Preise für Agrarland: Anstieg etwas gedämpft

26.08.2016

© Sabine Rübensaat

Der seit zehn Jahren in Deutschland zu beobachtende Anstieg der landwirtschaftlichen Grundstückspreise hat sich 2015 fortgesetzt, wenn auch in etwas abgeschwächter Form. Wie aus dem vom Statistischen Bundesamt (Destatis) veröffentlichten Bericht zu den Kaufwerten für Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) hervorgeht, wechselte 2015 ein Hektar Acker- und Grünland im bundesweiten Durchschnitt für 19 578 € den Besitzer; das bedeutete gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 8,2 %. Im Jahr 2014 waren die Kaufpreise im Schnitt noch um 10,5 % gestiegen, im Jahr zuvor um 13,6 %. Innerhalb einer Dekade hat sich damit der landwirtschaftliche Boden um 125 % verteuert.


Der prozentuale Anstieg fiel 2015 gegenüber dem Vorjahr im Osten mit einem Plus von 15,8 % erneut deutlich höher aus als im Westen mit einem Zuwachs von 5,2 %. Mit gut 22 % verzeichnete Brandenburg im vergangenen Jahr den relativ größten Preissprung, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 17,7 % und Mecklenburg-Vorpommern mit 14,6 %. In den alten Ländern gab es vor allem in Bayern mit 14,3 % eine überdurchschnittliche Verteuerung. Steigende Bodenpreise waren dort zudem in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz zu beobachten. In den anderen Westländern stagnierten laut Destatis die Kaufwerte oder gingen sogar wie in Nordrhein-Westfalen um 3,3 % oder in Hessen um 2,3 % zurück.


Das Preisniveau zwischen West und Ost hat sich weiter angenähert; nach wie vor lagen die Kaufpreise 2015 in den alten Ländern mit 29 911 €/ha im Mittel aber noch deutlich über denen in den neuen Ländern mit durchschnittlich 14 197 €/ha.


Die Wiesbadener Statistiker selbst veröffentlichen keine prozentualen Änderungen und begründen dies damit, dass sich die statistischen Massen, aus denen die mittleren Kaufwerte ermittelt würden, jeweils aus anders gearteten Einzelfällen zusammensetzen könnten. Auf Regierungsbezirksebene macht sich das in teilweise stark schwankenden Preisen bemerkbar.

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