Preisverfall am Zuckermarkt

02.10.2018

© Sabine Rübensaat

Der Vorsitzende der Wirtschaftlichen Vereinigung Zucker (WVZ), Dr. Hans-Jörg Gebhard, hat dazu eine ziemlich klare Meinung. Er führte den  Preisverfall in einer Pressenotiz ganz wesentlich auf die unfairen Subventionspraktiken der großen Erzeugerländer zurück. Zusammen mit den gekoppelten Prämien in mehreren Ländern der Europäischen Union gefährde das nicht nur die weiteren Entwicklungschancen, sondern auf Dauer auch den Fortbestand der Zuckererzeugung in Deutschland. Für Rübenanbauer, Zuckerhersteller und alle Beschäftigten in diesem Sektor sei das eine gleichermaßen bedrohliche Gesamtentwicklung, so warnte Gebhard. 

 

Laut WVZ ist der Preisverfall am Zuckermarkt sehr wesentlich auf die von der indischen Regierung kürzlich geschaffenen Exportanreize zurückzuführen. So seien die indischen Zuckerrohrmühlen verpflichtet, mindestens ein Drittel ihrer in diesem Jahr anfallenden Überproduktion von 6 Mio. t zu exportieren. Der indische Staat subventioniere diese Ausfuhren über hohe Garantiepreise für Zuckerrohr und Rohrzucker. Der Überschuss am Weltmarkt werde damit vergrößert und der Preis nach unten gedrückt. Seit dem Quotenende schlügen diese Entwicklungen nahezu direkt auf den europäischen Markt durch. „Die EU muss mit aller Schärfe gegen diese Wettbewerbsverzerrungen vorgehen“, so Gebhard. 

 

Weitere Wettbewerbsverzerrungen zulasten der deutschen Erzeuger entstehen laut WVZ durch unterschiedliche Pflanzenschutzbestimmungen sowie die in elf EU-Staaten gezahlten Koppelprämien für den Anbau von Zuckerrüben. „Durch gekoppelte Prämien werden nicht wettbewerbsfähige Strukturen konserviert. Genau dies sollte durch die Reform der Zuckermarktordnung vermieden werden“, kritisierte Gebhard. Die WVZ fordert deshalb die Abschaffung der Koppelprämien im Rahmen der bevorstehenden Reform der Europäischen Agrarpolitik. Die Bundesregierung müsse für faire Rahmenbedingungen eintreten; andernfalls werde sich die kritische Lage der Zuckerwirtschaft weiter verschärfen. 

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