Neustart in der Beziehung?

15.04.2016

Milchtransport © Sabine Rübensaat

Es ist höchste Zeit Denkverbote abzulegen und Lösungen zu erarbeiten, die über eine Alibifunktion hinausgehen und der Branche wirksam helfen.“ Mit diesem Ansatz hatte die MEG Milch Board vor einem Jahr ihre Road Map für die Zeit nach der Quote herausgebracht, und mit diesem Ansatz rief sie die wesentlichen Landwirtschaftsverbände zu einer „Equipe Milch“ zusammen. „Equipe ist das französische Wort für Mannschaft oder Team. Es scheint, als wenn Teamgeist derzeit das einzige ist, was uns hilft am Milchmarkt“, sagte Peter Guhl, Landwirt aus der mecklenburgischen Elbaue und Vorstandsvorsitzender der gastgebenden MEG. Und tatsächlich kamen Bauernverband, Bauernbund, Milchindustrieverband, Bundesverband Milchviehhalter und Raiffeisenverband sowie die MEG Milch Board in Berlin zusammen und beratschlagten Lösungsansätze für das Milchmarktproblem. „Fertige Konzepte konnten wir heute noch nicht erwarten, aber es schälen sich doch ein paar Trends heraus“, so Peter Guhl im Nachgang. Gemeinsam sei da das Bewusstsein, dass auf den Betrieben Liquidität gebraucht wird und dass eine Verbesserung der Marktlage nur Ergebnis breiten, verantwortungsvollen Handelns sein kann. Daneben wachse die Einsicht, dass mittelfristig eine Neuordnung der Lieferbeziehungen zwischen Landwirt und Molkerei erforderlich wird. Diesen Gedanken griff zuletzt auch der Deutsche Bauernverband auf. Er trete dafür ein, dass Milcherzeuger und Molkereien zu marktgerechten Vereinbarungen zu Milchmengen und -preisen kommen, so DBV-Sprecher Michael Lohse gegenüber der BauernZeitung. Über die Neugestaltung der Milchlieferbeziehungen liefen bereits Gespräche. Besonders die Genossenschaften seien gefordert, Optionen zu diskutieren. Wettbewerber im europäischen Umfeld hätten bereits Modelle umgesetzt, mit denen kurzfristig auf Milchmengen und -preise Einfluss genommen werden könne.

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