größenordnung von 163 bis 210 €/ha absinken. Das und vor allem die ins Auge gefasste Option einer Zusatzförderung der ersten Hektare der Betriebe würde eine erhebliche Umverteilung der Budgets hin zu kleinen Betrieben bewirken. Aufgrund der agrarstrukturellen Gegebenheiten käme dies einer Umverteilung zulasten Thüringens und anderer tendenziell großbetrieblich strukturierter Bundesländer gleich. Allein durch die fortgesetzt diskutierte Zusatzförderung der ersten Hektare, so die Studie, würde Thüringen etwa 70 €/ha einbüßen, während in Bayern 58 €/ha mehr ankämen.

Abhängig davon, wie viele der möglichen Optionen gezogen werden, könnten auch die Wirkungen von Kappung und Degression der Direktzahlungen mehr oder weniger einschneidend sein. Durchaus mögliche Szenarien beschreiben dadurch ein deutliches Absinken der Basisprämie. Kommt es zu keiner Berücksichtigung der Lohnkosten, würde der Degressionseffekt bei knapp 700 ha Betriebsgröße beginnen, die Obergrenze von 300.000 € wäre bei etwa

1.400 ha erreicht. In Thüringen müssten bei diesem Szenario 350 Betriebe mit Kürzung und 152 Betriebe mit Kappung rechnen. Kürzungen würden damit auf zwei Drittel der Thüringer Agrarfläche greifen. Entspannter wäre die Situation lediglich, wenn sich noch eine Anrechnung der Lohnkosten durchsetzt. Dann würde die Zahl der von Kürzungen betroffenen Betriebe auf vier bis fünf sinken. Sollten nur 50 % der Lohnkosten angerechnet werden, hätten immerhin 20 bis 25 große Betriebe ernste Probleme.

BauZ Ta

Die Politikstudie der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft unter: www.tll.de/ainfo

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