Mitteldeutsche Schäfer schlagen Alarm

09.02.2018

© Sabine Rübensaat

Die Vorsitzenden der Landesschafzuchtverbände aus Berlin-Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beklagen den dramatischen Rückgang der Schafbestände in Mitteldeutschland. Nach neuesten Angaben des Statistischen Bundesamtes sank der Bestand an Mutterschafen in diesen Bundesländern in den letzten fünf Jahren um über 42.900 Stück auf 246.500 Mutterschafe. Dies entspricht einem Rückgang um fast 15 %! Rund 70 Familienbetriebe gaben die Schafhaltung in den letzten fünf Jahren auf, so der Vereinsvorsitzende von Sachsen-Anhalt, Klaus Gerstenberg. Die Ursachen für den Rückgang sind vielfältig: mangelnde Einkünfte, körperliche Tätigkeit bei Wind und Wetter, Wochenendarbeit und derzeit fehlende Perspektiven machen den Schäferberuf nicht gerade attraktiv für den Nachwuchs.


Die mitteldeutschen Schafzuchtverbände fordern daher nachdringlich die sofortige Einführung einer Weidetierprämie für Schafe und Ziegen. Nur so kann der dramatische Bestandsabbau gestoppt werden. Die gekoppelte Prämie aus der Ersten Säule der EU könnte schon im Jahr 2019 an die Schäfer ausgezahlt werden, wenn die Politik dies will, so schränkte Knut Kucznik vom Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg ein. Hierzu muss Deutschland bis zum April dieses Jahres den entsprechenden Antrag bei der EU stellen. Mit Unterstützung aller sollte dies auch möglich sein.


Langfristig fordern die Vorsitzenden keine Förderung, sondern eine gerechte Bezahlung ihrer Arbeit für den Natur- und Artenschutz in Mitteldeutschland.

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