Mit den Preisschwankungen leben lernen

10.03.2015

© Sabine Rübensaat

Milchkühe (Jungrinder)

Brüssel. In der künftig quotenlosen Zeit müssen die europäischen Milcherzeuger mit Marktschwankungen umgehen lernen. Das ist das Fazit eines „Milchgipfels“ des Milchindustrie-Verbandes (MIV), der in der Brüsseler Landesvertretung von Baden-Württemberg stattfand. Der Stellvertretende Leiter der Generaldirektion Landwirtschaft in der EU-Kommission, Joost Korte, betonte, der Sektor sei auf den Wegfall der Milchquote vorbereitet. Er räumte aber ein, dass Anfang 2014 niemand die Verschlechterung der Weltmarktlage vorhergesehen habe. Dennoch blieben die mittel- und langfristigen Aussichten gut.

 

Der MIV-Vorsitzende Dr. Karl-Heinz Engel appellierte, die Chancen eines freien Milchmarkts zu nutzen. „Alle sind froh, dass die Quote weg ist“, sagte er. Auf Exportmärkten seien wegen des guten Images der europäischen Milchproduktion oft höhere Preise erzielbar. Die Grünen-Europaabgeordnete Maria Heubuch hingegen hält die Chancen im Export für begrenzt. Im Falle eines Preisverfalls sei es besser, Milch gar nicht erst zu produzieren, anstatt sie im Nachhinein vom Markt zu nehmen. Auch der Amtschef des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums, Wolfgang Reimer, zeigte sich eher nachdenklich. Über der Begeisterung für den Weltmarkt dürfe man die Milcherzeuger in strukturschwachen Gebieten nicht vergessen. Der Strukturwandel werde durch die Liberalisierung beschleunigt.

 

 

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