Ökolandbau: Große Ziele

15.06.2015

© Sabine Rübensaat

Ökolandbau ist in Deutschland heute ein Ding zwischen Traum und Wirklichkeit.

Für sehr ambitioniert hält die Direktorin des Thünen-Instituts (TI) für Betriebswirtschaft, Prof. Hiltrud Nieberg, das in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung festgelegte Ziel, den Anteil des Ökolandbaus auf 20 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) in Deutschland auszudehnen. Diese Zielsetzung sei eine „große Herausforderung“, sagte die Wissenschaftlerin auf der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE) in Berlin.


Allerdings zeigten Beispiele innerhalb der Europäischen Union, dass dies machbar sei. Nieberg wies darauf hin, dass der Ökolandbau in Schweden, Österreich und Estland die 15-%-Marke überschritten habe, mit weiterer Tendenz nach oben. Der Agrarökonomin zufolge braucht es für eine deutliche Ausweitung des Ökolandbaus in Deutschland „erhebliche Anstrengungen auf vielen Ebenen“, und zwar über die Zuständigkeit des Landwirtschaftsressorts hinaus.


Die von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt initiierte „Zukunftsstrategie Ökologischer Landbau“ ziele auf eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Ökolandbau ab. Dies sei eine wesentliche Voraussetzung für eine Steigerung der heimischen Erzeugung, so die Institutsleiterin. Nach ihren Angaben erreichte die ökologisch bewirtschaftete Fläche 2014 einen Anteil von bundesweit 6,5 % an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche. Dieser Anteil nehme seit den Neunzigerjahren kontinuierlich zu, wenngleich zuletzt in kleinen Schritten, stellte Nieberg fest. Dies gelte trotz einer Rückumstellung von rund 3 % der Ökobetriebe pro Jahr, die seit einigen Jahren zu verzeichnen sei.


Der Deutsche Bauernverband (DBV) bekräftigte auf der Konferenz seine Forderung nach wirksamen Maßnahmen gegen den anhaltenden Flächenverbrauch. „Wir können es uns einfach nicht länger leisten, Stadtentwicklung auf der ‚grünen Wiese‘ zu betreiben, wenn gleichzeitig die Bevölkerung schrumpft und die Ortskerne zu veröden drohen“, sagte der DBV-Umweltbeauftragte Eberhard Hartelt in einem Forum zum Internationalen Jahr des Bodens.

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