Neue Beratungsstelle Wolf beim Bund

18.02.2016

Wolf © Sabine Rübensaat

Mit einer neuen „Dokumentations- und Beratungsstelle“ will der Bund zukünftig die Naturschutz- und Landesbehörden in Fragen rund um das Thema Wolf fachlich unterstützen. Wie Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks gemeinsam mit der Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Beate Jessel, am Mittwoch vergangener Woche in Berlin mitteilte, soll die neue Stelle unter Führung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) dafür sorgen, dass die Behörden kontinuierlich und aktuell mit Informationen zum Wolf versorgt werden. Außerdem solle in schwierigen Fällen geholfen, beraten und zur Konfliktlösung beigetragen werden.


Ministerin Hendricks betonte, dass Deutschland wieder ein Wolfsland sei. Das Nebeneinander von Mensch und Tier müsse vielerorts jedoch erst wieder erlernt werden. Das Zentrum solle die Länder bei neu auftauchenden Fragen rund um das Thema unterstützen. „Wir stellen den Ländern damit Deutschlands beste Wolfsexperten schnell und unbürokratisch zur Verfügung“, so die Ministerin. Die Erfahrung zeige, je mehr man über den Wolf wisse, desto weniger Probleme gebe es.


Prof. Jessel berichtete, dass die Ausbreitung des Wolfes bei den Naturschutzbehörden zu einer erhöhten Nachfrage nach bundesweit aufgearbeiteten und aktuellen Informationen geführt habe. Der Beratungsbedarf sei besonders zu den konfliktträchtigen Aspekten des Wolfsmanagements gewachsen. Wandernde Jungwölfe könnten sehr schnell von einem Bundesland in ein anderes wechseln, und viele Rudelterritorien seien bereits jetzt länderübergreifend. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums gibt es derzeit 31 Wolfsrudel in Deutschland.


Der Deutsche Bauernverband (DBV) bezeichnete den Aufbau eines Dokumentations- und Beratungszentrums Wolf durch den Bund als einen ersten wichtigen Schritt. DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken betonte, dass es hiermit gelingen müsse, eine Angleichung der bisher sehr unterschiedlichen Handhabung in Sachen Prävention und Kompensation in den Ländern zu erreichen. Weidetierhalter müssten Rechtssicherheit erhalten, forderte der DBV-General-sekretär. Hierzu zähle insbesondere, dass die Länder die Bedingungen für Präventionsmaßnahmen und die Nachweisverfahren für Wolfsrisse vereinheitlichen sowie gesetzliche Regelungen von Schadensersatzansprüchen anstelle von Billigkeitsleistungen treten.

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