Schäden begrenzen

20.09.2017

© Sabine Rübensaat

Tallinn. Agrarkommissar Phil Hogan fand klare Worte: Die von Mitgliedstaaten gewünschten zusätzlichen Risikoschutzmaßnahmen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) stünden in jeder Hinsicht unter Finanzierungsvorbehalt, so der Ire gegenüber Journalisten zu Ende gegangenen informellen EU-Agrarministertreffen Anfang September  in Tallinn. Der Planungsspielraum für über die Beschlusslage hinausgehende agrarpolitische Maßnahmen sei gegenwärtig eingeschränkt, da dem EU-Haushalt aufgrund des Austritts des Vereinigten Königreichs Milliarden von Euro verlorengingen, aber Finanzierungsalternativen noch nicht abzusehen seien.

Es sei zudem ein Dilemma, dass vor allem Nettoempfängerstaaten nach noch mehr Geld riefen, während die Nettozahler überwiegend auf die Bremse treten. Dennoch werde weiterhin daran gearbeitet, Maßnahmen und Projekte zur Risikoabsicherung weiterzuentwickeln und zu verbessern. Dies müsse natürlich regional sehr differenziert geschehen, um den Unterschieden innerhalb Europas Rechnung zu tragen, so Hogan.

Der derzeitige Ratsvorsitzende, Estlands Landwirtschaftsminister Tarmo Tamm, hatte sich zuvor nachdrücklich für zusätzliche Maßnahmen zur Risikoabsicherung der Landwirte ausgesprochen. Dabei plädierte er für den Aufbau von Investmentfonds, die in Teilen die Verantwortung für das Risikomanagement übernehmen sollten, sowie einen Grundversicherungsschutz zur Abfederung der landwirtschaftlichen Einkommensrisiken. Zudem sollten Versicherungen gegen klimabedingte Produktionsausfälle gestärkt werden.

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