Ohne wenn und aber

18.03.2013

 

Berlin. Ganz konkret knackten die rund 2 450 Mitgliedsunternehmen des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) 2012 eine imposante Umsatzmarke: Nach Angaben von DRV-Generalsekretär Dr. Henning Ehlers auf der Jahrespressekonferenz seines Verbandes Ende Februar in Berlin verkauften sie Waren und Dienstleistungen im Wert von über 50 Mrd. EUR. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Zuwachs um 4 %.

Ehlers führt den Anstieg in erster Linie auf die Preisentwicklung sowie Steigerungen im Export zurück. In allen Sparten hätten die Genossenschaften ihre Marktanteile behaupten oder ausbauen können. Dies gilt dem DRV-Generalsekretär zufolge insbesondere für die 451 Warengenossenschaften. Ein Umsatzplus von mehr als 5 % hätten auch die 790 Agrargenossenschaften erreicht. Im Pflanzenbau habe der Zuwachs vorrangig aus höheren Preisen resultiert. In der tierischen Veredlung seien neben höheren Verkaufserlösen weitere Produktivitätszuwächse und Leistungssteigerungen verzeichnet worden.

Für die Getreideernte 2013 rechne der DRV mit Gesamterträgen von knapp 45 Mio t. Die Marktentwicklung schätzt Ehlers trotz augenblicklicher Schwächephase weiterhin stabil ein. Günstige Perspektiven bescheinigte der DRV-Generalsekretär auch den Molkereigenossenschaften. Der Gesamtumsatz dieser Gruppe ging im Vorjahr trotz Milchpreistief nur um rund 3 % auf knapp 13 Mrd. EUR zurück. Im Schnitt erreichten die Preise rund 32 ct/kg bei 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß.

Gleichzeitig musste DRV-Verbandspräsident Manfred Nüssel auf eine Reihe von Risiken verweisen, denen die genossenschaftlichen Unternehmen ausgesetzt seien. So warnte er vor falschen Weichenstellungen bei der Reform der EU-Agrarpolitik und bekräftigte seine ablehnende Haltung gegenüber einer Herausnahme von Ackerflächen aus der Produktion sowie einer Kappung und größenabhängigen Staffelung der Direktzahlungen. Nach der an sich begrüßenswerten Einigung der Staats- und Regierungschefs über den Haushaltsansatz in der EU sei nun wahrscheinlich die Bundesregierung gefragt. Kooperative Wirtschaftsformen müssten von der Kappung generell ausgenommen werden, so Nüssel. Die Tendenz gehe schon aus ökonomischen Gründen zur Kooperation, da könne man diese nicht künstlich benachteiligen.

Weitere Risiken machte der DRV-Präsident in der öffentlichen Diskussion um „Agrarspekulation“ aus, bei der er für eine Rückkehr zur Sachlichkeit eintrat. Ein Problem sei auch die bisher wenig ausgewogene Entwicklung der Energiewende, bei der mehr Marktorientierung gefragt sei. Große Sorgen bereiteten auch die Handelsprobleme mit Russland und die fortwährenden Nahrungsmittelskandale am deutschen Markt.

 

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