Milchreduzierungsprogramm

05.10.2016

Montage © Sabine Rübensaat

Die erste und wesentlichste Schlussfolgerung: Das Programm ist bereits jetzt nahezu ausgeschöpft. Aktuellen Zahlen aus Brüssel zufolge wollen 51 101 Milcherzeuger aus 27 EU-Ländern im Zeitraum vom 1. Oktober bis 31. Dezember 2016 ihre Produktion gegenüber dem Vorjahresquartal um zusammen 1,06 Mio. t Milch verringern. Bei einem Budget von 150 Mio. € und einer Prämie von 0,14 €/kg reicht die finanzielle Ausstattung der Maßnahme rechnerisch für eine „Nicht-Produktion“ von 1,07 Mio. t Milch, wenn keine Abzüge erfolgen sollen. Für die am 30. September gestartete zweite Antragsrunde stehen somit nur noch 11 407 t Milch zur Verfügung. Werden größere Mengen beantragt, wird die Prämie anteilig gekürzt.

 

Fast 10 000 Anträge aus Deutschland


In Deutschland haben laut Angaben der EU-Kommission 9 947 Landwirte einen Antrag auf Reduzierung ihrer Milchmengen eingereicht; die geplante Drosselung beläuft sich auf 286 049 t. Nur in Frankreich gab es mit 12 957 Milchbauern mehr Antragsteller. Allerdings kommen diese zusammen lediglich auf eine Menge von 181 398 t. Auf dem dritten Platz liegt mit einer beabsichtigten Reduzierung von 112 026 t das Vereinigte Königreich. Auch in den Niederlanden und Irland, wo die Milcherzeugung zuletzt stark expandierte, war das Interesse am EU-Programm groß. Einziger EU-Staat ohne Antragsteller war Griechenland.

 

Pro Antragsteller im Schnitt 2 848 Euro


Große Unterschiede gibt es in der Gemeinschaft bezüglich der geplanten Produktionsdrosselung bei den einzelnen Betrieben. So wollen die Erzeuger in Ungarn und der Slowakei ihre Milchproduktion im Mittel um 126 179 kg beziehungsweise 105 739 kg EU-weit am stärksten verringern.

Überdurchschnittlich starke Einschränkungsabsichten wurden auch aus Dänemark mit 72 598 kg und aus dem Vereinigten Königreich mit 60 588 kg gemeldet. Bei den deutschen Bauern ergibt sich im Durchschnitt eine Reduktionsmenge von 28 757 kg; im EU-Mittel beträgt diese 20 346 kg je Antragsteller. Als Prämiensumme würde sich bei Realisierung der angemeldeten Produktionsverringerung im EU-Mittel ein Betrag von 2 848 € pro Antragsteller ergeben; in Deutschland läge dieser Wert bei 4 026 Euro.

 

Unterschiede innerhalb Deutschlands


Unter den deutschen Anträgen kam knapp ein Drittel aus Bayern; die dahinter stehende Milchmenge von 37 179 t hat allerdings nur einen Anteil von 13 % an der insgesamt in Deutschland geplanten Verringerung. Die mit Abstand größte Einschränkung der Milcherzeugung im Rahmen des EU-Programms wird in Niedersachsen einschließlich Bremen erfolgen. Dort wollen 2 014 Milchbauern insgesamt 67 411 t weniger melken. Die östlichen Bundesländer führen dagegen klar die Liste der größten Produktionseinschränkungen je Teilnehmer an. So wollen die 158 Antragsteller aus Mecklenburg-Vorpommern im Schnitt ihre Milcherzeugung um 156 568 kg einschränken; die bayerischen Milcherzeuger haben dagegen im Mittel nur eine Produktionsdrosselung von 11 390 kg je Betrieb beantragt. Dies würde einer Prämie von 1 595 € je Teilnehmer entsprechen, im Gegensatz zu 21 920 € in Mecklenburg-Vorpommern.
Mit der Auszahlung der Prämien können die Teilnehmer der ersten Antragsrunde übrigens erst im Februar 2017 rechnen, nachdem sie die Produktionsverringerung nachgewiesen haben.

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