Pariser Abkommen zum Klimaschutz

28.04.2016

© Sabine Rübensaat

Im Rahmen einer Zeremonie der Vereinten Nationen in New York hat Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks das Pariser Klimaschutzabkommen unterzeichnet. Damit gehört Deutschland zu den Erstunterzeichnern des Klimavertrages, mit dem die Vereinten Nationen erstmals alle Staaten der Welt in die Pflicht nehmen, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C zu begrenzen, möglichst sogar auf unter 1,5 °C im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Dazu soll in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts Treibhausgasneutralität erreicht werden. Der Landwirtschaft wird bei dem Prozess eine Sonderrolle zugestanden, da der Ernährungssicherheit in dem Abkommen oberste Priorität eingeräumt wird. 

 

Hendricks versprach bei der Unterzeichnung, das Abkommen „so schnell  wie möglich mit Leben“ zu füllen. Sie verwies auf den in Arbeit befindlichen Klimaschutzplan, der den Weg zu einem weitgehend treibhausneutralen Deutschland im Jahr 2050 zeigen solle. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt merkte an, dass die Landwirtschaft durch die Bindung von atmosphärischem Kohlenstoffdioxid in der Biomasse aktiv zum Klimaschutz beitrage. Lebensmittel könnten jedoch nicht in Gänze ohne Emissionen produziert werden. Die Herausforderung bestehe darin, die Effizienz der landwirtschaftlichen Produktion weiter zu steigern sowie gleichzeitig das Klima zu schützen. 

 

Der Deutsche Bauernverband (DBV) erinnerte daran, dass alle Staaten der Klimakonferenz betont hätten, die Anstrengungen zur Anpassung an den Klimawandel und zum Klimaschutz dürften die Nahrungsmittelproduktion nicht beeinträchtigen. Eine Reduzierung der Tierbestände sei hingegen keine Lösung, denn ohne die Haltung von Wiederkäuern sei der Erhalt der fünf Millionen Hektar Grünland in Deutschland nicht möglich. Forderungen einzelner Umweltverbände, die Produktion von Lebensmitteln auf die Selbstversorgung zu beschränken, bezeichnete der DBV als weltfremd. Verlagerungseffekte wären die Folge isolierter nationaler Beschränkungen. 

 

Nach Angaben des Bundesumweltministeriums signalisierten die Staaten mit der Unterzeichnung des Klimaschutzabkommens lediglich ihre Zustimmung zu den Inhalten des Vertrages. Völkerrechtlich verbindlich werde das Abkommen erst mit der Ratifizierung, die in vielen Staaten, darunter auch Deutschland, im Parlament erfolge. Das Pariser Abkommen trete in Kraft, wenn es mindestens 55 Staaten, die 55 % oder mehr der weltweiten Treibhausgasemission ausstießen, ratifiziert hätten. 

Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie durch unsere Seiten surfen, erklären Sie sich mit unseren Nutzungsbedingungen einverstanden.

Erfahren Sie mehr