Pflanzenschutz

07.03.2018

© Sabine Rübensaat

Nach der jüngsten Einschätzung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellt die Mehrzahl der Anwendungen der neonikotinoiden Pflanzenschutzmittelwirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam ein hohes Risiko für Honig- und Wildbienen sowie Hummeln dar. Mit den veröffentlichten Schlussfolgerungen aktualisierte die Behörde ihre Ergebnisse aus dem Jahr 2013, nach deren Veröffentlichung die Europäische Kommission die Verwendung der besagten Substanzen bereits eingeschränkt hatte.


Die EU-Kommission teilte mit, sie sehe ihr Vorhaben, den Einsatz von Neonikotinoiden außerhalb von Gewächshäusern komplett zu verbieten, durch den neuen EFSA-Bericht bestätigt. Für die zweite Märzhälfte sei dazu eine Diskussion mit den Mitgliedstaaten im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (SCoPAFF) geplant, so eine Sprecherin der Kommission.


Der Leiter des EFSA-Referates für Pestizide, José Tarazona, erklärte, dass aufgrund der beträchtlichen Datenmenge, die zur Verfügung gestanden habe, „sehr detaillierte“ Schlussfolgerungen hätten gezogen werden können. „Einige Risiken wurden als gering angesehen; insgesamt aber wurde das Risiko für die drei von uns untersuchten Bienenarten bestätigt“, stellte Tarazona fest.


Wie bei den vorherigen Bewertungen wurde die Exposition der Bienen gegenüber den Substanzen für drei Pfade bewertet: Rückstände in Blütenpollen und Nektar, Staubdrift während der Aussaat/Ausbringung von behandeltem Saatgut sowie Wasseraufnahme. Der EFSA zufolge unterscheiden sich die Schlussfolgerungen bezüglich der Risiken je nach Bienenart, der Verwendung des Wirkstoffs und dem Expositionsweg. So sei zum Beispiel das Risiko der Mortalität etwa durch Rückstände von Imidacloprid im Nektar und Pollen im Raps bei Honigbienen niedriger, während zugleich dieses Risiko bei Hummeln im selben Szenario als hoch eingestuft worden sei.


Für die neuen Bewertungen hat das für Pflanzenschutzmittel zuständige Referat eine umfassende Evaluierung aus gut 1.500 Studien durchgeführt. Darin war nach Angaben der EFSA eine systematische Literaturrecherche eingeschlossen, um sämtliche seit den vorhergehenden Bewertungen im Jahr 2013 veröffentlichten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den infrage stehenden Wirkstoffen zusammenzutragen.

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr