Neonikotinoid-Verbot

29.05.2013

© Sabine Rübensaat

Bienenwagen auf Rapsfeld

Brüssel. Die Europäische Kommission hat am vergangenen Freitag das umstrittene Teilverbot neonikotinoider Pflanzenschutzmittel verabschiedet. Damit dürfen die Stoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam ab dem 1. Dezember 2013 in zahlreichen Kulturen, darunter Raps, nicht mehr angewandt werden. Die Stoffe stehen im Verdacht, die europäische Honigbienenpopulation zu gefährden.

Die Mitgliedstaaten müssen die bestehenden Zulassungen widerrufen oder ändern, um bis zum 30. September 2013 den EU-Beschränkungen nachzukommen. Sie können den Verbrauch vorhandener Bestände bis höchstens zum 30. November zulassen. Das Verbot soll spätestens nach Ablauf von zwei Jahren überprüft werden. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg betonte, das Teilverbot sei ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Sicherstellung einer gesünderen Zukunft für Bienen, die nicht nur Honig produzierten, sondern auch 80 % der Bestäubung erledigten.

Die Union zur Förderung der Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) hingegen geht davon aus, dass man den Bienen mit dem Beschluss einen Bärendienst erwiesen hat. Das EU-Verbot bringe die Zukunft des Rapsanbaus in Gefahr und damit nicht nur das grandiose Schauspiel der Rapsblüte, sondern auch die wichtigste Nahrungsquelle der Bienen, so der UFOP-Vorsitzende Wolfgang Vogel. Offenbar sei bei der EU-Kommission kein einziger Gedanke auf die Konsequenzen einer solchen Entscheidung gerichtet worden. Deutsche Ackerbauern und Pflanzenzüchter hätten zwar in den vergangenen Jahren gezeigt, dass mit strengen Risikominderungsmaßnahmen eine sichere Anwendung der in der Diskussion befindlichen Pflanzenschutzmittel möglich sei. Dennoch würden nun die Bienen ausgerechnet aus Gründen des Bienenschutzes ihre wichtigste Trachtpflanze verlieren. „Das alles verstehe wer will“, so der UFOP-Vorsitzende. Blumenkästen könnten Rapsfelder als Futterquelle für Honig- und Wildbienen jedenfalls nicht ersetzen.

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