Problemwölfen geht es an den Kragen

22.11.2017

© Sabine Rübensaat

Die Umweltminister der Länder haben sich auf ein einheitliches Vorgehen beim Umgang mit auffälligen Wölfen verständigt und sich zugleich zum Schutz der Weidetierhaltung bekannt. Im Rahmen der 89. Umweltministerkonferenz (UMK) sprachen sich die Ressortchefs in Potsdam dafür aus, zeitnah Kriterien für den Umgang mit Problemwölfen zu entwickeln.

 

Backhaus vermittelte


Eigenen Angaben zufolge war es Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Dr. Till Backhaus gemeinsam mit dem Land Brandenburg gelungen, Ressortchefs von einem abgestimmten Vorgehen zu überzeugen. Nicht zuletzt auf Grundlage des Berichts einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe zu den Themen „Günstiger Erhaltungszustand“ und „Umgang mit Problemwölfen“ stellte die Umweltministerkonferenz dann fest, dass die Weidehaltung aus ökologischen, ökonomischen, kulturellen und sozialen Gründen und zum Erhalt der Artenvielfalt unverzichtbar sei und dauerhaft gesichert werden müsse. Die Länder bitten daher den Bund, gemeinsam mit den Ländern Empfehlungen zum Umgang mit Wölfen zu erarbeiten. Diese sollen insbesondere eine klare Definition für „auffällige Wölfe“ und konkrete Anforderungen an mögliche Präventionsmaßnahmen umfassen. Auch werden die Erarbeitung von rechtssicheren und praktisch umsetzbaren Maßnahmen gegen auffällige Wölfe sowie klare Vorgaben für die damit verbundenen Dokumentationspflichten gefordert. Zuvor hatten sieben Verbände, darunter der Deutsche Bauernverband (DBV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), an die Ressortchefs appelliert, eine „tragfähige Strategie zur Sicherung der Weidetierhaltung im Umgang mit dem Wolf zu entwickeln“.


Die Umweltminister der Länder bitten die Bundesregierung, jährlich den Erhaltungszustand der Wölfe einzuschätzen und eine Aktualisierung der Habitatanalyse vorzunehmen. Der Bund wird auch gebeten, Möglichkeiten der Vergrämung von Wölfen praxistauglich weiterzuentwickeln und möglichst im ersten Quartal 2018 zu veröffentlichen. Die UMK beauftragte ferner die Ad-hoc-Arbeitsgruppe Wolf mit der Erstellung eines Bund-/Länderpapiers zum Umgang mit auffälligen Wölfen, insbesondere zu dem Aspekt „Wolf und Nutztierhaltung“.

 

Kooperation mit Polen


Schon im Jahr 2019 soll nach dem Wunsch der Länderchefs eine gemeinsame Berichterstattung mit Polen zum Erhaltungszustand des Raubtiers in beiden Ländern auf den Weg gebracht werden. Darüber hinaus fordern die Ressortchefs den Bund auf, zu prüfen, ob Landwirte für Managementaufgaben mit Bezug zum Wolf mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe zur Förderung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) unterstützt werden können.

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