Razzia im Schweinestall

18.06.2015

© Sabine Rübensaat

Wieder wurden Ferkelzuchtbetriebe des Schweinezüchters Adrianus Straathof durchsucht.

Magdeburg/Donauwörth. Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat am Mittwoch wegen des Verdachts der Tierquälerei zwei Ferkelzuchtbetriebe des niederländischen Schweinezüchters Adrianus Straathof im schwäbischen Landkreis Donau-Ries (Bayern) durch Kriminalpolizei und Zollbeamte sowie Tierärzte und Vertreter von Gesundheitsbehörden durchsuchen lassen. Es bestehe der dringende Verdacht, dass im Zusammenhang mit der Tierhaltung Verstöße gegen tierschutzrechtliche Vorschriften vorliegen. Der Tatverdacht richte sich gegen mehrere Verantwortliche der Betreibergesellschaft, hieß es. Der Einsatz habe vor allem der Suche und Sicherung von Beweismitteln gedient, teilte das zuständige Polizeipräsidium Schwaben Nord zudem mit.

 

Vom Durchsuchungsbeschluss seien darüber hinaus auch Geschäftsräume der Betreibergesellschaft der Zuchtanlagen umfasst, so die Polizei. Zeitgleich habe deshalb eine Durchsuchung im Genthiner Ortsteil Gladau im Landkreis Jerichower Land (Sachsen-Anhalt) stattgefunden. Straathofs Holding, die Landwirtschaftliche Ferkel-Produktion Deutschland (LFD), ist in Ziesar (Brandenburg) ansässig, in Gladau befindet sich neben einem Schweinehaltungsbetrieb ein Teil der Straathofschen Verwaltung. Mit Ergebnissen sei erst nach Abschluss der Ermittlungen in einigen Wochen zu rechnen, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft.

 

Das Unternehmen wies den Vorwurf der Tierquälerei zurück. Bei den Untersuchungen in Schwaben sei festgestellt worden, dass die Zustände den Anforderungen entsprächen und sogar überdurchschnittlich seien. Die Maßnahmen der Behörden seien unangemessen und überzogen.

 

Der Landkreis Jerichower Land hatte Ende vorigen Jahres ein bundesweit gültiges Tierhaltungsverbot gegen Straathof erlassen, weil in dessen Gladauer Schweinhaltungsanlage wiederholt gegen den Tierschutz verstoßen worden sei. In einem Eilverfahren hatte sich Straathof durchgesetzt. Derzeit liegt der Fall beim Verwaltungsgericht Magdeburg. Anfang dieser Woche erklärte ein Sprecher des Landkreises Jerichower Land, dass der Prozess um das Tierhaltungsverbot gegen Straathof fortgesetzt werden soll. Das Verwaltungsgericht in Magdeburg bestätigte den Eingang eines entsprechenden Schreibens. Ein Termin für die weitere Verhandlung sei aber noch nicht festgelegt worden, hieß es.

 

Ferkelzüchter Adrianus Staathof hatte erst Anfang Juni seine Vermögensanteile an der LFD Holding (ehemals Straathof Holding) an einen Treuhänder abgegeben.

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