Mit Agrargeld gegen Klimawandel?

13.05.2019

© Sabine Rübensaat

Geht es nach den Überzeugungen des EU-Kommissars für Klimapolitik und Energie, Miguel Arias Cañete, wird die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union weit mehr als bisher an der Klimapolitik der EU ausgerichtet werden. Es sei damit zu rechnen, dass in Zukunft mit etwa 40 % des gesamten GAP-Budgets ein Beitrag zu den Klimazielen geleistet werde, erklärte Cañete am 25. April im Rahmen der Konferenz „Unsere Wälder, unsere Zukunft“ in Brüssel. Die EU-Agrarpolitik könne wertvolle Anreize für eine dynamische Forstwirtschaft im ländlichen Raum schaffen und den Beitrag dieses Sektors zum Klimaschutz stärken.

Eine Möglichkeit besteht dem Klimakommissar zufolge darin, den Waldbewirtschaftern Zahlungen basierend auf der Menge des gebundenen Kohlenstoffs zu gewähren. Mit einer derartigen Lösung würden wichtige Ökosystemdienstleistungen auch wirtschaftlich belohnt; zudem würde dies im Einklang mit der neuen ergebnisorientierten Ausrichtung der künftigen GAP stehen. Die Kommission entwickle derzeit Richtlinien für die Ausgestaltung der Programme zur Kohlenstoffspeicherung und werde diese durch das LIFE-Programm für Natur- und Klimaschutzprojekte direkt unterstützen, berichtete Cañete. Im derzeitigen Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) würden rund 20 % des gesamten EU-Budgets für Maßnahmen im Zusammenhang mit der Klimapolitik aufgewendet; für den kommenden MFR habe die Kommission einen Anteil von 25 % vorgeschlagen.

Mit Blick auf die fernere Zukunft betonte der Spanier, dass die angestrebte Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 „möglich und vorteilhaft“ sei. Auch wenn die Voraussetzung dafür eine „ambitionierte Kombination von technologischer Innovation, Investitionen und Maßnahmen in allen Wirtschaftsbereichen“ sei, würden die Anstrengungen nicht nur durch eine saubere Umwelt entlohnt, sondern auch die Versorgungssicherheit im Energiesektor und die Lebensqualität verbessern. 

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