Reform auf Raten?

07.11.2018

© Thomas Tanneberger

Die Forderung nach einer zweijährigen Übergangszeit bis zur vollständigen Umsetzung der Strategiepläne im Zuge der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) findet sich in einem Berichtsentwurf zum Verordnungsvorschlag „Strategische Pläne zur GAP“, den Esther Herranz García angefertigt hat. Die Forderung der Spanierin bedeutet, dass die Strategiepläne der Mitgliedstaaten sowie die entsprechenden Agrarumweltprogramme frühestens 2023 in Kraft treten würden. Allerdings wäre dies nur dann der Fall, wenn die neue GAP tatsächlich auch mit dem Jahr 2021 beginnend in die Praxis umgesetzt würde. 

 

Herranz García macht daneben weitere Forderungen auf. So soll die von Brüssel vorgesehene Obergrenze für die Direktzahlungen verpflichtend werden. Die Mitgliedstaaten sollen allerdings die Möglichkeit erhalten, einen eigenen Schwellenwert einzuführen. Dieser soll dem Bericht zufolge nach Abzug der Betriebsgehälter, der sogenannten Eco-Schemes sowie der Zahlungen für Junglandwirte nicht unter 100.000 € im Jahr liegen. Ebenso spricht sich die Spanierin, die für die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) im Landwirtschaftsausschuss sitzt, für eine Basisprämie der Direktzahlungen in Höhe von 70 % aus.

 

In Bezug auf die Entwicklung des ländlichen Raums sind laut Berichtsentwurf verpflichtende Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen in allen Mitgliedstaaten festzulegen. Landwirte in benachteiligten Gebieten sollten 30 % mehr Geld für Agrar­umweltmaßnahmen erhalten. Zudem sollte es gezielte Programme für landwirtschaftliche Investitionen, für Neueinsteiger und zur Unterstützung für Kleinbauern geben. Außerdem unterstützt García die obligatorische Einführung von Risikoinstrumenten.

 

Wie zwei weitere Berichtsentwürfe zur GAP soll die Vorlage am 21. und 22. November im Landwirtschaftsausschuss des Europaparlamentes beraten werden. 

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr